Düsseldorf - Die Meldung vom viel zu frühen Tod des ehemaligen Bundesliga-Torhüters Georg Koch (†54), der am Mittwoch den langen Kampf gegen den Krebs verlor, schockierte Familie, Freunde und ganz Fußball-Deutschland. Einen, den es besonders berührte, ist auch Fortuna Düsseldorfs Trainer Markus Anfang (51), der am Donnerstag auf der Pressekonferenz des Vereins um seinen guten Freund weinte.
Eigentlich sollte das Spiel in der 2. Bundesliga am Samstag beim 1. FC Nürnberg im Fokus der Medienrunde stehen, doch nachdem der gebürtige Kölner am Mittwoch die Nachricht vom Tod seines engen Vertrauten bekommen hatte, hatte auch er sehr schwere Stunden verlebt.
Die beiden verband eine langjährige, enge Freundschaft, sie spielten in vier Vereinen gemeinsam, Anfang ist der Patenonkel von Kochs Tochter Emma. "Ich habe gestern Mittag die Nachricht bekommen", versucht der Coach sein Statement zu beginnen, musste aber schon nach wenigen Augenblicken mit seinen Emotionen kämpfen.
"Ich habe viele Stationen mit 'Schorsch' durchlebt. Ich habe ihn sehr gut gekannt als Mensch, das ganze Umfeld, seine Kinder. Für mich ist es schwierig, es tut weh. Wir wussten alle irgendwo, das kommt. Aber wenn es dann kommt, schmerzt es", versuchte der Trainer Worte inmitten seiner Tränen zu finden.
Als es um Kochs Kinder Emma (20) und Max (17) ging, wurde es für den 51-Jährigen immer schwieriger. "Meine Gedanken sind auch gerade bei seinen Kindern. Ich hoffe, er findet seinen Frieden", sagt der sichtlich ergriffene Coach.
Georg Koch und Markus Anfang spielten in vier Vereinen gemeinsam
Georg Koch und Markus Anfang standen gemeinsam für Fortuna Düsseldorf, den 1. FC Kaiserslautern, Energie Cottbus und den MSV Duisburg auf dem Rasen. An der Wedau teilten sie fast drei Jahre lang gemeinsam das Zimmer.
Vereint waren sie nicht nur im Privaten, sondern auch beim von Koch initiierten Benefizspiel im Oktober 2024 beim VfR Marienfeld, wo die Traditionsmannschaft der Fortuna antrat, um für die Kinderkrebshilfe Sankt-Augustin Spenden zu sammeln. Da litt der Torhüter schon mehr als ein Jahr an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Am Donnerstag betonte Anfang, dass er immer wieder daran denken müsse, "wie viele tolle Momente ich mit 'Schorsch' hatte. Wie wir zusammen im Rheinstadion spielen durften. Ich durfte Bundesliga-Luft hier schnuppern, er hat seine ersten Bundesliga-Spiele hier gemacht. Fantastischer Torwart. Viel zu früh von uns gegangen. Es schmerzt halt sehr, meine Gedanken sind gerade bei seinen Kindern, mögen mir alle anderen das verzeihen, die ich vielleicht nicht erwähne, aber die Kinder, die liegen einem schwer am Herzen", betonte der Coach.
Anschließend atmete der ehemalige Profi der Fortuna mehrmals tief durch, bevor er zu dem an diesem Tag so harten Alltagsgeschäft in der Pressekonferenz übergehen musste. Nach einiger Zeit gelang es ihm aber, die sportlichen Fragen zum kommenden Spiel beim Klub aus Franken zu beantworten.
In Gedanken wird er trotzdem und für immer bei seinem Freund bleiben.