FSV Zwickau: Drinkuth, der etwas andere Fußball-Profi

Zwickau - Eingelebt hat sich Felix Drinkuth beim FSV Zwickau längst. Bereits am 24. Juli gab der Drittligist seine Verpflichtung bekannt. Trotzdem hatte der Umzug ins Westsächsische so seine Tücken.

Fast wie bei "Hör mal, wer da hämmert": Felix Drinkuth und Marco Schikora probierten sich beim Umzug als Heimwerker.
Fast wie bei "Hör mal, wer da hämmert": Felix Drinkuth und Marco Schikora probierten sich beim Umzug als Heimwerker.  © privat

"Handwerklich gibt es sicherlich Begabtere", grinst der 25-Jährige. Kurzerhand wurden die neuen Mannschaftskollegen wie Marco Schikora mit eingespannt. 

"Ich habe ja zu Beginn mit ihm, Dustin Willms und Yannik Möker in einer Spieler-WG gewohnt", berichtet Drinkuth. 

Vorige Woche bezog der Neuzugang vom Halleschen FC dann mit Lebensgefährtin Anna eine eigene Wohnung. 

"Zwickau ist eine schöne Stadt. Gerade der Hauptmarkt gefällt mir. Von der Größe her erinnert es mich an Norderstedt", erklärt der gebürtige Henstedt-Ulzburger.

Apropos Norderstedt: Zweimal war es Etappe auf seinem Weg ins Profigeschäft. Bei Eintracht erlernte er das Fußball-ABC. Von da ging es zu Kiezklub St. Pauli und 2014 zu Braunschweig II., wo der Sprung in die erste Mannschaft nicht glückte. 

"2016 bin ich zurück nach Norderstedt, um parallel eine dreijährige Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann zu beginnen", fuhr Drinkuth fortan zweigleisig.

Von der Ausbildung zum Fußballprofi

Könnte auch beim FSV zur Allzweckwaffe werden: Felix Drinkuth (r., hier im Test gegen Meuselwitz).
Könnte auch beim FSV zur Allzweckwaffe werden: Felix Drinkuth (r., hier im Test gegen Meuselwitz).  © Picture Point/Gabor Krieg

Der smarte Schleswig-Holsteiner weiß seither, welches Privileg ein Fußballprofi genießt. 

"Ich bin damals 6.30 Uhr aufgestanden, wenn ich im Lager arbeiten musste 5.30 Uhr. Neun Stunden später ging es zum Training." 

Drinkuths Leistungen (83 Regionalligaspiele/33 Tore) tat das keinen Abbruch und die Mühen machten sich bezahlt.

"Am 23. Januar hatte ich meine Ausbildung beendet, einen Tag später beim SC Paderborn unterschrieben und tags darauf wurde ich zu den Sportfreunden Lotte verliehen, für die ich gleich gegen 1860 München zum Einsatz kam", blickt Drinkuth zurück.

Nach dem Drittliga-Abstieg der Sportfreunde führte sein Weg im Sommer 2019 zu Torsten Ziegners HFC. 

"Anfangs lief alles für uns. Wir sind noch am 13. Spieltag auf dem ersten Platz gewesen und ich bin auf meine Einsätze gekommen." 

Drinkuth war eine Allzweckwaffe, kam als Linksaußen, hinter den Spitzen oder Zehner zum Einsatz: "Wir hatten bereits über eine Verlängerung mit Option für die 2. und 3. Liga gesprochen."

Einen fast beispiellosen Absturz des HFC und zwei Trainerwechsel später war davon keine Rede mehr und Drinkuth stand im Sommer ohne Verein da. 

"Ich bin zunächst mit meiner Freundin in den Urlaub gefahren, um abzuschalten. Dann kamen die ersten Gespräche mit Joe Enochs und Toni Wachsmuth."

Mit einem guten Gefühl fuhr er nach Hause, beriet sich mit der Familie und unterschrieb für ein Jahr plus Option. Drinkuth: "Ich traue uns einen sicheren Mittelfeldplatz zu, den wir hoffentlich frühzeitig erreichen."

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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