Fünf unter 23! FSV Zwickau setzt nun auf die Jugend

Zwickau - Jugend forscht beim FSV Zwickau! Zum ersten Heimspiel gegen Borussia Dormund II. setzte Joe Enochs (49) gleich fünf Spieler unter 23 Jahren ein. Der jüngste unter ihnen, Yannic Voigt (18), ist nicht mal halb so alt wie Torjäger Ronny König (38).

Mit 18 der Jüngste im FSV-Team: Yannic Voigt (18, r., hier gegen den Dortmunder Tobias Raschl).
Mit 18 der Jüngste im FSV-Team: Yannic Voigt (18, r., hier gegen den Dortmunder Tobias Raschl).  © Picture Point/Roger Petzsche

Dass Zwickau verstärkt junge Talente einbindet, erfüllt mehrere Zwecke. "Im 20er-Kader müssen mindestens vier Spieler stehen, die zum 1. Juli unter 23 Jahren alt sind und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen", erklärt Sportchef Toni Wachsmuth (34).

Das trifft neben Voigt auf folgende Schwäne zu: Dustin Willms (22), Yannik Möker (22), Felix Brand (20), Luca Horn (22), Marius Hauptmann (21) sowie die Ersatztorhüter Matti Kamenz (22) und Max Sprang (21). US-Boy Johan Gomez (20) ist zwar auch 'U23' erfüllt aber nicht die Regel.

"Die 3. Liga hat sich auf die Fahne geschrieben, Sprungbrett für junge Spieler zu sein", hebt Wachsmuth hervor. Insofern haben die Westsachsen extremen Nachholbedarf, was die eigene Nachwuchsförderung anbelangt. Wachsmuth: "Die Zertifizierung für das Nachwuchsleistungszentrum ist für immens wichtig und soll in dieser Saison erfolgen - bestenfalls sogar noch in diesem Kalenderjahr."

FSV Zwickau empfängt Aufsteiger SC Freiburg II.: Enochs muss jonglieren
FSV Zwickau FSV Zwickau empfängt Aufsteiger SC Freiburg II.: Enochs muss jonglieren

Denn was die Durchlässigkeit beim eigenen Nachwuchs angeht, sieht es gelinde gesagt mau aus. "Bislang konnten in der 3. Liga noch keine Spieler aus den eigenen Reihen eingebunden werden", so Wachsmuth.

Damit es mehr Geld gibt: Zertifizierung als Nachwuchsleistungszentrum muss schnell erfolgen

Muss jetzt verstärkt auf den eigenen Nachwuchs schauen: FSV-Sportdirektor Toni Wachsmuth (34).
Muss jetzt verstärkt auf den eigenen Nachwuchs schauen: FSV-Sportdirektor Toni Wachsmuth (34).  © Picture Point/Gabor Krieg

Je länger dieser Zustand andauert, desto mehr Geld entgeht den Westsachsen. Jährlich verteilt der DFB rund 2,95 Mio. Euro unter den Drittligisten (ausgenommen zweite Mannschaften).

Wer ein Nachwuchsleistungszentrum besitzt, streicht pauschal 100.000 Euro aus dem Fördertopf ein. Befindet sich ein NLZ im Aufbau, gibt es schon einmal 50.000 Euro.

Ebenfalls vergütet werden die Einsatzzeiten von Spielern mit deutschem Pass, die zum 1. Juli das 21. Lebensjahr noch nicht begonnen hatten. In Zwickau erfüllen aktuell Voigt und Brand dieses Kriterium. Letzte Saison war es das Duo Möker und Hauptmann. Sie kamen auf 1311 Minuten.

FSV-Coach Enochs: "Wir wünschen uns alle, den ersten Heimsieg einzufahren"
FSV Zwickau FSV-Coach Enochs: "Wir wünschen uns alle, den ersten Heimsieg einzufahren"

Zwickau spülte das unter Strich 53.976 Euro (Ligaschnitt: ca. 155.000 €) in die Kasse. Wären beide im eigenen Nachwuchs ausgebildet worden, hätte die Kasse noch stärker geklingelt.

Zum Vergleich: Absteiger Unterhaching strich 465.000 Euro ein. Die Aufsteiger Ingolstadt (405.000 €) und Dresden (306.000 €) folgten auf den Plätzen.

Titelfoto: Picture Point/Roger Petzsche

Mehr zum Thema FSV Zwickau: