Mülsen - "Ich hatte hier eine schöne Zeit und es hat sich gut angefühlt, zurückzukommen", sah man Morris Schröter (30) am Mittwochabend nach dem Testspiel des FSV Zwickau gegen die SpVgg Greuther Fürth II. (1:1) an, wie sehr er es genoss, mal wieder ins rot-weiße Jersey geschlüpft zu sein. Für wie lange, das ist die Preisfrage.
Schröter, dessen Vertrag bei 1860 München ausgelaufen war, will gerne in der 3. Liga bleiben, woraus er auch gar keinen Hehl macht, sich aber dennoch eine Hintertür offen hält: "Ein Wechsel in die Regionalliga ist nicht mein präferierter Fokus, so ehrlich muss man schon sein. Aber im Fußball sollte man niemals nie sagen."
Als vereinsloser Spieler hat man in der Sommerpause die Wahl sich selbst fit zu halten oder aber als Probespieler bzw. Gastspieler unterzukommen und dadurch auch Spielpraxis zu sammeln. Genau das ist in Zwickau gegeben, wo Schröter so lange mitagieren darf, wie er will. Das hatte Sportdirektor Robin Lenk (42) TAG24 kürzlich erklärt.
"Ich wollte mich fit halten und bekam das Angebot aus Zwickau von 'Lenker', was ich sehr cool fand und mich echt gefreut hat. Das ist ein Gesamtpaket, was für mich super ist", so Schröter.
Zwischen 2015 und 2021 hat Morris Schröter (30) in Zwickau Spuren hinterlassen
Und dieses Gesamtpaket beinhaltet Komponenten, die sich auch außerhalb des Rasens abspielen und einem jeden Spieler hinuntergehen wie Öl. Denn was war das für ein Applaus, den Schröter in Stangendorf bekam, als er zur 78. Minute gegen das Kleeblatt eingewechselt wurde?
Nach Abpfiff "musste" er fleißig Autogramme geben. Dann erspähte er einen Zaungast, dem er unbedingt Hallo sagen wollte und mit ihm die Laufbahn entlang schlenderte: Ex-Mannschaftskollege Julius Reinhardt.
Schröter: "Es ist ein bisschen wie nach Hause zu kommen. Die Wege, das Stadion: man kennt einfach alles. Ich bin lange hier gewesen." Und in seiner Zeit zwischen 2015 und 2021 hat der mittlerweile 30-jährige Mittelfeldspieler Spuren hinterlassen.
Unvergessen sein 3:2-Siegtor gegen Eintracht Braunschweig am drittletzten Spieltag der Corona-Saison 2019/20, der die finale Aufholjagd des FSV Zwickau einläutete und nach dem Sieg gegen den Chemnitzer FC und dem Remis bei Waldhof Mannheim im Last-Minute-Klassenerhalt gipfelte.