Schwere Vorwürfe aus dem Aufsichtsrat: Die Führungskrise beim FSV Zwickau geht weiter!

Zwickau - Gelebter Zusammenhalt ist beim FSV Zwickau nie eine Floskel, sondern Tatsache gewesen. Das trug den Verein, kitzelte jene Prozente heraus, die aus wenig Etat viel Leistung machten. Das ruhige Umfeld gab erst Aufstiegscoach Torsten Ziegner (44) und seit vier Jahren Joe Enochs (50) die notwendige Rückendeckung, um ihre Mannschaft auf das Wesentliche einzuschwören. Doch mit der Ruhe ist es vorbei.

Im FSV-Aufsichtsrat brodelt es. Toralf Thümmler (2.v.r.) erhebt schwere Vorwürfe.
Im FSV-Aufsichtsrat brodelt es. Toralf Thümmler (2.v.r.) erhebt schwere Vorwürfe.  © FSV Zwickau

Nachdem mit Vorstandssprecher Tobias Leege (45), Vertriebsvorstand Toralf Wagner sowie Olaf Albrecht, Geschäftsführer der Spielbetriebsgesellschaft mbH, drei Führungskräfte öffentlichkeitswirksam aufgrund von Querelen mit dem Aufsichtsrat das Handtuch warfen, offenbaren sich auch innerhalb des Aufsichtsrates erste Risse.

Am späten Mittwochabend ging Gremiumsmitglied Toralf Thümmler mit einer "Mitgliederinformation" an die Öffentlichkeit. Darin erhebt er schwere Vorwürfe gegen seine Kollegen aus dem FSV-Aufsichtsrat und bestätigt die im letzten Jahr erhobenen Vorwürfe gegen den ehemaligen Vorstand.

Weiterhin sei ein potenzieller Kandidat für den am 15. Mai dieses Jahres neu gewählten Aufsichtsrat im Vorfeld von einem aktuell "handelnden Mitglied" selbigen Gremiums kontaktiert worden. "Dies nötigte den Kandidaten, von seiner Kandidatur Abstand zu nehmen", so Thümmler.

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Auch den beabsichtigten Investoreneinstieg habe man versucht zu torpedieren. "In den Tagen nach der Mitgliederversammlung erhielt der neue Aufsichtsrat durch die Geschäftsführung der Spielbetriebsgesellschaft mbH und den Vorstand Informationen zum Stand der Verhandlungen mit potenziellen Investoren. Diese haben übrigens nichts mit der Lizenzierung zu tun, sondern sollen zusätzliche Mittel für den Profibereich generieren", so Thümmler.

Thümmler droht mit Rückzug beim FSV Zwickau

"Dabei wurde auch informiert, dass zumindest Teile der Investoren Wert auf Stillschweigen und absolute Anonymität legen. Dies wurde sogleich umgangen und durch eine dritte Person ein Termin mit einem Aufsichtsratsmitglied anberaumt, in dem ein Investor berichtete und auch alle Namen und Schriftverkehr der anderen Investoren bekannt gab", hieß es weiter in der "Mitgliederinformation".

"In der folgenden Aufsichtsratssitzung, am 1. Juni, wurde über das Treffen informiert und auch hier wurden die erhaltenen Informationen, wie z. B. die Namen, kundgetan. Zusätzlich zum Aufsichtsrat war der Ehrenrat sowie zwei Personen, zu dem Zeitpunkt ohne Funktion beim FSV Zwickau e. V., anwesend", führt das Gremiumsmitglied in seiner Aussage weiter an.

"Auch diese erhielten so Kenntnis über die benannten Informationen. Das ist nach meiner Meinung eine klare Pflichtverletzung und schadet im schlimmsten Fall dem Verein", so Thümmler, der nicht nur Indiskretionen, sondern auch das Übermitteln falscher bzw. nicht vollständiger Sitzungsprotokolle anprangert und seinen Rückzug androht.

Titelfoto: FSV Zwickau

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