Lok muss für Becher-Wurf auf FSV-Busfahrer blechen
Leipzig/Zwickau - Es war der unrühmliche Moment in einem sonst atemberaubend packenden Spitzenspiel im Bruno-Plache-Stadion Anfang Dezember: Beim 2:0-Auswärtssieg des FSV Zwickau hatte ein Anhänger von Lok Leipzig einen mit Kiessplit gefüllten Plastikbecher vom Zuschauerbereich auf der Gegengerade in Richtung der Gästebank geworfen und den Busfahrer des FSV Zwickau am Kopf getroffen.
Stephan Mildner trug eine Platzwunde davon und musste vor Ort medizinisch versorgt werden. Er bekam einen Kopfverband angelegt und konnte die Schwäne nicht zurückfahren. Kurzerhand sprang seine Lok-Kollegin ein.
Für die Messestädter hatte das Ganze jetzt ein Nachspiel vor dem NOFV-Sportgericht. Das verdonnerte Loksche aufgrund des unsportlichen Verhaltens zu einer Geldstrafe in Höhe von 4000 Euro, wovon bis zu 1600 Euro für sicherheitstechnische und gewaltpräventive Maßnahmen verwendet werden können.
"Die Strafe sowie weitere entstandene Kosten werden wir versuchen, vollumfänglich auf den ermittelten Täter umzulegen", sagt Lok-Geschäftsführer Martin Mieth in einem Vereinsstatement.
Ursprünglich war eine Strafe von 10.000 Euro angesetzt worden
Ursprünglich war eine deutlich höhere Strafe von 10.000 Euro angesetzt worden, was im Zuge der Verhandlung jedoch angepasst wurde.
Das Gericht habe bei der Urteilsfindung insbesondere gewürdigt, dass der Regionalligaspitzenreiter von Beginn an vollumfänglich zur Sachverhaltsklärung beigetragen hat, keine Schutzbehauptungen aufgestellt wurden und der Täter dank umstehender Fans und Security zeitnah identifiziert und der Polizei übergeben werden konnte.
Zudem wurden vereinsrechtliche Maßnahmen, einschließlich eines Stadionverbotsverfahrens, unverzüglich eingeleitet.
Bei wiederholtem und fortgesetztem unsportlichen Verhalten von Zuschauern könne künftig allerdings auch ein Ausschluss oder begrenzter Ausschluss der Öffentlichkeit in Betracht kommen.
Titelfoto: Montage: PICTURE POINT/Gabor Krieg + privat
