Das sagt Hertha-Coach Stefan Leitl über die heiß diskutierte Reese-Rückkehr
Berlin - Es ist angerichtet: Im Spitzenspiel der 2. Bundesliga trifft Tabellenführer Hertha BSC am Samstag (20.30 Uhr/Sky, RTL+, Nitro) unter Flutlicht und vor rund 70.000 Zuschauern auf den drittplatzierten VfL Wolfsburg ... und es ist die Rückkehr eines gefallenen Helden.
Fabian Reese (28) wird nach seinem umstrittenen Sommer-Wechsel zum Ligarivalen erstmals ins Berliner Olympiastadion zurückkehren und wohl alles andere als einen herzlichen Empfang bekommen, schließlich wurde er bereits in anderen Stadien teilweise gnadenlos ausgepfiffen.
Stefan Leitl (49) wollte das bei der Pressekonferenz am Donnerstag aber gar nicht überbewerten. "Ich möchte das auch wirklich emotionslos und sehr nüchtern betrachten: Es ist das Spiel Hertha gegen Wolfsburg", betonte er.
Seine persönliche Verbindung zu Reese sei "nach wie vor gut und da ist auch nichts hängen geblieben und ich freue mich auch, dass er zurückkommt [...], aber der Fokus liegt auf meiner Mannschaft und auf meinen Jungs", unterstrich der Hertha-Coach.
Zudem sei es auch die "falsche Herangehensweise, sich nur auf Fabi zu konzentrieren. Wir wissen, was Fabi kann, dass er ein herausragender Spieler ist, aber da gibt's noch zehn weitere im Kader", gab der 49-Jährige zu bedenken. Schließlich sei der VfL für das deutsche Unterhaus überdurchschnittlich gut besetzt.
Hertha-Coach Stefan Leitl: "Wir gehen rein, wir haben Bock, dieses Spiel zu spielen und lassen laufen"
Es sei "das alles Entscheidende", die eigene Leistung auf den Platz zu bekommen "und das drumherum blenden wir sowieso aus und sollte auch nicht zu viel an Bedeutung nehmen, weil zwei, glaube ich, absolute Top-Mannschaften in der 2. Liga gegeneinander spielen", stellte Leitl fest.
Er sehe in dem Kracher-Duell keinen Unterschied zum Top-Spiel gegen Kaiserslautern. "Was soll ich sagen, wir haben 28 Punkte. Wir haben gar keinen Druck. Wir gehen rein, wir haben Bock, dieses Spiel zu spielen und lassen laufen", kündigte er an.
Dennoch steht die Partie nicht nur für Reese unter einem besonderen Stern, denn es ist auch die Rückkehr von Bence Dardai (20) und Muhammed Damar (22), die beide bei der Alten Dame ausgebildet wurden. Den entgegengesetzten Weg hat Paul Seguin (31) genommen, der bei den Wölfen groß geworden ist und auch Josip Brekalo (28) kickte schon in der Autostadt.
Im Gegensatz zu dem wohl eisigen Empfang für den ehemaligen Hertha-Kapitän steht der Spieltag übrigens unter dem Motto "Hertha wärmt". Die Aktion der aktiven Fanszene findet bereits zum 15. Mal in Kooperation mit der Berliner Stadtmission statt.
Zuschauer können im Vorfeld der Begegnung Kleider- und Sachspenden auf dem Olympischen Platz abgeben, die dann Wohnungslosen zugutekommen.
Titelfoto: Andreas Gora/dpa

