Greift Hertha jetzt doch wieder ins Aufstiegsrennen ein? Bloß nicht hoffen!

Berlin - Geht da jetzt doch wieder was in Sachen Aufstieg bei Hertha BSC? Eigentlich war die Tür zur Bundesliga schon zu, jetzt ist sie doch wieder auf - zumindest einen Spalt.

Marten Winkler (23, l.) lässt sich nach dem Glückstor zum 1:0 feiern.
Marten Winkler (23, l.) lässt sich nach dem Glückstor zum 1:0 feiern.  © Sebastian Kahnert/dpa

Die Berliner robben sich langsam wieder ran. Waren die Aufstiegsränge nach der ernüchternden 2:5-Blamage in Paderborn noch in weiter Ferne, ist jetzt wieder Licht am Horizont.

Fünf Punkte trennen die Alte Dame vom Relegationsrang. Dazu kommt: Hertha ist in bestechender Form. Aus den letzten fünf Spielen holte der Hauptstadtklub starke 13 Punkte.

Seitdem Hertha nach der Paderborn-Klatsche den Aufstieg schon abgehakt hatte, punktet das Team wieder regelmäßig, selbst wenn eigentlich wie in Dresden nichts für die Leitl-Elf spricht oder die Berliner in Münster noch einen letzten Konter fahren können. Aber reicht das auch, um noch oben anzugreifen?

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Sechs Spiele sind noch zu gehen. Sechs Spiele, in denen jeder Patzer das Ende der Saison bedeuten könnte.

Beginnt bei den Anhängern nun wieder das Rechnen, ruft bei Hertha niemand nun wieder den Aufstieg aus. "Für uns hat sich nichts geändert. Wir punkten genauso wie die anderen fünf vor uns. Wir kommen aktuell nicht ran", sagte Stefan Leitl (48) nach dem 1:0 in Dresden.

Hertha redet nicht über Aufstieg - und das ist gut so

Alle zum Matchwinner: Für Elfmeterheld Tjark Ernst (22, 2.v.l.) gibt es eine Gruppenumarmung.
Alle zum Matchwinner: Für Elfmeterheld Tjark Ernst (22, 2.v.l.) gibt es eine Gruppenumarmung.  © Sebastian Kahnert/dpa

Hertha denkt weiter von Spiel zu Spiel - und das ist richtig so. Der Mannschaft tut es gut, nicht ständig diesen Aufstiegsdruck zu haben. Oder über die Bundesliga zu reden. Stattdessen konzentriert sich das Team auf das Wesentliche: das Spiel.

Klar ist: Die Spitzenteams nehmen sich noch gegenseitig die Punkte weg. So muss der Tabellendritte Elversberg noch gegen Schalke, Darmstadt und Paderborn ran. Darmstadt, mit 50 Punkten Vierter, spielt beispielsweise noch gegen Hannover, Elversberg und Paderborn.

Die Alte Dame hingegen, die jetzt ihre Siegesserie in der Hinrunde erlebte, hat alle direkten Duelle schon weg. Mit Kaiserslautern (Platz 7) kommt am Samstag der letzte Gegner aus dem oberen Tabellendrittel ins Olympiastadion. Die Erfahrung aber hat gezeigt, dass spätestens dann, wenn die Chance da war, jetzt wirklich oben anzugreifen, der Patzer folgte.

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Hertha, die in drei Jahren 2. Liga nicht einmal besser als Platz fünf waren, sind den Stempel Spitzenteam bislang schuldig geblieben. Immer wenn es drauf ankam, versagten die Nerven.

Auch deshalb blickt so mancher Hertha-Fan trotz toller Ausblicke, so paradox es klingt, sorgenvoll auf die Tabelle bzw. das Restprogramm. Sie wollen nicht wieder hoffen, um dann doch erneut enttäuscht zu werden.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

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