Hertha BSC: Darum ist der Aufstieg geplatzt
Berlin - Verdient war es nicht - und doch steht das 0:1 gegen Kaiserslautern sinnbildlich für die Saison: Wenn die Chance da ist, oben anzugreifen, lässt Hertha BSC in aller Regelmäßigkeit die aufkommenden Hoffnungen selber platzen.
Viel vorwerfen kann man den Berlinern eigentlich nicht: 19:11 Torschüsse, fast 60 Prozent Ballbesitz, 21 Flanken und ein glänzend aufgelegter Gästekeeper. Der Ball wollte einfach nicht über die Linie gehen.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Hertha tut sich weiter schwer das Spiel selber zu gestalten.
Vor allem in der ersten Hälfte verpasste es die Alte Dame sich für den dominanten Auftritt zu belohnen. Bis auf zwei Distanzschüsse hatte Julian Krahl (26) allerdings auch wenig zu tun.
Und auch all die vergebenen Hochkaräter samt Pfosten-Pech kamen erst in der Schlussphase. "Da würde ich schon sagen, dass es eine Qualitätssache ist. Weil, wir müssen die Tore ja machen", sagte Paul Seguin (31).
So verfestigt sich der Eindruck, dass der Hauptstadtklub keine Lösungen findet, sobald ein Gegner den Berlinern eher den Ball überlässt. Etwas das vor allem Zuhause vorkommt, wenn die Alte Dame die Rolle des Spielgestalters übernehmen muss. Dann kann die Mannschaft von Stefan Leitl (48) die gefürchtete Konterstärke nur selten ausspielen.
Hertha BSC ist wieder zu heimschwach
Das spiegelt sich wiederum in der Heimbilanz wider. Die ist gelinde gesagt ausbaufähig. Im eigenen Wohnzimmer holte Hertha erst 20 Punkte in 15 Spielen. Generell feierten die Berliner erst fünf Heimsiege, davon nur einen (!) in der Rückrunde. Viel zu wenig, um oben anzugreifen.
So zeigt der elfte Platz in der Heimtabelle, dass Hertha eben kein Spitzenteam ist. Schon vergangene Saison war die Heimschwäche beinah Dauer-Thema. Da waren die Berliner gar das heimschwächste Team der Liga (nur 17 Punkte). Um aber aufzusteigen, reicht die Auswärtsstärke (2. Platz) nicht. Hertha muss viel mehr Spiele im Olympiastadion für sich entscheiden. Auch, weil die Konterstärke unterbunden wird und spielerische Lösungen gefragt sind.
Titelfoto: Andreas Gora/dpa
