Hertha BSC "gut gerüstet": Mit "Schweine-Einheit" den Knoten platzen lassen

Berlin - Bei der Causa Windhorst, sowie der erfreulichen Nachricht bei Jean-Paul Boëtius (28), der wie bei Marco Richter (24) nach seiner Hodenkrebs-Diagnose keine Chemo-Therapie benötigt, ist es fast schon in Vergessenheit geraten, dass Hertha BSC auch ein wichtiges Fußballspiel bestreitet. Die Berliner empfangen am morgigen Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) TSG 1899 Hoffenheim.

Sandro Schwarz kann auf alle seine Nationalspieler zurückgreifen. Dodi Lukebakio (25, 2.v.l.) traf für Belgien beinah per Fallrückzieher.
Sandro Schwarz kann auf alle seine Nationalspieler zurückgreifen. Dodi Lukebakio (25, 2.v.l.) traf für Belgien beinah per Fallrückzieher.  © Thomas Frey/dpa

"Wir sind gut gerüstet", kündigte Trainer Sandro Schwarz (43) an. Nach drei freien Tagen bereitet sich die Mannschaft seit Dienstag auf die Kraichgauer vor, seit Donnerstag sind auch alle Nationalspieler dabei. Das Wichtigste: Keiner hat sich verletzt.

"Wir haben die Länderspielpause sehr sinnvoll genutzt. Letzte Woche noch mit dem Testspiel, dann am Freitag noch eine richtige Schweine-Einheit absolviert, wo die Jungs noch einmal Widerstände zu überwinden hatten", so Schwarz.

Die Richtung stimmt unter dem neuen Coach. Was fehlt, sind die Punkte. Zuletzt gab sein Team in Mainz (1:1) noch dramatisch den Sieg aus der Hand. Zuvor reichte es gegen Leverkusen trotz zweimaliger Führung nur zu einem 2:2.

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So stehen die Blau-Weißen statt im Mittelfeld nur einen Zähler vor der Abstiegszone. "Wir wissen auch im welchen Leistungssport wir uns bewegen. Dennoch ändert sich die Ausgangslage nicht. Wenn wir vier Punkte mehr gehabt hätten, wäre es der gleiche Anspruch gewesen."

Der da wäre: Hertha will die drei Punkte in Berlin behalten. "Es gilt wie immer am Spieltag Leistung zu produzieren, das umzusetzen, was wir trainieren. Die Situation ist nun mal so."

Breitenreiter sieht Hertha als "beste Kontermannschaft der Liga"

Der Respekt ist dennoch auf beiden Seiten groß. Andre Breitenreiter, der Hoffenheim fast unbemerkt nach oben geführt hat (Platz fünf), sprach gar von "der besten Kontermannschaft der Liga". Ein Kompliment, das man in Westend gerne annimmt.

"Wenn du diese Kontersituation hast, dann brauchst du in allererster Linie auch die Balleroberung. Was die Entwicklung angeht, ist es sehr ordentlich - mit dem Wissen die Angriffe noch präziser auszuspielen", sieht Schwarz auch noch Verbesserungspotential.

Doch auch beim Gegner ist für den 43-Jährigen die Handschrift des neuen Trainers klar zu erkennen. "Sie haben eine enorme individuelle Qualität. Das ist eine Hausnummer am Sonntag." Das sehen die Fans etwas anders. Rund 40.000 Zuschauer werden im Olympiastadion erwartet, darunter 200 (!) Gästefans.

Titelfoto: Thomas Frey/dpa

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