Hertha feiert irren Kantersieg: Erst Albtraum-Start, dann folgt die Reese-Show

Düsseldorf - Was für eine verrückte erste Halbzeit. Hertha BSC erwischte beim 5:2 (4:1) bei Fortuna Düsseldorf erst einen absoluten Katastrophen-Start, kam dann aber richtig ins Rollen. Vor allem Fabian Reese war kaum zu stoppen.

Fabian Reese (28) zeigt mal wieder seine ganze Klasse
Fabian Reese (28) zeigt mal wieder seine ganze Klasse  © Anke Waelischmiller/dpa

Schon in den ersten Minuten lief alles schief, was schieflaufen konnte. Mit dem ersten guten Angriff ging Fortuna in Führung - durch ein Eigentor. Tjark Ernst rauschte am Ball vorbei, dafür bekam ihn Linus Gechter, der noch vor Cedric Itten retten wollte, an die Schulter. Der Blitz-Rückstand nach nur fünf Minuten.

Und es wurde noch schlimmer: Nach einem Zusammenstoß ging es für Marton Dardai nicht mehr weiter. Ausgeknockt musste der Innenverteidiger schon früh ausgewechselt werden (9. Minute).

Frühes Gegentor, Abwehrchef verloren, Lattentreffer der Fortuna - viel sprach nicht für Hertha, die Glück hatten sich nicht das zweite zu fangen. Auch der VAR meinte es nicht mit den Berlinern. Obwohl Dawid Kownacki klar gestempelt wurde, blieb der Elfmeterpfiff auch nach der Überprüfung im Kölner Keller aus.

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Der Hauptstadtklub ließ sich davon aber nicht beeindrucken, fand besser ins Spiel und schlug durch Fabian Reese zurück. Allein vor dem Kasten lupfte der Kapitän das Spielgerät über Kastenmeier hinweg ins Tor (18.). Was für ein schöner Ausgleichstreffer.

Vier Tore in einer Halbzeit: Hertha BSC wie im Rausch

Das 1:1 sehenswert per Lupfer.
Das 1:1 sehenswert per Lupfer.  © Anke Waelischmiller/dpa

Nur zwei Minuten später stand der Flügelflitzer wieder im Mittelpunkt. Der Pfosten verhinderte ein Traumtor. Machte aber nichts. Marten Winkler nahm Tempo auf, Kownacki ließ durch und wieder war Reese zur Stelle (26.). Spiel gedreht.

Wer hätte das nach diesem Albtraum-Start noch gedacht? Hertha hätte gar höher führen müssen, Winkler aber vergab die große Gelegenheit auf den dritten Treffer. Die Gäste aber drückten weiter aufs Gaspedal. Diesmal war Reese nicht der Torschütze, sondern Vorlagengeber. Seine punktgenaue Hereingabe verwerte Kownacki per Kopf (44.).

Ging erst noch alles schief, klappte jetzt fast alles. Erst verhinderte Tjark Ernst mit einer Glanzparade den Anschlusstreffer, dann erhöhte Winkler quasi im Gegenzug - und wie. Der Flügelflitzer rannte fast über den gesamten Platz, um die Kugel sehenswert in den Dreiangel zu jagen (45.).

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Im zweiten Durchgang ließen es die Berliner etwas ruhiger angehen, doch Fortuna gab sich hier noch nicht geschlagen. Cedric Itten verkürzte per Kopf (54.). Nur noch 2:4 und noch viel Zeit auf der Uhr.

Die Alte Dame verwaltete nur noch, während Düsseldorf weiter an der Aufholjagd arbeitete. Ein weiterer Treffer sollte den Gastgebern aber nicht mehr gelingen. Stattdessen machte Luca Schuler an seinem Geburtstag in der Nachspielzeit den Deckel drauf.

Titelfoto: Anke Waelischmiller/dpa

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