Hertha-Horror geht weiter: Doppelpacker Ebnoutalib versaut Leitls Geburtstag

Berlin - Das hat sich Stefan Leitl an seinem 48. Geburtstag sicherlich anders vorgestellt: Hertha BSC ist vor heimischer Kulisse mit 0:2 (0:1) gegen Elversberg chancenlos geblieben und wartet weiter auf den ersten Saison-Sieg in der 2. Bundesliga.

Younes Ebnoutalib (M.) schiebt den Ball zur Elversberger Führung an Tjark Ernst (r.) vorbei - Toni Leistner kommt mit seiner Grätsche zu spät.
Younes Ebnoutalib (M.) schiebt den Ball zur Elversberger Führung an Tjark Ernst (r.) vorbei - Toni Leistner kommt mit seiner Grätsche zu spät.  © Andreas Gora/dpa

"Drei Bälle, drei Punkte", ließ Sky-Experte Torsten Mattuschka das Geburtstagskind im Vorfeld wissen. Leitl bekam als Geburtstagsgeschenk nämlich drei Tennisbälle geschenkt, da er gern Padel-Tennis spielt. Es sollte ein frommer Wunsch bleiben.

Die Hausherren bekamen vor 39.680 Zuschauern im heimischen Olympiastadion schon früh die eiskalte Dusche! Die Gäste waren von Beginn an druckvoll und erzwangen bereits nach fünf Zeigerumdrehungen den entscheidenden Fehler zur Führung, bei der Marton Dardai gleich zweimal mehr als unglücklich aussah.

Erst blockte Lukas Petkov seinen Befreiungsschlag, bevor er vom Torschützen Younes Ebnoutalib ausgetanzt wurde, der die Kugel aus spitzem Winkel auch noch rotzfrech in die kurze Ecke schob. Es war nicht der erste Lapsus, der Dardai in dieser Saison unterlief.

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Die "Elv" blieb in der Folge spielbestimmend und kontrollierte die Partie. Nach rund 15 Minuten waren erste Pfiffe im Stadion zu hören. Hertha gelang bis zu diesem Zeitpunkt rein gar nichts.

Die Blau-Weißen hatten sogar Glück, dass Lasse Günthers Strahl nach 32 Minuten nur gegen den linken Pfosten klatschte. Das 2:0 für die Saarländer wäre hochverdient gewesen.

Stefan Leitl (48) hat am Freitagabend keinen schönen Geburtstag an der Seitenlinie verlebt.
Stefan Leitl (48) hat am Freitagabend keinen schönen Geburtstag an der Seitenlinie verlebt.  © Andreas Gora/dpa

Elversberg erstickt Hertha-Strohfeuer im Keim, Gechter mit Gelb-Rot runter

Younes Ebnoutalib (r.) hat keine Mühe zum 2:0 zu netzen.
Younes Ebnoutalib (r.) hat keine Mühe zum 2:0 zu netzen.  © Andreas Gora/dpa

Kurz darauf meldeten sich dann auch die Berliner endlich im Spiel an - der Abschluss von Maurice Krattenmacher war aber letztendlich harmlos. Es sollte die einzige Chance bleiben. Zur Halbzeit wurden die Pfiffe im Stadion folgerichtig lauter.

In der Pause wurde Dardai von seinem Coach erlöst, der stattdessen Youngster Kennet Eichhorn in die Partie schickte. Der Hauptstadtklub war jetzt besser im Spiel, konnte sich aber keine gefährlichen Torchancen erspielen.

Das kurze Strohfeuer wurde von Elversberg aber im Keim erstickt. Nach einem Ballverlust kombinierte sich die Gastmannschaft sehenswert vors Hertha-Tor, wo Ebnoutalib in der 59. Minute erneut netzte.

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Zu allem Überfluss flog dann auch noch Linus Gechter nach 77 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz. Damit erwies er seiner Mannschaft nicht nur in dieser Partie einen Bärendienst, sondern verschärft die Abwehrprobleme bei den Spree-Athenern zusätzlich.

Elversberg hatte anschließend keine Mühe, die Führung ins Ziel zu bringen. Die Hauptstädter fielen in der Schlussphase nur noch durch Frustfouls auf, sodass Schiedsrichter Wolfgang Haslberger noch die eine oder andere Gelbe Karte verteilen musste. In der anstehenden Länderspielpause muss dringend etwas passieren, sonst steht die Saison für Hertha BSC schon früh unter keinem guten Stern.

Nach dem Schlusspfiff ist die Enttäuschung bei Hertha BSC riesengroß gewesen.
Nach dem Schlusspfiff ist die Enttäuschung bei Hertha BSC riesengroß gewesen.  © Andreas Gora/dpa

Statistik zum Spiel zwischen Hertha BSC und SV Elversberg

2. Bundesliga, 4. Spieltag

Hertha BSC - SV Elversberg 0:2 (0:1)

Aufstellung Hertha BSC: T. Ernst - Gechter, Leistner, Marton Dardai (46. Eichhorn) - Eitschberger (78. Berner), L. Jensen (79. Hoffmann), Cuisance, Zeefuik - Thorsteinsson (46. Grönning), Krattenmacher (68. Winkler) - Reese

Aufstellung SV Elversberg: Kristof - Gyamerah (71. Mickelson), Pinckert, Rohr, La. Günther (63. Keidel) - Conde (71. Sickinger), Poreba - Petkow (83. Schmahl), Conté, Zimmerschied (83. Ceka) - Ebnoutalib

Schiedsrichter: Wolfgang Haslberger (Freising)

Zuschauer: 39.680

Tore: 0:1 Ebnoutalib (5.), 0:2 Ebnoutalib (59.)

Gelbe Karten: L. Jensen (2), Leistner (1), Zeefuik (1) / La. Günther (1), Conde (2)

Gelb-Rote Karten: Gechter (77./wiederholtes Foulspiel) / -

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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