Hertha schafft Historisches: Reese ist zu gut für diese Liga

Berlin - Wo stünde Hertha BSC nur ohne ihn? Beim 5:2 in Düsseldorf war Fabian Reese (28) einmal mehr der Unterschiedsspieler. Mit seinem Doppelpack leitete der Flügelflitzer die Wende ein.

Der erste Streich: Fabian Reese (28, M) trifft zum 1:1.
Der erste Streich: Fabian Reese (28, M) trifft zum 1:1.  © Anke Waelischmiller/dpa

Erst machte er es ganz cool, als Reese Florian Kastenmeier (28) überlupfte (18. Minute), dann schlenzte er die Kugel in die lange Ecke (26.), um kurz vor der Pause noch als Assistgeber zu glänzen. Seine perfekte Flanke verwerte Dawid Kownacki (29) per Kopf zum zwischenzeitlichen 3:1 (44.).

Zwei Buden, eine Vorlage - damit schraubt er sein Torekonto auf neun Treffer hoch, dazu kommen noch elf Vorlagen. Macht insgesamt 20 Scorerpunkte. Keiner in der 2. Liga hat mehr. Es zeigt einmal mehr: Reese ist eigentlich zu gut für diese Liga.

"Wir haben einen guten Matchplan gehabt", lobte Reese bei Sky. "Wir haben im richtigen Moment die Tore gemacht und sind sehr verdient mit der Führung in die Pause gegangen."

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Die Taktik bei Ballgewinn mit den Offensiv-Stars Jospip Brekalo (27), Marten Winkler (23), Reese und Kownacki schnell umzuschalten ging voll auf. Der Konterfußball funktionierte gar so gut, dass die Berliner nicht nur erstmals auch in der Liga einen Kantersieg feiern konnte (zuvor gelang ein 6:1 gegen Lautern im Pokal), sondern gleichzeitig auch noch einen Rekord aufstellten: Noch nie machte ein Zweitligist vier Kontertore in einem Spiel.

Das schönste gelang Winkler, als er sein ganzes Tempo ausspielen konnte, in bester Robben-Manier nach innen zog und den Ball sehenswert in den Knick jagte. Ein absolutes Traumtor zum 4:1 (45.+4).

Rein damit: Marten Winkler (23, 2.v.r.) knallt die Kugel absolut sehenswert ins Tor.
Rein damit: Marten Winkler (23, 2.v.r.) knallt die Kugel absolut sehenswert ins Tor.  © Anke Waelischmiller/dpa

Hertha BSC mit verrückter erster Hälfte

Fabian Reese ist in bestechender Form.
Fabian Reese ist in bestechender Form.  © Anke Waelischmiller/dpa

Dass die Berliner nach Hälfte eins derart hoch führen würden, hatte sich allerdings nicht gerade abgezeichnet. Schon nach vier Minuten lag Hertha hinten, musste dann auch noch nach einen Kopf-Crash Marton Dardai (24,9. Minute) auswechseln und hätte beinah den nächsten Treffer schlucken müssen. Fortuna traf aber nur die Latte.

"Ungünstiger kannst du nicht in ein Spiel starten", brachte es Stefan Leitl (48) auf den Punkt. "Trotzdem Kompliment an meine Mannschaft, wie sie darauf reagiert hat, die Situation angenommen hat und das Spiel drehen konnte."

Der Übungsleiter nutzte die Behandlungspause, für kleine taktische Anweisungen - mit Erfolg. Die Alte Dame kam immer besser in die Partie, dann begann die Reese-Show. "Ich bin sehr zufrieden - vor allem mit der Leistung und mit der Reaktion", so Leitl.

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Nach der Pause verkürzte Cedric Itten (54.) zwar noch einmal, doch den Schlusspunkt setzte Luca Schuler (90.+4) - an seinem 27. Geburtstag. Ein besseres Geschenk als ein Tor und diese verrückte erste Halbzeit kann es kaum geben. Er wird es verschmerzen, dass der Goalgetter mit acht Buden nicht mehr Herthas bester Schütze ist. Schuler wurde natürlich durch Reese abgelöst.

Titelfoto: Anke Waelischmiller/dpa

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