Hertha-Star Brooks geht in die Regionalliga und trifft auf Reese: Neustart für den größten Pechvogel
Berlin - Er bleibt Berlin erhalten! John Anthony Brooks (33) wurde zuletzt mit Energie Cottbus in Verbindung gebracht, hat sich aber anders entschieden. Statt in der 2. Liga um den Klassenerhalt zu kämpfen, kickt der ehemalige US-Nationalspieler zwei Etagen tiefer - in der Regionalliga bei Altglienicke.
Ein echter Transfer-Coup für den ambitionierten Viertligisten: "Ich habe in meiner Karriere gelernt, die besten Transfers sind die, bei denen einer kommt, weil er hier sein will. Bei Jay ging es von der ersten Sekunde an nur um Fußball und um seine Stadt. Das spürst du sofort", so VSG-Sport-Boss Thorsten Mattuschka (45).
Der 252-malige Bundesliga-Spieler soll dem Regionalligisten mit seiner Erfahrung weiter dabei helfen, nach Union und Hertha die dritte Kraft in der Stadt zu werden, und passt perfekt ins Profil: kopfballstark, zweikampfstark, gute Spieleröffnung und Leistungen auf hohem Niveau abgerufen.
Für Brooks selbst ist der Schritt in die Regionalliga nicht nur eine romantische Geschichte, sondern auch eine Art Neustart: Die Rückkehr zu Hertha BSC hatten sich beide Seiten ganz anders vorgestellt.
Als die Alte Dame den Innenverteidiger verpflichtete, sollte er eigentlich Marc Oliver Kempf (31) ersetzen, doch es kam ganz anders. In seinen zwei Jahren kam Brooks auf gerade mal einen einzigen Kurzeinsatz. Er war Herthas größter Pechvogel!
John Anthony Brooks blieb Verletzungspech treu
Kurz vor dem Deadline Day verpflichtet, verletzte sich der Abwehrspieler derart schwer, dass der 33-Jährige die komplette Saison ausfiel. Auch danach blieb ihm das Verletzungspech weiter treu. Erst 17 Monate nach seiner Verpflichtung konnte Brooks beim 1:1 gegen Bochum endlich sein Comeback geben. Es blieb beim Kurzzeit-Comeback, denn eine Oberschenkelverletzung sorgte fürs Saison-Aus.
"Die letzte Zeit war nicht die einfachste meiner Karriere, aber genau deshalb weiß ich heute umso klarer, warum ich Fußball spiele: wegen der Freude am Spiel. Und die habe ich hier vom ersten Moment an gespürt", so Brooks, der mit Teammanager Mauricio Marin (32) eng befreundet ist.
Das befürchtete Karriere-Aus bleibt aus. Stattdessen will der Abwehrspieler dabei helfen, mit Altglienicke ganz oben anzugreifen. Bereits am 24. Juli rollt in der Regionalliga der Ball wieder. Einen Monat später kommt es dann schon zu einem besonderen Kräftemessen: Im DFB-Pokal trifft Altglienicke auf Wolfsburg und damit Brooks auch auf seinen alten Mannschaftskollegen Fabian Reese (28).
Kurios: Da der Regionalligist kein taugliches Stadion besitzt, muss der Klub ausweichen. Das Erstrundenspiel steigt daher auf dem Olympiagelände im Stadion auf dem Wurfplatz - dem Stadion der Hertha-Amateure und der Frauen. Nur wenige Meter vom Schenckendorffplatz entfernt, wo sich Brooks so schwer verletzte.
Titelfoto: IMAGO / Nordphoto

