Hertha wartet weiter auf den ersten Neuen, aber Leitl bleibt positiv: "Wir haben noch Zeit"
Kitzbühel - Am Freitag zum Start des Trainingslagers war Stefan Leitl (48) noch zuversichtlich, dass noch der ein oder andere Neuzugang in Österreich dazustoßen könnte. Fünf Tage später wartet Hertha BSC noch immer auf den ersten Neuen.
In Panik verfällt beim Hauptstadtklub deshalb allerdings keiner. Auch der Trainer bleibt gelassen, erfreut sich stattdessen an den Jungs, die mit in Kitzbühel sind: "Die Jungs bereiten so viel Freude, ziehen voll mit. Wir haben so einen geilen Teamspirit", bleibt der Coach in einer Medienrunde nach dem Testspiel gegen Sundowns positiv. "Ich habe keinen verletzten Spieler. Das macht unheimlich viel Spaß."
Nach insgesamt zwölf Abgängen hat Hertha als einziger Profiverein in ganz Deutschland noch keinen einzigen Neuzugang verpflichtet.
Klar ist aber auch: Das wird nicht so bleiben. "Wir werden sehen, was letztendlich in den nächsten Tagen oder Wochen dann auch geht. Wir haben noch Zeit - bis Ende August. Ich bin auch davon überzeugt, dass was kommen wird."
Priorität hat vor allem ein Stürmer, aber auch ein Linksverteidiger. Gegen Sundowns spielte erst Mayson Grothe (17) links hinten, in der zweiten Halbzeit dann Leih-Rückkehrer Gustav Christensen (21). Eine Dauerlösung ist das aber nicht: "Er macht es wirklich ordentlich, aber ist kein gelernter Defensivspieler. Das kommt ihm glaube ich schon zugute, wie wir jetzt verteidigen", so Leitl. "Aber er ist definitiv ein Offensivspieler."
Hertha BSC hofft auf Luca Schuler: Kevin Sessa überzeugt
Auch im Sturm drückt der Schuh. Mit Talent Niklas Hildebrandt (18) und Sebastian Grönning (29) stehen dem Übungsleiter nur zwei Angreifer zur Verfügung. Luca Schuler (27) arbeitet in Österreich weiter an seinem Comeback, ist aber schon im teilintegrierten Mannschaftstraining. "Luca muss einfach fit werden, weil wir ihn brauchen. Wir haben momentan keine großen Alternativen im Sturm."
Wie von Hertha-Boss Peter Görlich (59) angekündigt, hat Hertha zwar an Qualität verloren, doch so ein großer Umbruch ist auch eine große Chance. Spieler, die vergangene Saison eher zur Kategorie Ergänzungsspieler zählten, schlüpfen in eine neue Rolle.
"Eine neue Hierarchie bildet sich. Das ist ganz normal", so Leitl. "Ich erlebe schon, dass Spieler, die vermeintlich nach außen hin vielleicht nicht so gewirkt haben, jetzt ein bisschen aus dem Schatten heraustreten. Ein Beispiel ist Kevin Sessa, der unfassbar gut coacht, sich einbringt und eine Emotionalität mit reinbringt. Da dürfen gerne andere auch nachziehen."
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