Warum Eitschberger doch bei Hertha bleibt: "Es ist mein Verein und meine Stadt"
Kitzbühel - Er wollte eigentlich schon weg, blieb dann doch, galt dann wieder als Abgangskandidat und überraschte vor dem Start des Trainingslagers mit seiner Vertragsverlängerung: Julian Eitschberger (22) bleibt Hertha BSC lange erhalten.
Und das trotz lukrativer Angebote. Er hätte auch eine Liga höher und gar international spielen können, wie sein Trainer Stefan Leitl (48) verriet. Monza galt als heißer Kandidat. Eitschberger aber sieht seine Zukunft in Berlin.
"Er (Leitl, Anm. d. Red.) hat auch die Gerüchte angesprochen und dann haben wir einfach klar und offen darüber kommuniziert, wie es aussieht, was er für eine Vision mit mir hat. Dann war klar für mich, dass ich bleiben möchte", sagte der Rechtsverteidiger in einer Medienrunde am Rande des Trainingslagers.
Ausschlaggebend waren demnach die Gespräche mit dem Coach, aber auch mit Peter Görlich (59) und Sportdirektor Benjamin Weber (46). "Jeder weiß: Es ist mein Verein und meine Stadt, deswegen möchte ich weiter für Hertha Vollgas geben."
Nach zwei Lehrjahren in der 3. Liga sollte der Rechtsverteidiger bei Hertha den nächsten Schritt gehen. Zunächst verlief auch alles nach Plan. Schnell hatte sich Eitschberger festgespielt, fand sich plötzlich aber nur noch auf der Bank wieder.
Er wollte mangels Spielpraxis weg, flog prompt aus dem Kader und blieb am Ende doch, weil Hertha von seiner Ablöseforderung nicht abrückte - zum Glück. Eitschberger bekannte sich zum Verein, bekam unter Leitl wieder seine Minuten und will nun noch mehr Verantwortung übernehmen.
"Es liegt einfach in meinem Ermessen, dass ich da einfach vorangehen möchte. Er hat einfach gesagt, dass ich weiter Vollgas geben kann. Klar gibt es Konkurrenz, aber ich werde da meine Minuten machen", so Eitschberger.
Eitschberger-Verlängerung positives Zeichen an die Hertha-Fans
25 Ligaspiele für die erste Zweitliga-Saison sind auf den ersten Blick recht ordentlich. Für die Startelf reichte es jedoch nur elfmal. Auch deshalb gab es vor allem im Winter Wechselgedanken. Nun aber hat der 22-Jährige gute Chancen, sich auf der rechten Abwehrseite festzuspielen.
"Meine Entwicklung geht klar nach oben. In den Minuten, die ich hatte, habe ich immer probiert, Gas zu geben und mich zu zeigen", sagte der Rechtsverteidiger.
Seine Unterschrift ist auch ein Zeichen an die Fans, die langsam nervös werden. Noch immer warten die Anhänger auf den ersten Neuzugang. Davon beunruhigen lässt sich das Team allerdings nicht. "Wir Spieler machen uns da jetzt nicht so viele Gedanken. Wir haben eh da keine Kontrolle, können es nicht beeinflussen. Wir haben viele junge Spieler dabei, die auch Bock haben, die Gas geben, und das sieht man."
Hertha steckt mitten im Umbruch. Die Mannschaft hat sich durch die Abgänge von Fabian Reese (28), Michaël Cuisance (26) und Co. stark verändert. Auch die Spielweise wird kommende Saison wohl eine andere sein: "Schwerpunktmäßig wollen wir Mann gegen Mann spielen, vorne draufgehen, die Bälle früh erobern, sodass wir einen kurzen Weg zum Tor haben. Damit wollen wir es natürlich in der Liga auch vielen Gegnern schwer machen. In den ersten Wochen haben wir das gut gemacht."
Titelfoto: Andreas Gora/dpa

