Berlin - Greift Hertha BSC jetzt doch wieder ins Aufstiegsrennen ein? Die Bundesliga hatte die Alte Dame eigentlich schon abgeschrieben, nun aber robben sich die Berliner doch wieder an die Aufstiegsplätze ran.
Fünf Punkte trennen die Blau-Weißen noch vom Relegationsrang drei. Das sah schon deutlich düsterer aus. Nach der 2:5-Klatsche in Paderborn betrug der Abstand noch zehn Punkte.
Doch die Saison abgeschenkt hat Hertha trotz Einkassieren der Aufstiegsträume nicht. Nach 13 Zählern aus fünf Spielen ist die Tür zum Oberhaus zumindest einen Spalt wieder aufgegangen.
Was vor allem Hoffnung macht: das Restprogramm. Im Gegensatz zu Darmstadt, Schalke, Elversberg und Co. hat Hertha vom Papier her den wohl leichtesten Schlussspurt. Die Berliner müssen noch gegen Kaiserslautern (Heim), Braunschweig (Auswärts), Kiel (H), Magdeburg (A), Fürth (H) und Bielefeld (A) ran.
Während sich die Top Fünf gegenseitig die Punkte wegnehmen, kann Hertha weiterhin Boden gutmachen.
So muss der Tabellendritte Elversberg beispielsweise noch gegen Schalke, Darmstadt und Paderborn ran - während der Hauptstadtklub am Samstag mit den Roten Teufeln auf Platz sieben den letzten Gegner aus dem oberen Tabellendrittel im Olympiastadion empfängt.
Auf Hertha BSC warten noch fünf Kellerduelle
Danach folgen "nur" noch Kellerduelle, doch ob das unbedingt ein Vorteil ist? Für Absteiger Kiel, Braunschweig, Magdeburg und Co. geht es um alles. Sie werden Hertha nicht den Gefallen tun, ihnen genügend Räume anzubieten, um ihre größte Stärke, das Kontern, auszuspielen.
Gerade in dieser verrückten 2. Liga kann wirklich jeder jeden schlagen. So verpasste Braunschweig Schalke zum Hinrundenende einen Aufstiegsdämpfer (2:1), Fürth schickte Elversberg mit 2:0 nach Hause und Paderborn musste sich gegen Kiel (2:0) geschlagen geben.
Wie unangenehm es gegen die Abstiegskandidaten werden kann, hat Hertha selber schon am eigenen Leib erfahren. In Münster siegte man durch einen Last-Minute-Konter und in Dresden brauchten die Berliner für den 1:0-Erfolg ebenfalls viel Dusel.
Womöglich redet auch deshalb keiner bei der Alten Dame über den Aufstieg. "Für uns hat sich nichts geändert. Wir punkten genauso wie die anderen fünf vor uns. Wir kommen aktuell nicht ran", sagte Stefan Leitl (48).