Krisengespräch nach Hertha-Ausschreitungen: "Gewalt gegen Polizei werde ich nicht hinnehmen"

Von Arne Richter, Johannes Kohlstedt

Berlin - Es sollte ein großes Fußballfest werden, stattdessen aber beherrschten die Geschehnisse vor Spielbeginn die Schlagzeilen. Die Bilanz: Über 50 Verletzte. Es folgten gegenseitige Vorwürfe - gegen Fans, Polizei und Politik.

Ungewohnter Blick: Die Hertha-Ultras verließen mit Spielbeginn geschlossen den Block.
Ungewohnter Blick: Die Hertha-Ultras verließen mit Spielbeginn geschlossen den Block.  © Andreas Gora/dpa

Mittlerweile hat das Krisengespräch von Hertha BSC mit Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) und der Berliner Polizei stattgefunden - jedoch offenbar ohne konkretes Ergebnis.

Alle Beteiligten versicherten lediglich, weiter gemeinsam nach Lösungen für den Konflikt zwischen Fußball-Anhängern und der Polizei zu suchen.

"Wir hatten heute ein sehr gutes, konstruktives Gespräch mit der Behördenleitung der Polizei Berlin und der Geschäftsführung von Hertha BSC. Ich habe in dem Gespräch klargemacht, dass es in Berlin keine rechtsfreien Räume gibt. Gewalt gegen Einsatzkräfte werde ich nicht hinnehmen", teilte Spranger mit.

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Hertha hatte nach den Vorfällen klare Kante gezeigt und Kritik an dem jüngsten Polizeivorgehen geäußert. Der Verein bewertete das Treffen positiv: "Nach dem heutigen Gespräch zwischen der Innensenatorin Iris Spranger, Vertretern der Polizei Berlin und unserem Geschäftsführer Dr. Peter Görlich ziehen alle Beteiligten ein positives Fazit. Im Mittelpunkt des sehr offenen und konstruktiven Austauschs stand das gemeinsame Ziel, die Voraussetzungen für ein gewaltfreies und sicheres Stadionerlebnis zu stärken."

Massive gegenseitige Vorwürfe: Dialog soll weitergeführt werden

Iris Spranger (64, SPD) kam der Aufforderung zum Dialog nach.
Iris Spranger (64, SPD) kam der Aufforderung zum Dialog nach.  © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Über mögliche Maßnahmen zur Deeskalation schon für das nächste Hertha-Heimspiel am 1. Februar (13.30 Uhr/Sky) im Olympiastadion gegen Darmstadt 98 wurde nichts mitgeteilt. An dem hochrangigen Treffen nahm neben Spranger und Görlich unter anderem auch Berlins Polizeivizepräsident Marco Langner teil, Vertreter der organisierten Fanszene waren aber offenbar nicht dabei.

Zu den Ausschreitungen war es am vergangenen Samstag vor dem Zweitliga-Spitzenspiel gegen Schalke 04 (0:0) am Osttor des Olympiastadions beim Einlass der Heimfans gekommen.

Fans und Polizei warfen sich anschließend gegenseitig vor, durch Provokationen die Gewalt ausgelöst zu haben. Zudem gab es beiderseitige Anschuldigungen exzessiver Gewalt. Laut Polizei wurden 21 Polizisten und 31 Fans verletzt.

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Spranger wurde vom Hauptstadtklub nun zum schnellen Dialog aufgefordert, den die Innensenatorin aufnahm. "Es gab über viele Jahre eine sehr gute Abstimmung zwischen der Polizei Berlin und Hertha BSC, auch im Rahmen von regelmäßigen Sicherheitsgesprächen. Beide Seiten haben vereinbart, dass sie daran anknüpfen und diese Abstimmung intensivieren – das betrifft auch die Nachbereitung der Geschehnisse beim Spiel Hertha BSC gegen den FC Schalke 04", teilte Spranger nach dem Treffen mit.

Gespräche dauern an

Die Alte Dame kündigte eine Fortsetzung der Gespräche an. "Sowohl die Polizei Berlin als auch Hertha BSC haben deutlich gemacht, dass sie die Inhalte auch intern weiter aufarbeiten werden. Zugleich besteht bei beiden Seiten Einigkeit darüber, den Dialog fortzusetzen und in weiteren Gesprächen alle relevanten Akteure an einen Tisch zu bringen, um tragfähige und nachhaltige Lösungen umzusetzen", hieß es.

Man werde über den Fortlauf der Gespräche zu gegebener Zeit informieren.

Titelfoto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa, Andreas Gora/dpa

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