Warum Cuisance Hertha-Wunderkind mahnt: "Ich habe so viele Fehler gemacht"

Lagos (Portugal) - Er weiß, wovon er spricht. Mit gerade mal 18 Jahren und 31 Tagen feierte Michaël Cuisance (26) sein Bundesligadebüt. Der Hype um den Franzosen war groß. Ähnlich groß wie bei Kennet Eichhorn (16). Herthas Wunderkind soll sich bereits in die Notizblöcke aller Top-Klubs gespielt haben.

Michaël Cuisance (26) hat in seiner Karriere schon viel erlebt.  © Robert Michael/dpa

"Was Kenny macht, ist überragend", lobt Cuisance den erst 16-Jährigen in einer Medienrunde am Rande des Trainingslagers, bei dem auch TAG24 vor Ort ist. "Was schwer ist, das zu wiederholen. Ich habe das selbst erlebt. Du bist jung, machst alles, ohne nachzudenken. Alles passt. Im zweiten Jahr ist es schwerer, weil du es wiederholen musst. Das wird die Schwierigkeit für Kenny."

Er weiß, wie schnell es nach oben, aber auch nach unten gehen kann. Nur zwei Jahre nach seinem Bundesligadebüt wechselte er schon zum großen FC Bayern, fiel dort aber mehr durch Eskapaden als durch Leistung auf. Nur 13 Einsätze stehen in seiner Vita. Als Problemprofi verschrien, lief es auch in Frankreich und Italien nicht besser.

Dass auch der Teenager in die falsche Richtung abbiegt, fürchtet der 26-Jährige aber nicht. "Er ist ein sehr seriöser Junge. Er arbeitet hart und hat ein gutes familiäres Umfeld. Das ist gut für ihn."

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Dennoch soll auch er seinen Weg gehen. "Er muss ein Mann werden. Ich habe so viele Fehler gemacht und jetzt bin ich nicht der perfekte Mika, aber ich bin stolz drauf, was aus mir geworden ist."

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Michaël Cuisance darf wieder als Spielmacher ran

Kennet Eichhorn (16, r.) hat sich als Teenager bereits einen Stammplatz erkämpft.  © Andreas Gora/dpa

Bei Hertha BSC ist von einem Problemprofi nichts zu sehen. Vielmehr ist Cuisance (zwei Tore, vier Vorlagen) Leistungsträger - auch dank Eichhorn. Musste er noch zu Saisonbeginn als Sechser aushelfen, darf der Techniker wieder auf seiner Lieblingsposition ran.

"Auf der 10er-Position bin ich mehr frei. Ich kann viel dribbeln, viel für die Mannschaft machen. Besser für mich, besser für die Mannschaft."

Mit Hertha hat Cuisance derweil noch Großes vor: Er will zurück in die Bundesliga. Auch deshalb verlängerte er Ende der vergangenen Saison seinen Vertrag. "Ich bin super happy hier."

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Sollten die Berliner jedoch auch im dritten Jahr den Aufstieg verpassen, dürften angesichts der starken Leistungen Angebote nicht ausbleiben.

"Wenn es nicht klappt, müssen wir reden.", so Cuisance. Der Fokus liegt aber voll auf der Alten Dame: "Ich würde gerne etwas mit Hertha und dieser Mannschaft schaffen. Wir werden alles dafür tun, was wir können. Dieses Jahr oder dann nächstes Jahr. Wenn unsere Zeit kommt, wird es unsere Zeit."

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