Nach Hertha-Aus: Menger spricht über Jarstein und Lotka

Berlin - Die Tür für Rune Jarstein (37) ist schon länger zu. Der Norweger hat bei Hertha BSC keine Zukunft mehr. Sein Vertrag soll aufgelöst werden. Eine Einigung konnte man allerdings nicht erzielen. Stattdessen geht es nun vor Gericht.

Rune Jarstein (37) hat bei Hertha BSC keine Zukunft mehr. Der Keeper klagt gegen die Kündigung.
Rune Jarstein (37) hat bei Hertha BSC keine Zukunft mehr. Der Keeper klagt gegen die Kündigung.  © Swen Pförtner/dpa

Rückblick: Mitte August war der 37-Jährige mit Torwarttrainer Andreas Menger (50) heftig aneinandergeraten. So heftig, dass das klärende Gespräch mit dem Rauswurf der langjährigen Nummer eins endete.

"Es ist was vorgefallen, was nicht der Tagesordnung entspricht. Das war schon ein bisschen heftiger", sagte Fredi Bobic. "Kritisch kann man sein, aber die Tonalität und die Sprache waren komplett falsch."

Was genau vorgefallen ist, konnte und wollte der Manager aber nicht verraten. Laut Sport Bild sollen angeblich Schimpfwörter wie "Arschloch" gefallen sein. Für eine weitere Zusammenarbeit sah Jarstein keine Zukunft, doch statt Menger musste der langjährige Hertha-Profi (seit acht Jahren im Verein) gehen.

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Sowohl der Keeper, als auch Menger haben sich in der Öffentlichkeit bislang nicht zu dem Vorfall geäußert. Bis jetzt: "Das ist ein schwebendes Verfahren. Daher nur so viel: Ich weiß, welche Unterstützung er in den vergangenen 15 Monaten von uns allen bekommen hat, deswegen kann ich das nicht wirklich nachvollziehen. Mehr möchte und kann ich dazu nicht sagen", zeigte sich Menger im Bild-Interview enttäuscht.

Durch eine Corona-Erkrankung im April 20121 mit einem vergleichsweise heftigen Verlauf, einer anschließender Herzmuskelentzündung, sowie einer Knieverletzung war der Routinier zum Zuschauen verdammt. Über ein Jahr bestritt er kein Pflichtspiel mehr, dennoch wollte Hertha mit ihm als erfahrene Nummer zwei in die Saison gehen.

Marcel Lotka spielt 3. Liga statt Bundesliga

Marcel Lotka (21) stieg von der Nummer fünf zum Stammkeeper auf, wechselte dann aber nach Dortmund.
Marcel Lotka (21) stieg von der Nummer fünf zum Stammkeeper auf, wechselte dann aber nach Dortmund.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Diese Rolle teilen sich nun die Nachwuchstorhüter Tjark Ernst (19) und Robert Kwasigroch (18). Zwei talentierte aber in der Bundesliga noch unerfahrene Torhüter. Wie schnell es dann aber mit der unerwarteten großen Bühne im Oberhaus gehen kann, hat nicht zuletzt das Beispiel Marcel Lotka (21) gezeigt.

Mitten im Abstiegskampf stand plötzlich Herthas eigentliche Nummer fünf im Kasten - und das nicht zu Unrecht. Obwohl der 21-Jährige ansprechende Leistung zeigte, ging es für Lotka aber nicht mehr weiter. Er hatte schon bei Borussia Dortmund II unterschrieben.

Was der gebürtige Duisburger da noch nicht wusste: Wenige Wochen später sollte er plötzlich in der Bundesliga im Tor stehen. "Er selbst wollte den Schritt in die dritte Liga gehen. Das hat er uns gegenüber frühzeitig kommuniziert, drei Monate, bevor er dann plötzlich bei den Profis im Tor stand und abgeliefert hat", so Menger.

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Statt Bayern München, FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach heißen die Gegner Verl, Wehen Wiesbaden oder VfB Oldenburg.

"Die Entwicklung hat er gemeinsam mit uns geschafft, da haben wir als Torwartabteilung im Team einen guten Job gemacht. Wahrscheinlich hat er sich dann in den Hintern gebissen, aber es war seine Entscheidung, in die dritte Liga zu gehen. Das muss man akzeptieren."

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa, Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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