Pokal-Traum geplatzt: Hertha BSC verpasst Einzug ins Halbfinale nach Elfer-Krimi

Berlin - Aus der Traum: Hertha BSC scheitert nach starkem Fight erst mit 4:5 im Elfmeterschießen am SC Freiburg und verpasst auf dramatische Weise den langersehnten Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals.

Pascal Klemens (r.) scheitert als sechster Schütze für Hertha BSC an Freiburgs Keeper Florian Müller.
Pascal Klemens (r.) scheitert als sechster Schütze für Hertha BSC an Freiburgs Keeper Florian Müller.  © Andreas Gora/dpa

Zunächst verschoss Michael Cuisance als dritter Schütze bei den Berlinern, bevor Tjark Ernst dessen "Fehler" umgehend wieder wett machte. So ging auch das Elfmeterschießen in die Verlängerung. Es dauerte bis zum sechsten Schützen: Pascal Klemens scheiterte an SCF-Torhüter Florian Müller, nachdem Yuito Suzuki mit etwas Glück für die Breisgauer getroffen hatte.

Die Hausherren erwischten vor knapp 57.000 Zuschauern vermeintlich einen echten Traumstart. Fabian Reese drückte die Kugel in der 7. Minute nach einer Ecke über die Linie. Dann schaltete sich jedoch der VAR ein: Julian Eitschberger stand bei der Entstehung knapp im Abseits.

Die Alte Dame ließ sich davon aber nicht entmutigen und spielte gegen den Klub aus der Bundesliga gut mit, lauerte immer wieder auf Umschaltmomente.

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Hertha BSC Herthas Pokal-Traum lebt: Mach's noch einmal, Toni!

Dann hätte ausgerechnet der langjährige Ex-Herthaner Derry Scherhant beinahe seinen alten Teamkollegen in die Suppe gespuckt. Nur das lange Bein von Ernst konnte den Einschlag nach 20 Zeigerumdrehungen gerade noch verhindern.

Mit fortlaufender Dauer verflachte die Partie. Erst kurz vor der Pause wachten beide Mannschaften noch einmal auf und kamen zu gefährlichen Abschlüssen, die auf beiden Seiten von den Torhütern zunichtegemacht wurden. So ging es torlos in die Pause. Ein Klassenunterschied war in der ersten Halbzeit nicht zu erkennen.

Die Freiburger Fans haben in Durchgang eins immer wieder Pyros gezündet.
Die Freiburger Fans haben in Durchgang eins immer wieder Pyros gezündet.  © Andreas Gora/dpa
Hertha-Keeper Tjark Ernst (l.) hielt seine Mannschaft mit starken Paraden im Spiel.
Hertha-Keeper Tjark Ernst (l.) hielt seine Mannschaft mit starken Paraden im Spiel.  © JOHN MACDOUGALL / AFP

Keine Tore nach 90 Minuten: Hertha BSC und Freiburg treffen erst in Verlängerung

Die Freiburger feiern das Führungstor in der Verlängerung mit ihren Fans.
Die Freiburger feiern das Führungstor in der Verlängerung mit ihren Fans.  © JOHN MACDOUGALL / AFP

Nach Wiederanpfiff zeigte sich unter den Augen von Ex-Bundestrainer Joachim Löw ein ähnliches Bild: Beide Teams waren um Kontrolle bemüht - Fehlervermeidung hatte oberste Priorität. Echte Torchancen blieben aus.

Die Alte Dame beschwor zwar immer wieder mit Standards Gefahr herauf, konnte aber kein Kapital daraus schlagen. Langsam kam auch der Faktor Zeit ins Spiel. Beide Teams wurden zusehends nervöser, denn der nächste Fehler konnte der entscheidende sein. Der blieb bis zum Schlusspfiff aber aus.

In der Verlängerung gerieten die Blau-Weißen dann doch selbstverschuldet in Rückstand: Linus Gechters Rückpass geriet nach 96 Minuten viel zu kurz, sodass Suzuki die Kugel abfangen konnte, Ernst umrundete und zur Gäste-Führung einschob.

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Der Hauptstadtklub gab aber keinesfalls auf und konnte schließlich durch ein Traumtor von Reese ausgleichen. Der Kapitän fasste sich in der 104. Minute ein Herz und donnerte das Spielgerät aus rund 20 Metern Torentfernung mit rechts ins linke Eck.

Cuisance hatte in der zweiten Hälfte der Verlängerung die beste Chance, jagte die Pille aber knapp über den Querbalken. So gab es auch nach 120 Minuten keinen Sieger und das Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen.

Der Schuss von Fabian Reese (nicht im Bild) schlägt unhaltbar in der linken Ecke ein.
Der Schuss von Fabian Reese (nicht im Bild) schlägt unhaltbar in der linken Ecke ein.  © JOHN MACDOUGALL / AFP
Die Hertha-Spieler lassen sich nach einer starken Leistung von ihren Fans in der Ostkurve feiern.
Die Hertha-Spieler lassen sich nach einer starken Leistung von ihren Fans in der Ostkurve feiern.  © Andreas Gora/dpa

Statistik zum Spiel zwischen Hertha BSC und dem SC Freiburg

DFB-Pokal, Viertelfinale

Hertha BSC - SC Freiburg 4:5 i.E. (0:0,0:0,1:1)

Aufstellung Hertha BSC: T. Ernst - Eitschberger (116. Klemens), Leistner (99. Dudziak), Gechter, Karbownik - Marton Dardai, Seguin - Reese, Cuisance, Winkler (80. Brekalo) - Kownacki (80. Schuler)

Aufstellung SC Freiburg: F. Müller - Treu, Ginter, Rosenfelder, Makengo (78. Günter) - M. Eggestein, Osterhage (78. Manzambi), Beste (117. Irié), Y. Suzuki, Scherhant (63. Grifo) - Matanovic (113. Höler)

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)

Zuschauer: 56.743

Tore: 0:1 Y. Suzuki (96.), 1:1 Reese (104.)

Elfmeterschießen: 0:1 Grifo, 1:1 Reese, 1:2 Ginter, 2:2 Schuler, 2:3 M. Eggestein, F. Müller hält von Cuisance, T. Ernst hält von Manzambi, 3:3 Brekalo, 3:4 Höler, 4:4 Seguin, 4:5 Y. Suzuki, F. Müller hält von Klemens

Gelbe Karten: Leistner (1), Seguin (1), Schuler (1) / Grifo (1)

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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