Ex-Hertha-Macher Windhorst in Epstein-Skandal verwickelt?

Berlin - Der Skandal um Jeffrey Epstein (†66) zieht weiter seine Kreise und erreicht jetzt auch Berlin: Ex-Hertha-Investor Lars Windhorst (49) soll Kontakt zu dem verurteilten Sexualstraftäter gehabt haben - zumindest taucht sein Name in den Akten auf.

Der Name des Unternehmers Lars Windhorst (49) ist in den sogenannten Epstein-Akten aufgetaucht.
Der Name des Unternehmers Lars Windhorst (49) ist in den sogenannten Epstein-Akten aufgetaucht.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Windhorst hatte ab 2019 mit einer Investition in Gesamthöhe von 374 Millionen Euro 64,7 Prozent der Anteile an Hertha BSC gekauft und die Ära des "Big City Clubs" bei den Blau-Weißen eingeläutet - bekommt dieses unrühmliche Kapitel jetzt zusätzlich einen faden Beigeschmack?

Nach Informationen von "Welt", wird der Investor in dem neuen brisanten Material, dass das US-Justizministerium am vergangenen Freitag veröffentlicht hat, mehr als einmal namentlich erwähnt.

Der Kontakt zwischen den beiden Unternehmern wurde einer TAG24-Recherche zufolge durch einen Mittelsmann namens Mark Lloyd hergestellt. Ob es tatsächlich ein persönliches Treffen gab, geht aus den Unterlagen allerdings nicht hervor und natürlich gilt in solchen Fällen die Unschuldsvermutung.

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Windhorst habe vor der Veröffentlichung des Welt-Artikels nicht auf eine diesbezügliche Anfrage reagiert. Nach einem Bericht des europäischen Wirtschaftsmagazins "Private Equity News", soll der 49-Jährige hingegen jeglichen persönlichen Kontakt zu Epstein dementiert haben.

Hat Lars Windhorst Kontakt zu Jeffrey Epstein gesucht?

Jeffrey Epstein (†66) ist auf den Wunsch eines Treffens mit Lars Windhorst eingegangen.
Jeffrey Epstein (†66) ist auf den Wunsch eines Treffens mit Lars Windhorst eingegangen.  © ---/AP/dpa

Am 24. Juni 2018 schrieb Lloyd in einer Mail: "Es gibt einen jungen deutschen Unternehmer namens Lars Windhorst, der Dich gern treffen möchte, wenn es Dir passt".

Er habe zwar eine schillernde Vergangenheit mit zwei Insolvenzen hinter sich, sei aber wieder auf dem Weg nach oben, berichtete der Epstein-Vertraute weiter. "Ich mag ihn und ich glaube, Du würdest ihn auch mögen", betonte der Verfasser der Mail und endete mit: "Lass mich wissen, ob Du damit einverstanden bist, dann stelle ich ihn Dir gern vor."

Zunächst schien Epstein sich nicht dafür zu interessieren, ging dann aber nach einer weiteren Anfrage darauf ein. Über den Inhalt eines möglichen Treffens geht aus den veröffentlichten Akten ebenfalls nichts hervor.

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Auch ohne eine Verwicklung in den Epstein-Skandal ist der deutsche Unternehmer in diverse Gerichtsprozesse verwickelt gewesen. Sein Unternehmen Tennor Holding wurde 2021 von den niederländischen Steuerbehörden für insolvent erklärt. Zwischenzeitlich lag sogar ein Haftbefehl vom Insolvenzgericht in Hannover gegen Lars Windhorst vor.

Jeffrey Epstein sollte ab Juni 2020 der Prozess wegen "Sex trafficking" (Sexhandel) gemacht werden. Am 10. August 2019 wurde er bewusstlos in seiner Zelle aufgefunden. Kurz darauf wurde in einem Krankenhaus sein Tod festgestellt. Die US-Behörden gingen von einem Suizid aus. Sein Tod löste einen weitreichenden Justizskandal aus.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa, ---/AP/dpa (Bildmontage)

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