Berlin - Am fehlenden Support lag es nicht. Hertha BSC hat mit dem äußerst unglücklichen 0:1 gegen Kaiserslautern vermutlich die letzten Chancen auf den Aufstieg verspielt. Abseits des Rasens lagen die Blicke jedoch bereits im Vorfeld auf der Ostkurve. Dort, wo die Ultras stehen.
Regelmäßige Stadiongänger dürften schon vor Anpfiff vor allem eine Änderung bemerkt haben. Der große Schriftzug "Ostkurve Hertha BSC" zwischen Oberrang und Unterrang fehlte. Stattdessen hing dort nur noch ein blau-weißes Transparent.
Hintergrund: der Fahnenklau in Dresden. Dynamo-Fans ist es beim Skandal-Spiel gelungen, einen Teil der Fahne zu entwenden. Vermutlich während der Pyro-Show, die die Hertha-Fans selbst verursacht hatten.
Später präsentierten und verbrannten die Dynamo-Chaoten die Fahne. Nun ziehen die Hertha-Ultras die Konsequenzen: Die bekannte Fahne wird auch in den kommenden Spielen nicht mehr zu sehen sein.
Den Verlust der Fahne bezeichnen die Ultras im regelmäßigen Flugblatt "Kurvenecho" als "einen der schwärzesten Tage unserer Geschichte als Fanszene".
Hertha-Ultras sprechen vom eigenen Versagen
In der Ultra-Kultur ist der Verlust von Fan-Utensilien von hoher Bedeutung. Teilweise kann das sogar zur Auflösung einer ganzen Ultragruppierung führen.
"Der Doppelhalter diente nicht nur als einmaliges Choreoelement, sondern wurde vereinzelt auch als Zaunfahne genutzt, um die gesamte Kurve zu repräsentieren. Deshalb und weil der Verlust auf eigenen Fehlern und letztlich unserem Versagen beruht, haben wir uns als aktive Fanszene dazu entschieden, die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen. Daher werden wir die bekannte Fahne ab sofort nicht mehr über unserer Kurve aufhängen", heißt es.
Weitere Schlüsse sollen folgen, würden aber intern gezogen.
Interessant: Die daraus folgende Pyro-Schlacht mit den Dynamo-Anhängern aus dem K-Block wurde nicht erwähnt. Dennoch wird der Verzicht der Fahne nicht die einzige Konsequenz bleiben. Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt bereits. Hertha und Dynamo drohen harte Strafen.