Paderborn-Klatsche nur "ein Ausrutscher"? Was Herthas Leitl jetzt sehen will

Berlin - Die Aufstiegsträume hat Hertha BSC selber krachend zum Platzen gebracht. Nach dem 2:5-Debakel in Paderborn stellen sich die Berliner auf ein weiteres Jahr in der 2. Liga ein. Trainer Stefan Leitl (48) machte die Tür zum Aufstieg selbst zu, sorgt auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Nürnberg (13.30 Uhr/Sky) zumindest für etwas Verwunderung. Er bezeichnete die Klatsche als Ausrutscher.

Fabian Reese (28) verpasst mit Hertha erneut den Aufstieg.
Fabian Reese (28) verpasst mit Hertha erneut den Aufstieg.  © Swen Pförtner/dpa

"Ich habe meine Mannschaft in diesem einem Jahr noch nie so gesehen, wie in Paderborn", so der Übungsleiter.

Hertha war mit dem 2:5 noch gut bedient. Die Niederlage hätte auch noch höher ausfallen können. Bis auf Fabian Reese (28) erreichte nicht ein Spieler seine Normalform - und das ausgerechnet im wohl letzten Spiel wo die Chance bestand, mit einem Sieg doch noch ins Aufstiegsrennen eingreifen zu können.

"Man muss das analysieren, warum gerade in so einem Spiel diese Leistung rauskommt. Da kann sich keiner rausnehmen. Der Spiegel wurde uns klar vorgehalten, dass wir in diesem Spiel auf jeder Position, in jedem Mannschaftsteil dem Gegner unterlegen waren", sparte er nicht mit Kritik.

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In dieser Saison ist es die erste Klatsche unter Leitl und doch wurden Erinnerungen wach: Vor ziemlich genau einem Jahr gerieten die Berliner schon zur Pause in Elversberg mit 0:4 unter die Räder.

Hertha BSC ist keine Spitzenmannschaft und muss Reaktion zeigen

Stefan Leitl (48) will von seiner Mannschaft eine Reaktion sehen.
Stefan Leitl (48) will von seiner Mannschaft eine Reaktion sehen.  © Andreas Gora/dpa

Dass Leitl nun aber von einem Ausrutscher spricht, liegt auch an den Auftritten zuvor. Hertha holte in der Rückrunde zwar nur einen einzigen Sieg, sowohl gegen Schalke (0:0) als auch gegen Darmstadt (2:2) hätte die Alte Dame aber eigentlich gewinnen müssen. Auch im Pokal schied man äußerst unglücklich aus.

"Wir müssen dieses Spiel jetzt nicht als Spiegelbild für die gesamte Saison nehmen. Das ist der falsche Ansatz. Es war eine sehr, sehr bittere Niederlage und nicht das, was meine Mannschaft sonst spielt. Speziell auch nicht das, was die Mannschaft zuvor in der Rückrunde gezeigt hat."

Was die schmerzhafte Klatsche aber klar gezeigt hat: Hertha, die seit dem Abstieg nicht einmal in den Top fünf standen, sind kein Spitzenteam. Das mussten sie sich selber eingestehen. Gegen Nürnberg soll daher Wiedergutmachung her. Der Hauptstadtklub muss und soll ein anderes Gesicht zeigen.

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"Die Forderung ist eindeutig: Wir müssen in allen Mannschaftsteilen besser Fußball spielen - konzentrierter und disziplinierter", so Leitl. "Wenn jeder an sein persönliches Limit kommt, dann sind wir auch in der Lage das Spiel zu gewinnen. Es muss nicht schön sein, aber drei Punkte wären für uns alle schon gut."

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa, Andreas Gora/dpa

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