Elfer-Wahnsinn! HSV verschärft Wolfsburger Krise, Eskalation nach Abpfiff

Wolfsburg - Mehr als nur ein Dreier! Der HSV hat das richtungsweisende Abstiegsduell beim VfL Wolfsburg mit 2:1 gewonnen und die Krise der Wölfe damit verschärft. Alle drei Treffer fielen dabei durch Elfmeter.

Rund 10.000 Fans begleiteten den HSV zum Auswärtsspiel nach Wolfsburg und brannten auf der Tribüne ein Feuerwerk ab.  © Andreas Gora/dpa

Vor knapp 29.000 Zuschauern, darunter rund 10.000 (!) Gäste-Fans aus Hamburg, entwickelte sich von Beginn an eine extrem intensive und umkämpfte Partie - typisch Abstiegskampf.

Die erste Chance des Spiels hatte Ransford Königsdörffer für die Rothosen, er bekam den Ball aus kurzer Distanz jedoch nicht im Kasten unter. Deutlich gefährlicher wurde es auf der Gegenseite, wo HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes in letzter Sekunde den Gegentreffer durch Jesper Lindström verhindern konnte (14.).

In der 22. Minute war der Schlussmann allerdings geschlagen: Nachdem Daniel Elfadli bei einem Klärungsversuch den Ball verfehlt und stattdessen Gerhardt am Kopf getroffen hatte, entschied Referee Florian Exner sofort auf Strafstoß. Christian Eriksen trat an und verwandelte souverän zum 1:0.

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Die VfL- und die HSV-Profis schenkten sich in der ausverkauften Volkswagen Arena nichts, kämpften um jeden Ball.  © Andreas Gora/dpa

Allzu lang hielt die Wölfe-Führung allerdings nicht: Moritz Jenz trat Luka Vuskovic bei einem Freistoß unglücklich auf die Achillessehne und Exner blieb nach Ansicht der TV-Bilder keine andere Wahl, als erneut auf den Punkt zu zeigen. Der Gefoulte selbst traf mit ganz viel Glück zum Ausgleich (33.).

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VfL Wolfsburg gegen den HSV: Auch Dompé bleibt vom Punkt cool

Jean-Luc Dompé (verdeckt) wird nach seinem Elfmetertreffer gegen Wolfsburg von seinen Mitspielern gefeiert.  © Andreas Gora/dpa

Nach dem Wiederanpfiff dauerte es nur wenige Sekunden bis zur nächsten brisanten Szene: Konstantinos Koulierakis ließ per Kopf eine Riesenchance zur erneuten VfL-Führung liegen. Durchatmen beim HSV (47.)!

Elf Minuten später lag der Ball schließlich im Netz - allerdings auf der Gegenseite! Vuskovic hatte den zweiten Foulelfmeter rausgeholt, dieses Mal aber für Jean-Luc Dompé überlassen. Der ließ sich nicht lange bitten und verwandelte eiskalt zum 2:1 (58.).

Entschieden war damit aber noch gar nichts. Nur sechs Minuten später schnupperten die Hausherren am Ausgleich, Dzenan Pejcinovic traf per Kopf aus kürzester Distanz aber nur den Pfosten (64.).

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Kurz darauf brach die Schlussphase an und die Wölfe probierten noch einmal alles, um die nächste Pleite abzuwenden. Mehr als eine Chance durch Kento Shiogai (86.) sprang trotz acht Minuten Nachspielzeit aber nicht mehr heraus. So durften die Hamburger am Ende einen ganz wichtigen Sieg bejubeln.

Nach Abpfiff ließen die VfL-Fans ihrem Frust freien Lauf und zündeten Unmengen an Pyrotechnik, verbrannten unter anderem Schals.  © IMAGO/Steinsiek.ch

Unschöne Szenen gab es nach dem Abpfiff: Es kam zu Rudelbildungen und Wortgefechten. Exner verteilte noch eine Rote Karte an Wölfe-Ersatzkeeper Marius Müller. Die VfL-Fans ließen indes ihrem Frust freien Lauf und zündeten Unmengen an Pyrotechnik, verbrannten unter anderem Schals - die Nerven liegen blank in der Autostadt!

Erstmeldung: 17.34 Uhr. Aktualisiert: 18.03 Uhr

Statistik zum Bundesliga-Duell zwischen Wolfsburg und dem HSV

Bundesliga, 25. Spieltag

VfL Wolfsburg - Hamburger SV 1:2 (1:1)

Aufstellung VfL: Grabara - Adjetey, Jenz (77. Arnold), Koulierakis - Bürger (60. Daghim), Vinicius Souza, Gerhardt (60. Majer), Belocian, Eriksen, Lindström (60. Amoura) - Pejcinovic (69. Shiogai)

Aufstellung HSV: Heuer Fernandes - Elfadli (46. Omari), L. Vuskovic, Torunarigha - Mikelbrencis (86. Gocholeishvili), Sambi Lokonga, Remberg, Muheim - Otele (67. Fábio Vieira), Königsdörffer (77. Downs), Dompé (67. Poulsen)

Schiedsrichter: Florian Exner (Münster)

Zuschauer: 28.917 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Eriksen (22., Elfmeter), 1:1 Vuskovic (33., Elfmeter), 1:2 Dompé (58., Elfmeter)

Gelbe Karten: Jenz (6), Lindström (2) / Elfadli (4), Fábio Vieira (2)

Tabelle 1. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Bayern München 25 92:24 66
2 Borussia Dortmund 25 53:26 55
3 TSG 1899 Hoffenheim 25 53:33 49
4 VfB Stuttgart 25 50:34 47
5 RB Leipzig 25 48:34 47
6 Bayer 04 Leverkusen 25 48:32 44
7 Eintracht Frankfurt 24 48:49 34
8 SC Freiburg 25 37:42 34
9 FC Augsburg 25 31:43 31
10 Hamburger SV 25 28:36 29
11 1. FC Union Berlin 24 29:38 28
12 Borussia Mönchengladbach 25 28:43 25
13 1. FC Köln 25 34:43 24
14 1. FSV Mainz 05 25 29:41 24
15 FC St. Pauli 24 23:40 23
16 SV Werder Bremen 24 25:44 22
17 VfL Wolfsburg 25 34:55 20
18 1. FC Heidenheim 25 24:57 14

Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.

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