Eskalation! Schlimme Szenen nach Nordderby zwischen Werder und dem HSV
Bremen/Hamburg - Diese Bilder bleiben im Kopf: Nach dem Nordderby zwischen dem SV Werder Bremen und dem HSV kam es im Weserstadion zu extrem hässlichen Szenen - Menschen waren in Gefahr.
Nachdem es bereits vor dem Anpfiff zu einem Zwischenfall gekommen war - der Sender DAZN musste seine Übertragung unterbrechen, als Leuchtkugeln aus dem HSV-Block auf den Rasen flogen - eskalierte die Situation nach dem Schlusspfiff völlig.
Die enttäuschten Hamburger Spieler waren bereits in den Katakomben, während sich die Werder-Profis noch von den Heimfans gebührend feiern ließen. Plötzlich schossen die HSV-Fans aus dem fast 100 Meter entfernten Gäste-Block Raketen ab, die mitunter auf den Rängen und unweit der Bremer Akteure einschlugen!
"Krasse Geschosse! Dass die über den ganzen Platz fliegen können, damit haben wir nicht gerechnet. Das ist brutal gefährlich", kommentierte Werders Abwehrspieler Amos Pieper (28) kurz darauf in der Mixed Zone.
Die Raketen brachten auch die Bremer Fans mächtig auf die Palme - einige Ultras wollten in ihrer Wut kurzerhand von der Ostkurve zum gegenüberliegenden Gäste-Block stürmen, wurden aber von den zahlreichen Polizeikräften zurückgehalten.
Videos im Netz zeigen Toiletten-Feuer im Weserstadion
Polizei stürmte nach Toiletten-Feuer den HSV-Block im Weserstadion
Im HSV-Block kam es aber trotzdem zu Tumulten. Die Polizei stürmte den Block, nachdem auf einer Stadion-Toilette ein Feuer gelegt worden war. Videos des Brandes kursierten im Anschluss des Spiels im Netz. Glücklicherweise gab es nur Sachschäden, wie ein Werder-Sprecher erklärte.
Trotzdem: Durch die Ausschreitungen wurden wieder einmal die Schattenseiten solcher emotionsgeladenen Derbys deutlich. Auch die Trainer beider Vereine fanden deutliche Worte zu den beunruhigenden Szenen.
Es müsse bei aller Emotionalität immer gewährleistet sein, dass "alles fair und vor allem verletzungsfrei abläuft", betonte HSV-Coach Merlin Polzin (35). Der Verein könne solche Szenen nicht gutheißen, verdeutlichte der gebürtige Hamburger.
Amtskollege Daniel Thioune (51) sprach davon, dass Grenzen überschritten worden seien. "Die Verletzungsgefahr war sehr groß, es schlug einiges neben uns ein." Dass niemand zu Schaden gekommen sei, sei das Wichtigste, so der Ex-HSVer abschließend.
Titelfoto: WITTERS

