HSV dreht die Partie gegen Jahn Regensburg! Königsdörffer erlöst die Rothosen

Hamburg - Ein extrem wichtiger Heimsieg! Der Hamburger SV hat einem frühen Rückstand und einem verschossenen Elfmeter getrotzt und den SSV Jahn Regensburg in einer unterhaltsamen Partie mit 3:1 (1:1) geschlagen.

HSV-Dauerläufer Ludovit Reis (l.) zeigte nach seiner Vertragsverlängerung - mal wieder - eine bärenstarke Leistung.
HSV-Dauerläufer Ludovit Reis (l.) zeigte nach seiner Vertragsverlängerung - mal wieder - eine bärenstarke Leistung.  © Christian Charisius/dpa

Das Gäste-Tor vor 51.314 Zuschauern im Volksparkstadion erzielte Kaan Caliskaner in der 7. Minute, ehe Mario Vuskovic (12.), Ransford-Yeboah Königsdörffer (79.) und Robert Glatzel (90.) mit ihren Treffern zum 1:1, 2:1 und 3:1 die Partie für die Rothosen drehten.

HSV-Coach Tim Walter nahm im Vergleich zum 3:2-Auswärtssieg beim SC Paderborn 07 zwei Wechsel vor: Kapitän Sebastian Schonlau kehrte nach seiner Rotsperre zurück und verdrängte Jonas David auf die Bank, zudem begann Ransford-Yeboah Königsdörffer rechts hinten für William Mikelbrencis

Sein Gegenüber, Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic, der krankheitsbedingt durch Co-Trainer Sebastian Dreier vertreten wurde, tauschte nach dem 0:3 gegen den FC Hansa Rostock ebenfalls zweimal: Thorsten Kirschbaum ersetzte im Tor Dejan Stojanovic (krank) und Sebastian Nachreiner den verletzten Scott Kennedy.

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Die Hausherren starteten präsent in die Partie und hatten bereits in der 4. Minute die erste Riesenchance: Eine Hereingabe von Königsdörffer landete am zweiten Pfosten bei Jean-Luc Dompé, dessen Einschuss im letzten Moment geblockt wurde.

Statt der frühen Führung mussten die Hanseaten kurz darauf den frühen Rückstand hinnehmen: Ein Abschlag von SSV-Keeper Kirschbaum landete bei Joshua Mees, der mit einem Steilpass Caliskaner bediente. Der wiederum behielt vor HSV-Schlussmann Daniel Heuer Fernandes die Nerven und vollstreckte eiskalt zum 1:0 (7.).

Startelf des HSV für das Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg

Anfangsformation des SSV Jahn Regensburg für das Gastspiel beim HSV

Innenverteidiger Mario Vuskovic gleicht aus der Distanz für den HSV aus

Mario Vuskovic (2.v.l.) schreit seine Freude heraus: Gerade hat der HSV-Innenverteidiger aus der Distanz zum 1:1 gegen Regensburg getroffen.
Mario Vuskovic (2.v.l.) schreit seine Freude heraus: Gerade hat der HSV-Innenverteidiger aus der Distanz zum 1:1 gegen Regensburg getroffen.  © Christian Charisius/dpa

Ein Schock für die Gastgeber, die sich davon aber überhaupt nicht aus der Ruhe bringen ließen und weiter engagiert nach vorn spielten - die Belohnung dafür folgte nur wenige Zeigerumdrehungen später!

Nach einem eigentlich missglückten Pass von Sonny Kittel nahm sich Vuskovic ein Herz und zog aus rund 25 Metern einfach mal ab: Die Kugel schlug halbhoch rechts neben dem Pfosten ein, Torwart Kirschbaum hatte keine Chance - was für ein Tor zum 1:1 (12.).

Ähnlich wild ging es weiter: In der 14. Minute parierte Heuer Fernandes einen Kopfball von Andreas Albers mit einer Weltklasse-Parade, zwei Minuten später rettete der Schlussmann auch gegen Caliskaner (16.).

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Anschließend beruhigte sich das Geschehen in den Strafräumen erstmals, bis Glatzel Kirschbaum in der 24. Minute per Kopf zu einer starken Parade zwang. Auf der Gegenseite traf der brandgefährliche Caliskaner nach einem Ballverlust von Jonas Meffert nur das Außennetz (28.).

Die Schlussphase der ersten Halbzeit brach an und die Hamburger drängten auf den Führungstreffer. Ein Kittel-Schuss strich in der 36. Minute nur Zentimeter am Pfosten vorbei, Glatzel zielte in der 45. Minute zu hoch. So ging es mit dem 1:1 in die Pause.

Robert Glatzel verschießt Elfmeter, doch der HSV dreht die Partie trotzdem

Frisch blondiert lief Ransford-Yeboah Königsdörffer (M.) auf der ungewohnten Position des Rechtsverteidigers auf - und traf in der 79. Minute zum zwischenzeitlichen 2:1.
Frisch blondiert lief Ransford-Yeboah Königsdörffer (M.) auf der ungewohnten Position des Rechtsverteidigers auf - und traf in der 79. Minute zum zwischenzeitlichen 2:1.  © Christian Charisius/dpa

Der zweite Abschnitt begann direkt wieder furios: Jan Elvedi traf Kittel im Strafraum am Schienbein und Referee Sascha Stegemann entschied nach Ansicht der TV-Bilder auf Elfmeter. Glatzel trat an und zielte nach unten rechts, doch Kirschbaum ahnte die Ecke und parierte den Strafstoß bärenstark (50.)!

Auf der einen Seite hatten die Hausherren Pech, auf der anderen Glück: Vuskovic leistete sich zwei Minuten später einen kapitalen Schnitzer und lud Mees ein, dessen Zuspiel vom mitgelaufenen Albers jedoch nicht verwertet werden konnte (52.).

Im Anschluss kam von den Oberpfälzern nicht mehr viel, während die Überlegenheit der Hanseaten immer größer wurde. Laszlo Benes traf in der 66. Minute den Pfosten, nur Sekunden später setzte Miro Muheim einen Distanzschuss knapp über die Querlatte.

Und der Chancenwucher des HSV ging weiter: In der 71. Minute scheiterte Dompé an Kirschbaum, eine Zeigerumdrehung später verfehlte Benes den Kasten nach einer feinen Einzelaktion um Millimeter - sollte der erlösende Treffer hier noch fallen?

Ja! Nach einem missglückten Hackentrick vom eingewechselten Prince Owusu landete die Kugel im Sechzehner bei Königsdörffer, der nicht lang fackelte und das Leder aus spitzem Winkel in die kurze Ecke jagte - das verdiente 2:1 (79.).

In den Schlussminuten musste Schonlau noch für den bereits geschlagenen Heuer Fernandes auf der Linie retten (87.), dann machte Glatzel mit einem abgefälschten Schuss zum 3:1 den Deckel drauf (90.)! Wenig später war Schluss und die Walter-Elf durfte jubeln.

Für beide Mannschaften geht es bereits am kommenden Mittwoch (18.30 Uhr) weiter: Die Rothosen gastieren bei der SpVgg Greuther Fürth, während der SSV die Eintracht aus Braunschweig empfängt.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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