Hamburg ist braun-weiß! FC St. Pauli fegt über den HSV hinweg
Hamburg - Der Hamburger Stadtmeister heißt FC St. Pauli! Die Kiezkicker haben das 112. Stadtderby beim HSV nach einer reifen Leistung völlig verdient mit 2:0 gewonnen.

Die Freude auf diese Partie war groß, schließlich schaute ganz Deutschland am Freitagabend auf die Fußball-Hauptstadt Hamburg.
Über 90 Minuten waren die Kiezkicker die bessere Mannschaft und gewannen nach Toren von Adam Dzwigala und Andréas Hountondji mit 2:0.
Durch den Sieg ist St. Pauli über Nacht Tabellenführer. Für den HSV ist es eine kleine Ernüchterung. Dennoch wurde das Team von den Fans aufgemuntert.
HSV - FC St. Pauli 0:2 (0:1)
Tore: 0:1 Dzwigala (19.), 0:2 Hountondji (60.)
Der TAG24-Liveticker zum Derby zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli
Stimmen nach dem Spiel
Schiedsrichter Christian Dingert stellte sich nach der Partie und sprach über die zwei entscheidenden Szenen. In der ersten Halbzeit hatte er ein Foul von Hountondji abgepfiffen und St. Pauli damit um eine klare Torchance gebracht.
"Ich war mir sicher, dass ein Stürmerfoul vorlag und habe sofort entschieden. Im Nachgang wäre es klüger gewesen, weiterlaufen zu lassen, weil nichts klares zu sehen - ein normaler Zweikampf."
Beim vermeintlichen Ausgleich des HSV durch Königsdörffer kurz nach der Halbzeit war es schon klarer. "Ich habe bei der Entstehung schon die Info bekommen, dass gecheckt wird. Er war mit den Körperteilen, mit denen man ein Tor erzielen kann in der gegnerischen Hälfte, also Abseits."
Für St. Paulis Abwehrspieler Hauke Wahl ist das Derby als Hamburger Jung etwas Besonders. "Der Sieg bedeutet mir unfassbar viel. Als wir mit dem Bus losgefahren sind, gab es nur Reaktionen, gute und schlechte. Aber es hat gezeigt, wie viel das Spiel der Stadt bedeutet."
Die Kiezkicker hätten aus seiner Sicht einen "extrem guten Job gemacht". Immer wieder konnten sie sich aus dem Gegenpressing befreien und standen defensiv sicher. "Wir sind defensiv aber noch nicht so gut, wie letztes Jahr."
Entgegen seiner Kollegen wird der Weg von Wahl nach der Partie nach Hause zu seiner Familie führen und nicht auf den Kiez. "Ich bin zu alt dafür."
HSV-Kapitän Yussuf Poulsen sprach nach der Niederlage Klartext. "Das tut weh, vor allem zuhause. Wir haben alles reingelegt, waren in den wichtigen Momenten aber nicht klar genug. So ein Spiel wird durch Kleinigkeiten entschieden und dann sind wir eine Sekunde nicht aufmerksam und kriegen direkt das 0:1. Da müssen wir besser sein."
Torschütze Andréas Hountondji traf in seinem zweiten Spiel zum zweiten Mal für den Kiezklub. "Es war eine verrückte Nacht, die Offensive war heute entscheidend."
Zu seinem Tor sagte er: "Es war nicht einfach aus dem spitzen Winkel, ich war eigentlich schon zu weit links, aber es hat geklappt."
HSV-Coach Merlin Polzin zeigte sich nach der Derby-Pleite sichtlich enttäuscht. "Sehr, sehr bitter. Wir haben heute nicht das auf den Platz gebracht, was wir gebraucht hätten, um zu gewinnen. Wir waren aggressiv drin und haben die richtigen Räume gespielt und dann bringt eine Standardsituation das Spiel durcheinander."
Nach der Halbzeit tat die Millimeterentscheidung um das Abseitstor weh. "Dann kassieren wir das 0:2 und die gelb-rote Karte, dann wird es schwierig. Am Ende haben wir verdient verloren."
St. Paulis Trainer Alexander Blessin konnte mit seinem Team den besten Bundesliga-Start seit 30 Jahren feiern. "Bundesliga-Spiele zu gewinnen, ist immer schön. Das erste Derby ist schon was Besonderes. Wir wollten das Publikum verstimmen lassen und das haben wir über weite Strecken geschafft."
Er wusste aber auch, dass das Abseitstor von Königsdörffer hätte die Partie zum Kippen bringen können. "Wir hätten das Spiel davor und danach schon entscheiden können."
HSV-Sportchef Stefan Kuntz trat niedergeschlagen vor die Kamera: "Es gibt nichts Schlimmeres als das Derby zuhause zu verlieren. Wir wollten anders starten, wussten aber, dass wir viel lernen müssen. Das 0:1 war eine Unachtsamkeit, beim Ausgleich waren wir zehn Zentimeter zu schnell.
Aus unserer Sicht war es ein rotwürdiges Foul von Pyrka, aber insgesamt hat St. Pauli verdient gewonnen. Es hat uns gezeigt, dass wir lernen müssen."
Zudem bekräftigte er, dass der HSV weiterhin auf der Suche nach einer Offensivkraft ist.
Kurz darauf war FCSP-Präsident Oke Göttlich dran. "Es ist erst Anfang der Saison und es sind drei weitere Punkte", blieb er gelassen und erklärte, dass man an die 40 Punkte rankommen müsse. "Ich bin stolz und freue mich über das Ergebnis."
In den nächsten Wochen müsse das Team weiterhin gegen die Widerstände ankämpfen, um erfolgreich zu sein. "Es ist noch viel zu früh, um in Euphorie zu verfallen."
Und dann richtete er noch einige Worte an die eigenen Fans. "Der Derbysieg ist unfassbar und ich freue mich für unsere Fans. Es gab Aktion, die es zwischen den Fanlagern schwierig gemacht haben, aber wir sind ruhig geblieben.
Unmittelbar nach Abpfiff trat Louis Oppie vors Sky-Mikro: "Unfassbar, die Fans waren überragend! Die Mentalität war der Schlüssel, wir haben gefightet ohne Ende. Einer macht einen Fehler, der andere war sofort da. Wir haben Vertrauen in unsere Qualitäten. Ich bin gespannt, was die gestandenen Spieler sagen."
Abpfiff!
Das Spiel ist aus! Der FC St. Pauli hat das Derby beim HSV völlig verdient mit 2:0 (1:0) gewonnen und ist damit über Nacht Tabellenführer.

90.+6: Wann erlöst Dingert den HSV?
Der HSV lässt es mittlerweile fast schon laufen und kommt gar nicht mehr in die Zweikämpfe.
90. Minute: Zehn Minuten oben drauf
Eigentlich ist die Partie entschieden, dennoch gibt es zehn Minuten Nachspielzeit. Bei den Kiezkickern ist man darüber nicht ganz erfreut.
87. Minute: Passiert hier noch was?
Beim HSV ist die Luft raus, St. Pauli spielt seinen Stiefel locker runter und hat durch Kaars noch die Chance auf das 3:0.
Von den Fans kommt auch nicht mehr viel, da sind nur noch die Gäste-Anhänger zu hören.
82. Minute: Muntere Wechselspielchen
Beim HSV kommt Mikelbrencis für Königsdörffer, auf Seiten von St. Pauli ersetzen Ritzka und Metcalfe Torschütze Dzwigala und Pereira Lage.
80. Minute: St. Pauli kratzt am 3:0
St. Pauli nutzt die Überzahl aus und erspielt sich gleich mehrere gefährliche Aktionen. Doch das 3:0 will nicht fallen.
77. Minute: Gelb-rote Karte für Gocholeishvili
Bitter für den HSV! Für ein eher harmloses Foul sieht Gocholeishvili gelb, es ist seine zweite in der Partie und damit fliegt er vom Platz.
Dingert sah wohl ein Unterbinden einer Kontersituation und zückte deshalb die zweite Verwarnung.

75. Minute: Hamburger Jung Stange kommt
Erneuter Wechsel beim HSV: Mit Otto Stange wechselt Polzin einen echten Hamburger Jungen ein. Er kommt für Elfadli.
Zudem muss Capaldo runter, für ihn kommt Philippe. Der HSV wird damit deutlich offensiver.
71. Minute: Derby ausverkauft
Wie erwartet, ist das Derby ausverkauft!
69. Minute: HSV mit der Chance zum Anschluss, Wechsel bei St. Pauli
Der HSV zeigt sich wenig beeindruckt und hat die nächste Chance. Eine Capaldo-Flanke bringt Königsdörffer aufs Tor, doch Vasilj packt locker zu.
Kurz darauf verlässt Torschütze Hountondji den Platz, für ihn kommt Neuzugang Kaars.

64. Minute: Frustfoul von Poulsen
Muheim fällt nach einem kleinen Zupfer von Sands und fordert Elfmeter. Dingert zeigt aber Weiterspielen an. Kurz darauf langt Poulsen zu und sieht für sein Foul an Hountondji gelb.
60. Minute: 2:0 für St. Pauli
Damit war jetzt nicht zu rechnen. Fujita mit dem Ball in die Tiefe auf Hountondji, der auf den zögernden Heuer Fernandes zuläuft, ihn ausspielt und aus spitzem Winkel das 2:0 macht.
59. Minute: Wechsel bei St. Pauli
Jetzt wechseln auch die Gäste. Für Pyrka, der gerade noch Glück hatte, wird durch Saliakas ersetzt.
56. Minute: Doppelwechsel beim HSV
Rössing-Lelesiit und Sahiti verlassen den Platz, dafür kommen Poulsen und Dompé.
54. Minute: Nächste gelbe Karte für St. Pauli
Pyrka mit dem leichten Ballverlust und dann setzt der Pole zur Grätsche an und trifft Capaldo voll. Ein übles Foul, bei dem er aber auch den Ball spielt. Dingert zückt gelb.
53. Minute: HSV drückt auf den Ausgleich
Der HSV ist nicht wieder zu erkennen. Plötzlich hat St. Pauli große Probleme und wird von den Rothosen unter Druck gesetzt.
Muheim hat die nächste Chance per Freistoß, doch Vasilj bleibt stehen und faustet den Ball weg.
49. Minute: Abseits
Die Freude währt nur kurz. Königsdörffer war minimal im Abseits. Bitter für den HSV. Es bleibt beim 1:0 für St. Pauli.
47. Minute: Der Ausgleich für den HSV
Nach einem langen Ball ist Königsdörffer durch und schiebt zum 1:1 ein. Der Rest ist Freude pur. Aber was sagt der VAR?
46. Minute: Weiter geht es
Der Ball rollt wieder. Beide Trainer verzichteten in der Pause auf Wechsel.
29. August, 21.33 Uhr: Erneute Choreo der HSV-Fans
Die HSV-Fans haben die Pause genutzt und erneut eine atemberaubende Choreo gezeigt. Hoffentlich wird es dem Team helfen.

Halbzeit
Nach einer Minute Nachspielzeit bittet Schiedsrichter Dingert zur Pause. Die Führung der Gäste ist nach der ersten Hälfte hochverdient und müsste eigentlich höher ausfallen.
Vom HSV kam nach gutem Beginn nichts mehr, die Defensive zeigt sich wacklig und bettelt förmlich um weitere Gegentore.
41. Minute: HSV bettelt um das 0:2
Traumangriff der Gäste! Nach Ballgewinn geht es ganz schnell nach vorne. Pereira Lage spielt Doppelpass mit Sinani und ist frei durch, vor Heuer Fernandes versagen ihm aber die Nerven. Sein Schuss geht neben den Kasten. Das hätte das 2:0 sein müssen!
37. Minute: Sinani sieht gelb
Dingert mit der nächsten fragwürdigen Entscheidung gegen St. Pauli!
Muheim hält Sinani, der langt ein wenig mit der Hand nach hinten aus und trifft den Schweizer leicht im Gesicht. Dingert lässt sich durch die Theatralik beeinflussen und zückt den gelben Karton.
34. Minute: HSV offensiv harmlos
Jetzt setzt sogar Torunarigha zum Dribbling im gegnerischen Strafraum an, aber ohne Erfolg. Wahl kocht ihn eiskalt ab.
Die Aktion zeigt aber: Der HSV ist offensiv viel zu harmlos und seit der vierten Minute ohne Abschluss.
25. Minute: Dingert pfeift St. Pauli das 2:0 weg
Nach starken HSV-Beginn hat St. Pauli die Kontrolle übernommen und hatte sogar das 2:0 erzielt. Doch Dingert hatte frühzeitig abgepfiffen - eine klare Fehlentscheidung!
Der Schiedsrichter hatte auf Offensivfoul von Houtondji entschieden, dabei hatte HSV-Verteidiger Torunarigha ihn klar gehalten. Was für ein Glück für den HSV!
Kurz darauf sah Gocholeishvili wegen Meckerns die gelbe Karte.
19. Minute: TOR für St. Pauli
Aus der Ecke resultiert das 1:0 für die Gäste. Sinani führt sie kurz aus auf Pereira Lage, der den Ball hart in die Mitte spielt. Dort ist Dzwigala schneller als Muheim und knallt den Ball ins HSV-Tor. Plötzlich ist es ganz still im Volkspark.

18. Minute: Ecke St. Pauli
Nach einem abgeblockten Schuss von Pereira Lage gibt es nun auch den ersten Eckball für St. Pauli und die führt zum Tor.

15. Minute: Fouls im Minutentakt
So richtig ist noch kein Spielfluss zu erkennen. Stattdessen gibt es immer wieder kleine Fouls, die Dingert ahndet und abpfeift.

13. Minute: Erste Ecke für den HSV
Königsdörffer holt die erste Ecke der Partie heraus. Die anschließende Hereingabe kann St. Pauli aber ohne Probleme klären.
9. Minute: Pyrotechnik im HSV-Block
Das Spiel ist in der Anfangsphase recht unruhig. Auf den Rängen wird bereits Pyrotechnik gezündet.

7. Minute: Dzwigala sieht gelb
Nachdem ersten Abschluss von St. Pauli durch Danel Sinani rückte Adam Dzwigala in den Fokus. Der Abwehrspieler langte ordentlich zu und sah von Schiedsrichter Christian Dingert die erste gelbe Karte der Partie.
4. Minute: Königsdörffer mit der ersten Chance
Der HSV mit der ersten Chance der Partie. Eine Muheim-Flanke köpft Ransford-Yeboah Königsdörffer aber weit drüber.
29. August, 20.30 Uhr: Anpfiff
Um Punkt 20.30 Uhr war es so weit. Nach sieben Jahren absolviert der HSV wieder ein Bundesliga-Heimspiel.
Schiedsrichter Christian Dingert pfiff die Partie an.
29. August, 20.15 Uhr: Mannschaften gehen zu ihren Fans
Das Aufwärmen ist beendet. Bevor es jedoch in die Kabine ging, holten sich die Teams die Unterstützung ihrer Anhänger.
Die Fans der Kiezkicker nutzen diesen Moment, um eine Choreo zu starten.
29. August, 20.13 Uhr: So tippt TAG24 das Hamburger Derby
Natürlich haben auch wir intensiv über das Derby gesprochen und wollen Euch unsere Tipps nicht vorenthalten.
Bastian Küsel: 3:1 für den HSV!
Alice Nägle: 2:2!
Robert Stoll: 2:1 für St. Pauli!
29. August, 20.02 Uhr: Jackson Irvine tippt auf einen St.-Pauli-Sieg
Seit fünf Monaten fehlt Jackson Irvine mittlerweile den Kiezkickern, das Derby kam entsprechend einen Tick zu früh.
"Ich wollte unbedingt zu diesem Spiel zurück sein, aber es hat noch nicht gereicht", erklärte der Australier. "Wenn alles gut geht, ist das Augsburg-Spiel eine Option."
Mittlerweile trainiert Irvine wieder mit der Mannschaft mit und ist nah dran. "Wenn die Leistung stimmt und wir an Dortmund anknüpfen können, werden wir hier gewinnen", war er sich sicher.

29. August, 19.52 Uhr: St.-Pauli-Neuzugang will kühlen Kopf bewahren
Für St. Paulis Neuzugang Louis Oppie ist es das erste Hamburger Derby. Allzu viele Gedanken hat er sich im Vorfeld nicht gemacht. "Ich will bei meinen Plan bleiben", versicherte er. "Uns ist allen bewusst, dass es eine kranke Atmosphäre wird. Wir müssen kühlen Kopf bewahren."
Auf der Anfahrt zum Stadion hat er bereits einen kleinen Vorgeschmack erlebt. "Ein paar HSV-Fans haben uns liebe Grüße zugesteckt hat", sagte er und meinte damit zahlreiche Mittelfinger.

29. August, 19.45 Uhr: Torhüter betreten den Rasen
Den Anfang machten die Torhüter der Kiezkicker. Unter lautstarken Pfiffen kamen Nikola Vasilj und Ben Voll aus dem Tunnel.
Ganz anders als die HSV-Keeper das Grün betreten. Die Fans begrüßen Daniel Heuer Fernandes und Daniel Peretz.
29. August, 19.40: Ransford Königsdörffer mit großer Vorfreude
Seit dieser Saison geben die Profis auch vor der Partie Interviews. Bei Sky trat Ransford-Yeboah Königsdörffer vors Mikrofon.
"Ich freue mich sehr auf das Spiel, es ist ein wichtiges Spiel für die Stadt. Alle freuen sich, es ist das erste Heimspiel nach sieben Jahren in der Bundesliga. Besser könnte es nicht sein", erklärte der Angreifer. "Die ganze Stadt ist heiß, heute wird die Hütte brennen."

29. August, 19.30 Uhr: So sehen die Aufstellungen vom HSV und von St. Pauli aus
Rund eine Stunde dauert es noch, bis das 112. Stadtderby zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli angepfiffen wird. Das Personal steht bereits fest.
HSV: Heuer Fernandes - Torunarigha, Elfadli, Omari - Muheim, Remberg, Capaldo (C), Gocholeishvili - Sahiti, Rössing-Lelesiit - Königsdörffer
St. Pauli: Vasilj - Wahl, Smith, Dzwigala - Pyrka, Sands, Fujita, Oppie - Sinani - Hountondji, Pereira Lage
29. August, 19.12 Uhr: Vuskovic und Kaars im Derby-Kader
Sowohl der HSV als auch St. Pauli haben sich unmittelbar vor dem Derby verstärkt.
Die Rothosen liehen Luka Vuskovic von Tottenham aus, die Kiezkicker holten Martjin Kaars aus Magdeburg. Beide stehen direkt im Kader ihres jeweiligen Vereins.

29. August, 19.02 Uhr: St.-Pauli-Bus erreicht die Katakomben
Nur wenige Minuten nach dem HSV ist auch der FC St. Pauli im Volksparkstadion angekommen. Beide Teams bereiten sich nun auf das Derby vor.
Im Stadion selbst füllen sich immer mehr die Ränge, in gut zweieinhalb Stunden geht es endlich los.
29. August, 18.44 Uhr: HSV-Team nähert sich dem Stadion
Während die Fans im Stau rund um das Volksparkstadion stehen, darf der HSV-Bus einfach auf die Gegenfahrbahn und an allen vorbei. In wenigen Augenblicken erreicht das Team von Merlin Polzin die Arena.
Der FC St. Pauli hingegen befindet sich noch auf der Anfahrt.
29. August, 18.15 Uhr: Nikola Vasilj steht vor seinem siebtem Derby
Für St. Paulis Keeper Nikola Vasilj ist es am Freitag bereits das siebte Derby, das er miterlebt. Mathias Pereira Lage steht hingegen vor seinem Debüt.
"Ich weiß, dass es schon lange kein Derby mehr in der Bundesliga gegeben hat", erklärte der Sommer-Neuzugang. "Ich bin sehr aufgeregt und will mein Bestes geben, damit wir gewinnen."
Vasilj weiß hingegen genau, was ihn erwartet. "Jeder ist heiß auf dieses Spiel. Es geht nicht nur um die drei Punkte, es geht um den Stolz in der Stadt. Es darum, wer die Nummer eins in der Stadt ist."

29. August, 17.53 Uhr: St.-Pauli-Anhänger düsen los
Gegen 17 Uhr setzte sich der Tross von Radlern, Rollerfahrern und Skatern der St.-Pauli-Anhänger in Bewegung.
Der Konvoi wurde zwischendurch immer wieder gestoppt, um ein Aufeinandertreffen mit den HSV-Fans zu vermeiden. Die Polizei spricht von rund 6000 Menschen.

29. August, 17.40 Uhr: HSV-Fans kommen am Stadion an
Während die Fans der Kiezkicker noch Richtung Volkspark radeln, sind die HSV-Anhänger bereits angekommen.
Der Vorplatz vor dem Stadion füllt sich mehr und mehr, die Spannung steigt. Noch sind knapp drei Stunden bis zum Anpfiff.

29. August, 17.05 Uhr: So halten es die Promis mit den Hamburger Vereinen
In Hamburg muss man sich entscheiden: der HSV oder St. Pauli! So haben sich auch die Promis in der Hansestadt entsprechend aufgeteilt.
Mit dem HSV halten es unter anderem die beiden Komiker Oli Dittrich und Otto Waalkes, die Musiker Lotto King Karl, Olli Schulz und Scooter-Frontmann H.P. Baxxter, die Moderatorinnen Ina Müller und Janin Ullmann sowie ihr Kollege Olli Geißen, Koch Tim Mälzer, die Schauspieler Heino Ferch und Bjarne Mädel und ihre Kollegin Rhea Harder, und Blanco-Ex Andreas Ellermann.
Auf Seiten der Kiezkicker befinden sich unter anderem die Sänger Johannes Oerding und Thees Ullmann, "Die Ärzte"-Frontmann Bela B., die Moderatoren Elton, Steffen Hallaschka und Reinhold Beckmann, Koch Ralf Zacherl sowie Olivia Jones, Katharina Dürr, Ehefrau von Trash-TV-Star Stephen Dürr, die Schauspieler Sky du Mont und Axel Prahl und Versandhaus-Erbe Frank Otto.

29. August, 16.14 Uhr: HSV-Fans setzen sich in Bewegung
Um 15 Uhr hatten sich die HSV-Fans in Altona am Platz der Republik getroffen, eine gute Stunde später startete der Marsch Richtung Volksparkstadion.
Begleitet von der Polizei wurden die typischen Schlachtrufe ""Scheiß St. Pauli" und "Hier regiert der HSV" skandiert, zudem wurde hier und da ein blauer Rauchtopf gezündet.

29. August, 16 Uhr: Mit diesen Aufstellungen rechnet TAG24
HSV: Heuer Fernandes - Omari, Elfadli, Torunarigha - Gocholeishvili, Capaldo, Remberg, Muheim - Sahiti, Königsdörffer, Dompé
St. Pauli: Vasilj - Wahl, Smith, Ritzka - Pyrka, Sands, Fujita, Oppie - Sinani - Hountondji, Pereira Lage
29. August, 15.30 Uhr: Ex-Kapitän Sebastian Schonlau mit klarer Derby-Ansage
Sechs Derbys erlebte Sebastian Schonlau mit, fünf davon als Kapitän. Vor wenigen Wochen verabschiedete sich der Abwehrspieler in Richtung Vancouver, nun richtete er aber ein paar Worte an seine ehemalige Kollegen.
"Wenn ich an unsere Derbys zurückdenke. Vor allem an die im Volkspark, die waren unglaublich. Also zeigt morgen, wem die Stadt wirklich gehört. Nur der HSV!"
Generell habe es der 31-Jährige geliebt für den Verein zu spielen. "Ich habe es geliebt, die Jungs immer wieder aufs Feld zu führen. Und als Kapitän des HSV so eine wichtige Aufgabe zu übernehmen." Am Ende bedankte sich der Routinier noch für die Unterstützung bei den Fans, die dem Team trotz zahlreicher Rückschläge treu geblieben waren.
29. August, 15 Uhr: Das sagen die Trainer zum Derby
Während St. Paulis Trainer Alexander Blessin das Hamburger Stadtderby zum ersten Mal miterleben darf und auch überhaupt das erste Mal im Volksparkstadion sein wird, war HSV-Coach Merlin Polzin schon einige Male dabei - aber noch nie als Hauptverantwortlicher. Früher stand er als Fan in der Kurve, in der zweiten Liga saß er achtmal auf der Bank als Co-Trainer.
Nun ist er erneut mittendrin. "Wir werden am Freitag nicht Elf gegen Elf spielen, sondern wir sind mindestens 50.000 HSVer, die alles geben werden, damit wir den Derbysieg holen", war sich Polzin sicher. Immerhin ist es für den HSV das erste Heimspiel in der ersten Liga seit sieben Jahren.
Blessin kennt ein Stadtderby zumindest aus seiner Zeit in Italien. Als er den Genua FC trainierte, traf er auf Sampdoria. Das Duell ging mit 0:1 verloren, sein Team verschoss in der Nachspielzeit einen Elfmeter. Am Ende der Saison blieb die Sampdoria in der Liga und Blessin stieg mit seiner Mannschaft ab.
Die Vorfreude auf den heutigen Abend und sein erstes Hamburger Derby ist dennoch groß: "Deutschlandweit sucht das seinesgleichen, es gibt aktuell keine Stadt mit zwei Bundesligavereinen. Es jetzt selbst mitzuerleben, ist eine große Sache."

29. August, 14.40 Uhr: Ultras mit klaren Ansagen an Mannschaften
Schon direkt nach dem ersten Spiel gab es von den Anhängern die ersten Ansagen an beide Teams für das Derby.
Nach dem spektakulären 3:3 gegen den BVB hielten die Ultras von St. Pauli ein Banner mit der Aufschrift "Holt für uns den Derbysieg" hoch.
Und natürlich ließen es sich auch die HSV-Fans nicht nehmen, ihrem Team eine Ansage mit auf den Weg zu geben. Im Anschluss an das torlose Remis in Gladbach schallte es "Die Stadt gehört uns, die Stadt gehört uns – scheiß auf St. Pauli, die Stadt gehört uns" aus den Kehlen der mitgereisten Fans.

29. August, 14 Uhr: Derby-Bilanz spricht deutliche Sprache
Am Freitagabend steigt das 112. Duell zwischen den beiden Hamburger Vereinen. Die Bilanz spricht eine eindeutige Sprache.
Von den bisherigen 111 Pflichtspielen konnte der HSV 70 gewinnen, St. Pauli hingegen nur 24. 17 Partien endeten mit einem Unentschieden. In der ersten Liga trafen beide Teams 16-mal aufeinander, die Rothosen entschieden acht davon für sich, die Boys in Brown nur zwei - das erste 1977 und das letzte 2011.
Torschütze damals: Gerald Asamoah. Der Sieg war zugleich aber auch der Anfang vom Ende. St. Pauli gewann zwar noch die darauffolgende Partie, holte aus den weiteren zwölf Spielen aber nur noch einen Zähler und stieg ab.
Das letzte Aufeinandertreffen im Volksparkstadion im April 2024 konnte der HSV durch einen Treffer von Robert Glatzel mit 1:0 für sich entscheiden und somit den Aufstieg des Erzrivalen im eigenen Stadion verhindern.

29. August, 13.30 Uhr: Derby auch für die Polizei ein "herausragender Einsatz"
Nicht nur für die beiden Vereine ist das Stadtderby etwas Besonderes, sondern auch für die Hamburger Polizei. "Auch für uns ist es ein Highlight und ein herausragender Einsatz", erklärte ein Sprecher auf TAG24-Nachfrage.
Am Freitagabend setzt die Polizei in großen Teilen wieder auf das bewährte Sicherheitskonzept der vorherigen Derbys - mit starken, aber angemessenen Kräften. "Wir zehren von der Erfahrungen, das hat sich bewährt", hieß es weiter.
Der zentrale Punkt der Einsatzkräfte dürfte klar sein: die strikte Trennung der beiden Fanlager. Denn eines ist klar, das Verhältnis zwischen den Anhängern des HSV und des FC St. Pauli wird als "feindschaftlich" eingestuft.
Mit entsprechenden Kräften und der Unterstützung aus anderen Bundesländern und der Bundespolizei werden auch die Fanmärsche begleitet.
29. August, 13 Uhr: Die wichtigsten Infos zu den Fanmärschen
Die Fanszenen beider Vereine haben sich für das Derby etwas Besonderes einfallen lassen.
Die HSV-Anhänger treffen sich um 15 auf dem Platz der Republik in Altona. Von dort aus ziehen sie über die Max-Brauer-Allee und den Lessingtunnel in Richtung Bahrenfelder Steindamm. Über den Bornkampsweg und die Schnackenburgallee geht es schließlich zum Stadion.
Die St.-Pauli-Fans haben zu einer "großen Fahrrad-/Rollertour" aufgerufen. Diese startet um 16.15 Uhr am Millerntor und führt über den Neuen Pferdemarkt und die Stresemannstraße RIchtung Volkspark. Passiert wird im Verlauf die Bahrenfelder und die Luruper Chaussee, ehe es über den Gästeeingang ins Stadion geht.

29. August, 12.31 Uhr: Christian Dingert leitet das Derby
Für ihn ist es eine Premiere! Schiedsrichter Christian Dingert leitet zum ersten Mal in seiner Karriere das Hamburger Stadtderby. Assistiert wird der Diplom-Verwaltungswirt von Stefan Lupp und Marco Achmüller sowie dem Vierten Offiziellen Florian Badstüber.
Als Video-Assistent fungiert Harm Osmers, der von Markus Sinn unterstützt wird.
Mit Blick auf die bisherigen Einsätze von Dingert hat der HSV einen kleinen Vorteil. Pfiff der 45-Jährige die Rothosen, konnten sie zehn der 22 Partien gewinnen und verloren nur fünf. Zuletzt leitete er den 1:0-Sieg gegen den 1. FC Köln in der vergangenen Saison.
Die Kiezkicker hingegen haben unter dem Referee eine ausgeglichene Bilanz: sieben Siege, sieben Unentschieden, sieben Niederlagen. An die letzte Begegnung dürften sie aber gute Erinnerungen. Es war das 2:2 bei Eintracht Frankfurt am vorletzten Spieltag, wodurch St. Pauli den Klassenerhalt feiern konnte.
29. August, 12 Uhr: Das 112. Hamburger Stadtderby steht an
Moin und herzlich willkommen aus Hamburg - zum 112. Stadtderby zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli! Noch sind es achteinhalb Stunden bis zum Anpfiff, bis dahin werdet Ihr mit allen wichtigen Informationen rund um das Duell von uns versorgt.
Titelfoto: WITTERS