HSV trauert verpasstem Coup hinterher und ärgert sich über unnötige Fehler

Hamburg - Ein sehr bitterer Abend: 73 Minuten sah alles nach einem großen Coup des HSV bei Borussia Dortmund aus - bis der BVB innerhalb von elf Minuten dreimal traf und den Rothosen noch eine schmerzhafte 2:3-Pleite zufügte.

Der Frust über die eigenen Fehler war bei den HSV-Profis nach der Topspiel-Niederlage gegen den BVB groß.  © WITTERS

Die Niederlage war letztlich verdient, darin waren sich alle Hanseaten nach Schlusspfiff einig - und dass trotz einer ersten Hälfte, die zweifellos eine der besten HSV-Halbzeiten in dieser Saison war.

"Ich bin verdammt stolz auf die Jungs, wie sie die erste Halbzeit gespielt haben", unterstrich Coach Merlin Polzin (35). Seine Mannschaft war in den ersten 45 Minuten extrem griffig in den Zweikämpfen und zudem kaltschnäuzig vor dem Tor.

"Es ist nicht selbstverständlich, dass man auswärts gegen einen Gegner auf diesem Niveau mit dieser Courage spielt", lobte Sportdirektor Claus Costa (41).

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Völlig verdient war deshalb auch die Zwei-Tore-Führung, mit der die Hamburger in die Pause gingen. "Es war klar, dass der Druck nach der Pause größer werden und Dortmund mehr ins Risiko gehen wird", urteilte Polzin.

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HSV-Coach Polzin nimmt Spieler in die Pflicht: "Müssen daraus lernen"

HSV-Coach Merlin Polzin (35, 2.v.l.) nahm seine Spieler in die Pflicht, aus der Pleite zu lernen.  © WITTERS

Und tatsächlich: Nach dem Wiederanpfiff war es ein völlig anderes Spiel. Der HSV kam kaum noch in die Zweikämpfe und ließ sich vom BVB nahezu erdrücken. "Da war die Wucht von Dortmund zu groß und wir konnten nicht mehr standhalten", betonte Keeper Daniel Heuer Fernandes (33).

Auch durch zwei weitere leichtfertig hergeschenkte Strafstöße - den ersten hatte Felix Nmecha noch vergeben - drehten die Borussen die Partie. "Wenn du drei Elfmeter gegen dich kriegst, kannst du so ein Spiel nicht gewinnen", kritisierte Miro Muheim (27), der selbst einen verschuldet hatte.

Albert Sambi Lokonga () sah es ähnlich: "Wir haben heute zu viele Fehler gemacht, um ein solches Spiel zu gewinnen." Polzin wiederum unterstrich: "Diese Kleinigkeiten sind in der Bundesliga entscheidend. Wir wollen und müssen daraus lernen."

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Irre Statistik: In der zweiten Halbzeit hatte der HSV nicht einen einzigen Ballkontakt im gegnerischen Strafraum. So blieb schließlich die Erkenntnis, dass eine gute Halbzeit gegen ein Top-Team der Bundesliga nicht ausreicht.

Tabelle 1. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Bayern München 27 97:25 70
2 Borussia Dortmund 27 58:28 61
3 RB Leipzig 27 53:35 50
4 VfB Stuttgart 26 51:34 50
5 TSG 1899 Hoffenheim 27 54:39 50
6 Bayer 04 Leverkusen 27 52:36 46
7 Eintracht Frankfurt 26 49:49 38
8 SC Freiburg 26 37:43 34
9 FC Augsburg 26 31:45 31
10 1. FC Union Berlin 27 31:46 31
11 Hamburger SV 27 31:40 30
12 Borussia Mönchengladbach 27 33:46 29
13 SV Werder Bremen 27 30:47 28
14 1. FSV Mainz 05 26 31:41 27
15 1. FC Köln 27 38:47 26
16 FC St. Pauli 26 23:42 24
17 VfL Wolfsburg 27 35:57 21
18 1. FC Heidenheim 27 27:61 15

Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.

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