Chancen im Minutentakt, drei Alu-Treffer: 1. FC Lokomotive Leipzig verliert ganz bitter!

Leipzig - Der 1. FC Lokomotive Leipzig hat die zweite schmerzhafte Niederlage in Folge kassiert! Am Samstagnachmittag besiegte der ZFC Meuselwitz in der Regionalliga die Sachsen mit 1:0 (0:0). Ein Ergebnis, das man fast nicht glauben mag, wenn man den Spielverlauf gesehen hat.

Der 1. FC Lokomotive Leipzig war in der Anfangsphase das deutlich bessere Team. Die Gäste aus Meuselwitz brauchten etwas, um in die Partie zu finden.
Der 1. FC Lokomotive Leipzig war in der Anfangsphase das deutlich bessere Team. Die Gäste aus Meuselwitz brauchten etwas, um in die Partie zu finden.  © Picture Point / Gabor Krieg

Das erste und einzige Tor im Bruno-Plache-Stadion vor 2810 Zuschauern erzielte Florian Hansch für die Gäste nach 82. Zeigerumdrehungen.

Nach der schwachen 2:4-Pleite der Sachsen gegen den SV Lichtenberg 47 tauschte Coach Almedin Civa seine Elf auf drei Positionen. Mike Eglseder, Riccardo Grym und Osman Atilgan blieben draußen. Linus Jakob Zimmer, Theo Ogbidi und Farid Abderrahmane kamen dafür ins Spiel.

Dem ZFC gelang in der Vorwoche ein Achtungserfolg. Mit einem 1:2 wurde der FC Carl Zeiss Jena heim geschickt. Meuselwitz-Trainer Heiko Weber tauschte deshalb nur auf der Tormann-Position: Justin Fietz ersetzte Jean-Marie Plath.

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Die Loksche wollte für Wiedergutmachung sorgen und mit einem Sieg wieder näher an die Tabellenspitze heranrücken.

Das sah man auch in den ersten Minuten. Die Gastgeber waren bemüht, stetig näher an den Gästestrafraum heranzurücken. Erste Abschlussversuche von Tobias Dombrova (6.) oder Ogbidi (13.) fanden jedoch noch nicht ihr Ziel.

Nach einer Viertelstunde spielten dann auch die Thüringer etwas mit, ohne dabei wirklich gefährlich zu werden. Viel mehr war es aber definitiv die Partie der Hausherren, die eine richtig gute Anfangsphase ablieferten – nur das Tor fehlte noch.

Doch wie aus dem Nichts wäre es tatsächlich kurz darauf auf der Gegenseite gefallen. Nach einem Freistoß aus 25 Metern von Dominik Bock musste sich Lok-Keeper Isa Dogan ganz lang machen und zur Ecke parieren – so schnell kann es gehen (25.).

Aufstellungen des 1. FC Lokomotive Leipzig und des ZFC Meuselwitz in der Regionalliga Nordost

1. FC Lokomotive Leipzig bekommt spät die kalte Dusche

Nachdem auch die Gäste ein paar Chancen verzeichnen konnten, wurde es ausgeglichener in Halbzeit Eins. Individuell war Lok aber besser, nur ein Tor fehlte noch.
Nachdem auch die Gäste ein paar Chancen verzeichnen konnten, wurde es ausgeglichener in Halbzeit Eins. Individuell war Lok aber besser, nur ein Tor fehlte noch.  © Picture Point / Gabor Krieg

Spätestens nach der dicken Freistoß-Möglichkeit hatten die Gäste ihre Chance gewittert. Die Sachsen verloren etwas den Faden – viele Zweikämpfe sorgten für einige Unterbrechungen.

Erst gegen Ende der ersten 45 Zeigerumdrehungen knüpften die Sachsen wieder an die Tugenden der Anfangsphase an. Der extrem aktive Ogbidi hatte zwei dicke Möglichkeiten zur Führung, traf aber bei der besseren von beiden nur den Pfosten (40.).

Die noch größere Möglichkeit für den ersten Treffer hatte aber Sascha Pfeffer, der einen Foulelfmeter halbhoch links vorbeischoss (42.). So mussten sich die Gastgeber letztendlich sehr ärgern, nicht mit einem Vorsprung in die Kabinen gehen zu können.

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Doch im zweiten Durchgang marschierten die Blau-Gelben munter weiter aufs gegnerische Tor zu. Der ZFC konnte sich kaum befreien. Lok-Torjäger Djamal Ziane probierte es mehrfach mit dem Kopf, traf jedoch den Kasten nicht.

Auch Pfeffer wollte seinen Fehlschuss vor der Pause wiedergutmachen und zündete aus 25 Metern ein richtiges Geschoss. Das Leder knallte aber nur an den Querbalken – wieder kein Treffer (58.)! Eine Führung für die Hausherren wäre mehr als verdient gewesen. Doch Civa hatte offenbar vergessen, seinen Jungs das Zielwasser zu geben.

Ab der 70. Minute wurde Lok immer offensiver. Es gab Chancen im Minutentakt. Doch weder Ziane (69.), noch Eric Voufack (72.) trafen mit ihren Abschlüssen das Tor. Langsam aber sicher lief den Sachsen die Zeit davon.

Man muss aber auch sagen: Die Leipziger hatten massives Pech! Der eingewechselte Atilgan traf nach einer Flanke von rechts ebenfalls nur die Latte – das dritte Mal Aluminium für Lok an diesem Tag (77.).

Dass der Fußballgott definitiv kein Fan der Blau-Gelben an diesem Samstag war, zeigte die Szene kurz darauf. Nach einem Lok-Abwehrfehler auf der linken Seite schaltete Meuselwitz-Angreifer Hansch am schnellsten und schob ins linke untere Eck zur Führung für die Gäste ein (82.).

Von diesem Schock erholten sich die Hausherren nicht mehr. Am Ende wird es vermutlich kein Leipziger verstehen können, wie dieses Spiel verloren gehen konnte.

Kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit versemmelte Sascha Pfeffer einen Elfmeter.
Kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit versemmelte Sascha Pfeffer einen Elfmeter.  © Picture Point / Gabor Krieg

Am kommenden Samstag empfangen die Leipziger Handwerk Rabenstein zum Achtelfinale des Sachsenpokals. Auch der ZFC spielt nächste Woche einen Wettbewerb. Dann geht es für die Thüringer im TFV-Pokal zum 1. FC Greiz.

Titelfoto: Picture Point / Gabor Krieg

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