Nach Rassismus-Vorfall bei Lok gegen Zwickau: Jetzt ermittelt der NOFV

Leipzig - Wegen eines angeblichen Rassismus-Vorfalls beim Regionalligaspiel des FSV Zwickau beim 1. FC Lok Leipzig hat der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Beim Spiel gegen den FSV Zwickau sollen Anhänger von Lok Leipzig Verteidiger Lloyd-Addo Kuffour vom FSV rassistisch beleidigt haben.
Beim Spiel gegen den FSV Zwickau sollen Anhänger von Lok Leipzig Verteidiger Lloyd-Addo Kuffour vom FSV rassistisch beleidigt haben.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Das bestätigte NOFV-Geschäftsführer Till Dahlitz am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Unser Sicherheitsbeobachter war vor Ort, hat es zu dem Zeitpunkt aber nicht ganz mitbekommen. Er wurde aber von den Zwickauer Verantwortlichen informiert und wird das Bildmaterial in Kürze auswerten", sagte Dahlitz.

Der Zwickauer Spieler Lloyd-Addo Kuffour (21) soll beim Spiel der Westsachsen in der Regionalliga Nordost bei Lok Leipzig rassistisch beschimpft worden sein.

"Ich bin auf dem Fußballfeld bisher zweimal in meinem Leben beleidigt worden, und das war jedes Mal gegen Lok. Ich habe schon geahnt, dass es heute wieder passiert", sagte der 21 Jahre alte Kuffour, der ghanaische Wurzeln hat, der "Freien Presse" (Dienstag). Die Zwickauer erstatteten nach dem Spiel am Sonntag Anzeige beim NOFV.

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Nach Angaben des FSV seien die Zwickauer beim Gang in die Kabine nach dem Aufwärmen von der Haupttribüne aus mit antisemitischen und rassistischen Äußerungen beschimpft worden.

Lok Leipzig über Vorfall: "Wir verabscheuen derartige Entgleisungen"

Kuffour sei auf dem Platz bisher zweimal in seinem Leben beleidigt worden, sagte er in einem Interview. "Das war jedes Mal gegen Lok."
Kuffour sei auf dem Platz bisher zweimal in seinem Leben beleidigt worden, sagte er in einem Interview. "Das war jedes Mal gegen Lok."  © PICTURE POINT / R. Petzsche

Auf Instagram schrieb der FSV: "Ja auch wir wissen, dass es im Fußball häufig ruppig zugeht – gern auch mal verbal. Emotionen, Provokationen und auch Beleidigungen, das brauchen wir nicht zu beschönigen... Aber diese Folklore hat ihre Grenzen, wenn antisemitische und rassistische Beleidigungen wie 'Juden Zwickau' und 'Bimbo' fallen, egal in welchem Stadion."

Lok-Geschäftsführer Alexander Voigt zeigte sich auf TAG24-Nachfrage bestürzt: "Wir setzen uns schon seit vielen Jahren gegen Diskriminierung, Rassismus und Gewalt im Stadion ein und verabscheuen derartige Entgleisungen."

Voigt weiter: "Wir hätten uns schon während des Spieles an der Aufklärung aktiv mitbeteiligt, wenn wir Kenntnis davon gehabt hätten oder informiert worden wären. Leider haben wir es erst Stunden nach der Abreise der Zwickauer erfahren. Natürlich werden wir alles dafür tun, um zur Aufklärung beizutragen."

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Bereits im Hinspiel hatten Lok-Anhänger im Zwickauer Stadion randaliert und unter anderem Toiletten und Drehkreuze zerstört. Der Schaden belief sich auf rund 10.000 Euro.

Ein Sponsor der Leipziger reparierte den Großteil des Schadens damals.

Titelfoto: PICTURE POINT / S. Sonntag

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