Bald weltweit teuerster Verteidiger? RB Leipzig lässt Angebote für Gvardiol verschwinden

Leipzig - Vor anderthalb Jahren kam Josko Gvardiol (20) zu RB Leipzig. Nach einer Marktwertexplosion - begünstigt auch durch ein Rekordtor bei der Winter-WM - ist ein Verbleib in Sachsen bis zum Vertragsende 2027 nahezu ausgeschlossen. Doch ihr neuer Sportgeschäftsführer Max Eberl (49) weiß, wie er Angebote ganz einfach verschwinden lassen kann.

Wird in nicht allzu ferner Zukunft wohl teuerster Verteidiger der Welt: Josko Gvardiol (20), der mit Kroatien Bronze in Katar holte.
Wird in nicht allzu ferner Zukunft wohl teuerster Verteidiger der Welt: Josko Gvardiol (20), der mit Kroatien Bronze in Katar holte.  © Tom Weller/dpa

Mit seinem zwischenzeitlichen 1:0 beim 2:1-Sieg im Spiel um Platz 3 gegen Marokko war Gvardiol maßgeblich am starken Abschneiden der Kroaten beteiligt, die zum zweiten Mal hintereinander in einem WM-Halbfinale gestanden hatten. Der 20-Jährige avancierte zudem zum jüngsten kroatischen Torschützen bei einer Weltmeisterschaft.

Nicht nur deswegen haben europäische Topklubs den Abwehrbullen auf dem Zettel. Innerhalb von knapp 18 Monaten konnte Gvardiol seinen Marktwert auf jetzt rund 60 Millionen Euro verdreifachen.

Ein Wechsel in diesem Winter ist ausgeschlossen und auch im Sommer 2023 wird der Kroate seine Zelte in Leipzig wohl noch nicht abbrechen. Mails mit dem Betreff "Anfrage Gvardiol" seien auf Eberls PC "alle im Spam-Ordner", scherzte er am Montag bei "Sport und Talk aus dem Hangar-7" auf ServusTV. "Wenn Gvardiol, Angebot, ist Spam direkt. Also habe ich keins bekommen." Zumindest nicht während der am Sonntag beendeten WM ...

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"Ich bin froh, dass ich mit ihm zusammenarbeiten darf, habe ihn aber auch noch gar nicht gesehen und Guten Tag gesagt", sagte Eberl, der "länger als nur ein halbes Jahr" mit Spielern wie Gvardiol zusammenarbeiten will. "Ich hoffe und gehe davon aus, dass er lange bei uns spielen wird."

Über 2024 hinaus wird das - Stand jetzt - aber wohl nichts. Dann besitzt er laut übereinstimmenden Medienberichten eine Ausstiegsklausel, die laut Sky bei 110 Millionen Euro liegen soll. Sky-Transferexperte Marc Behrenbeck (40) bei "Transfer Update - die Show": "Ich lege mich fest: Gvardiol wird nicht nur der teuerste Bundesliga-Export, sondern auch der teuerste Verteidiger der Welt."

Max Eberl voller Tatendrang jetzt bei RB Leipzig: "Diese zehn Monate waren Gold wert!"

Max Eberl (49) ist seit Anfang Dezember Geschäftsführer Sport bei RB Leipzig.
Max Eberl (49) ist seit Anfang Dezember Geschäftsführer Sport bei RB Leipzig.  © Picture Point

Am 20. Januar (20.30 Uhr/SAT.1 & DAZN) steht gegen den FC Bayern München Max Eberls erstes Spiel als RB-Verantwortlicher an. Bei den Roten Bullen will er mit seinem neuen alten Trainer Marco Rose (46) "einen geilen Job machen bei diesem geilen Klub, um vielleicht irgendwann mal Titel feiern zu können".

Dass es zu dieser Konstellation kommt, sah lange Zeit nicht danach aus. Schon nach seiner Vertragsverlängerung bis 2026 bei Ex-Verein Borussia Mönchengladbach Ende 2020 merkte er, "dass irgendetwas nicht stimmt und ich raus muss aus diesem Mühlenrad. Irgendwann habe ich gemerkt, ich muss aufpassen. Ich saß weinend zu Hause, kam jeden Abend nach Hause und war durch auf dem Sofa, wusste nicht, wo hinten und wo vorne ist."

Müde und erschöpft von den Rahmenbedingungen im Profifußball nahm er sich eine zehnmonatige Auszeit, stieg anschließend bei RB Leipzig ein. Kein leichter Schritt für den Manager, sei er Gladbach doch "emotional sehr, sehr, sehr verbunden".

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Neben Reisen nach Afrika, Asien und Südamerika begab er sich auch auf eine psychische Reise. Heute sagt er: "Diese zehn Monate waren Gold wert."

Titelfoto: Bildmontage: Tom Weller/dpa, Picture Point

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