Erst Boykott, dann Spektakel: Union Berlin beendet Leipzigs Mega-Serie!

Leipzig - Samstagabend, Flutlicht, Spitzenduell im Meisterschaftsrennen der Bundesliga - eigentlich war alles für ein wahres Fußballfest angerichtet. Doch der nominelle Kracher zwischen RB Leipzig und Union Berlin brauchte eine Weile, bis es richtig knallte. Und das galt auch für die Fans auf den Rängen.

Die Union-Fans rollten Spruchbänder gegen Max Eberl aus.
Die Union-Fans rollten Spruchbänder gegen Max Eberl aus.  © Robert Michael/dpa

Die mitgereisten FCU-Anhänger blieben die erste Viertelstunde des späteren 2:1-Erfolgs aus Protest gegen "das Konstrukt RB" nämlich stumm und machten zudem mit unschönen Plakaten gegen Leipzigs Sportdirektor Max Eberl - wie zuletzt schon die Zuschauer des 1.FC Köln - auf sich aufmerksam.

Coach Urs Fischer war übrigens kein Freund der angekündigten Lautlos-Aktion, wie er auf der Pressekonferenz im Vorfeld verlauten ließ: "Aber das gilt es zu akzeptieren. Das ist die Botschaft der Fans", so der 56-Jährige.

Erst nach Ablauf des Stimmungs-Boykotts nahm die Partie etwas Fahrt auf.

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Die Eisernen ließen sich von der Lethargie der Zuschauer allerdings zunächst anstecken, denn die Roten Bullen aus der Messestadt erhöhten gegen sehr zurückhaltende Berliner von Minute zu Minute die Schlagzahl und belohnten sich obendrein gleich mit der ersten Gelegenheit.

Nach Querpass von Szoboszlai wurde Benjamin Henrichs nicht wirklich attackiert, fasste sich ein Herz und nagelte das Leder mit großer Wucht aufs eiserne Gehäuse. Keeper Rönnow war mit den Fingerspitzen noch leicht dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern (24.).

Auch der Rückstand lockte die Gäste in der Folge noch nicht aus dem Schneckenhaus, während Leipzig mit dem Treffer im Rücken sowie dem Spielverlauf zufrieden schien und vor dem Pausentee nicht mehr mit Vehemenz auf das zweite Tor drängte.

Benjamin Henrichs brachte RB Leipzig in der ersten Halbzeit in Front.
Benjamin Henrichs brachte RB Leipzig in der ersten Halbzeit in Front.  © Robert Michael/dpa

Janik Haberer und Robin Knoche drehen das Spiel und beenden RB-Leipzig-Serie

Robin Knoche (vorn) jubelt über seinen Siegtreffer gegen RB Leipzig.
Robin Knoche (vorn) jubelt über seinen Siegtreffer gegen RB Leipzig.  © Robert Michael/dpa

Im zweiten Durchgang setzte sich der müde Kick erstmal fort, dann bewiesen die Köpenicker allerdings erneut, dass sie kein Chancenfeuerwerk brauchen.

Eine Ecke von der rechten Seite wurde von Szoboszlai unfreiwillig in den Rückraum verlängert, wo Janik Haberer die Pille volley nahm, perfekt traf und humorlos mit 101 Kilometern pro Stunde ins Netz donnerte (61.). Was für ein Geschoss!

Rund zehn Zeigerumdrehungen später folgte gleich der nächste Streich. RBL-Verteidiger Simakan ging im eigenen Strafraum aktiv mit dem rechten Arm zum Ball, Schiedsrichter Daniel Schlager zeigte folgerichtig sofort auf den Punkt.

Schluss mit den Gerüchten: Rose bleibt bei RB Leipzig!
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Den fälligen Elfer nagelte Robin Knoche ansatzlos in die Mitte, da Janis Blaswich aber nach rechts sprang, reichte das zur 2:1-Führung der Berliner (72.).

Zwar gelang Poulsen in der Schlussphase der vermeintliche Ausgleich, aber das Tor zählte wegen einer vorherigen Abseitsstellung von Timo Werner nach VAR-Überprüfung doch nicht.

Die Eisernen zitterten den knappen Vorsprung letztendlich über die Ziellinie und beendeten damit eine irre Serie der Hausherren: Die Sachsen waren vor dem Spitzen-Duell seit satten 18 Pflichtspielen ungeschlagen, die letzte Pleite setzte es vor der Winter-WM im September in Gladbach.

Statistiken zum Bundesliga-Spiel zwischen RB Leipzig und Union Berlin

RB Leipzig - 1. FC Union Berlin 1:2 (1:0)

Aufstellungen

RB Leipzig: Blaswich - Simakan (74. Y. Poulsen), Klostermann, Gvardiol - Halstenberg (88. Raum), Laimer (62. Haidara), Schlager, Henrichs - Szoboszlai - André Silva (74. Forsberg), Werner

1. FC Union Berlin: Rönnow - Doekhi, Knoche, Leite - Juranovic, Khedira, Gießelmann (80. Seguin) - Laidouni (86. Thorsby), Haberer (80. Roussillon) - K. Behrens (62. Siebatcheu), S. Becker (62. S. Michel)

Schiedsrichter: Daniel Schlager (Rastatt)

Zuschauer: 47.069

Tore: 1:0 Henrichs (24.), 1:1 Haberer (61.), 1:2 Knoche (72./Handelfmeter)

Gelbe Karten: Halstenberg (1), Schlager (2), Werner (2), Y. Poulsen (1) / Knoche (3), Laidouni (1), Siebatcheu (2), Leite (2)

Titelfoto: Robert Michael/dpa

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