Leipzig - "Mir tut das wirklich sehr leid. Gar keine Frage", sagt Marcel Schäfer (42) über die unrühmliche Entlassung von Ole Werner (38) bei RB Leipzig. Der Sport-Geschäftsführer hat nun erklärt, wie es zur Trennung und der fragwürdigen Kommunikation gekommen ist.
"Die letzten Wochen – und so selbstkritisch muss man sein – waren alles andere als optimal, einfach schlecht", sagte Schäfer der Bild.
"Aber man muss wissen: Wir hatten bereits in Südafrika ein längeres, vertrauliches Gespräch mit Ole. Dieses wollten wir nach seinem Urlaub fortsetzen", erklärt er den Ablauf. "Dass sich dazwischen dann vieles aus verschiedensten Gründen in der Öffentlichkeit abgespielt hat, war sowohl dem Menschen als auch dem Trainer Ole Werner gegenüber absolut unwürdig."
Es gehe um eine respektvolle Art und Weise, auch harte Entscheidungen zu kommunizieren. "Das haben wir alles dieses Mal nicht geschafft."
Dass sich Jürgen Klopp (59), wie es in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, für eine Werner-Freistellung starkgemacht und die Leipziger Verantwortlichen quasi überstimmt habe, sei nicht der Fall. Seine eigene One-Man-Show wolle Schäfer nicht spielen, kontroverse Diskussionen mit dem Global-Team seien gewollt. "Aber am Ende übernehmen wir in Leipzig die Verantwortung."
Martín Demichelis mit Mallorca abgestiegen? "Das ist gefährliches Halbwissen!"
Erst nach der Werner-Freistellung sei mit der Seite des neuen Trainers Martín Demichelis (45) verhandelt worden, stellt Marcel Schäfer klar.
Der Argentinier, der am Montag in Leipzig eingetroffen ist, vereine den Siegeswillen über eine inhaltliche und eine physische Komponente und habe Begeisterung, Feuer und Leidenschaft. Und die soll Werner, der den besten Punkteschnitt aller RB-Trainer in der Bundesliga erreicht und die Roten Bullen als starken Dritten wieder in die Champions League geführt hat, also nicht gehabt haben?
Der frühere Weltklasse-Verteidiger stehe mit hohem Pressing und hoher Intensität für "Fußball-Attacke-Modus. Das ist etwas, was uns in den Gesprächen, in den Analysen und Beobachtungen auch überzeugt hat."
Dass Demichelis mit RCD Mallorca aus der spanischen LaLiga abgestiegen ist, sei "gefährliches Halbwissen. Ja, er ist mit Mallorca abgestiegen. Aber er hat das Team nur zwölf Spiele gecoacht und dabei einen Punkteschnitt erreicht, der in LaLiga für Europa gereicht hätte."