Leipzig - Ganz schwer zu erklären, was da Samstagabend in der Red Bull Arena passiert ist. RB Leipzig spielt eine überragende Halbzeit gegen den FC Bayern München, führt verdient mit 1:0 zum Pausenpfiff. Im zweiten Durchgang geht dann aus Sachsen-Sicht aber gefühlt alles schief. Am Ende kamen die Rasenballer nach dem 0:6 im Hinspiel auch daheim mit 1:5 unter die Räder.
Zehn Minuten vor dem Anpfiff wurde es erst einmal richtig emotional in der Red Bull Arena. Kevin Kampl, der aus privaten Gründen seine Karriere beendet hatte, wurde unter tosendem Applaus der Fans verabschiedet.
Mit Mikro ausgestattet und Tränen in den Augen lief er auf das Feld. "Jeder Euro den wir für dich ausgegeben haben, war es wert", sagte Oliver Mintzlaff zu Leipzigs Nummer 44.
Der tief berührte Spieler kurz darauf: "Ich hätte mir gewünscht, noch ein letztes Mal hier auf dem Rasen zu stehen. Aber manchmal kommen die Dinge im Leben so, wie sie kommen. Aber für mich ist es jetzt die richtige Entscheidung, nach Hause zu gehen. Am Ende bleibt einfach nur Dankbarkeit. Dieser Verein wird noch viele Titel holen - mit mir dann als Fan."
Kurz nach der Verabschiedung rollte dann die Kugel schon. Die Hausherren kamen gut rein, hatten in den ersten fünf Minuten gleich zwei Torchancen. Kurz darauf hätten die Sachsen in Führung gehen müssen! Doch Antonio Nusas Schuss aus kurzer Distanz ging ganz knapp links vorbei (7.).
Die Bayern schauten aber keinesfalls nur zu sondern spielten ebenfalls munter nach vorn. Es war ein tolles Fußballspiel mit vielen Abschlüssen. Trotzdem mussten sich die Rasenballer nach einer Viertelstunde schon heftig ärgern, dass sie so viele Möglichkeiten liegen ließen. Doch schließlich klingelte es verdient im Bayerntor! Die Hausherren starteten einen schnellen Angriff über links. Der Querpass von David Raum fand schließlich Romulo, der nur noch einschieben musste (21.).
RB Leipzig und der FC Bayern München liefern sich starken Schlagabtausch
Auch nach dem 1:0 gab es weiter Großchancen. Nusa hatte den zweiten Treffer auf dem Fuß, als er allein auf Manuel Neuer zulief. Der Norweger schlenzte die Kugel aber links oben über den Kasten (24.).
Im Anschluss beruhigte sich die Sachlage auf dem Platz etwas, auch wenn man das Gefühl hatte, dass jederzeit etwas passieren könnte.
Zum Ende der ersten Hälfte wurden die Gäste etwas dominanter. Ein Tor fiel allerdings bis zum Pausenpfiff nicht mehr.
Dafür lag das Rund aber kurz nach Wiederanpfiff im Netz. Christoph Baumgartner ließ sich die Kugel zu leicht abnehmen. Das Rund rutschte durch zu Serge Gnabry, der von rechts nur noch links einschieben musste (50.).
Der Rekordmeister wurde jetzt immer stärker. Von den Sachsen kam offensiv kaum mehr was. Es war im Vergleich zur ersten Hälfte eine komplett andere Halbzeit. Die Roten Bullen überließen den Gästen zu sehr das Feld. Das rächt sich als Gegner des FC Bayern in der Regel.
Nach 60 Minuten hatten das die Gastgeber auch kapiert und drehten plötzlich wieder auf! Nun war es wieder ein offener Schlagabtausch, ein Wahnsinns-Spiel! Bitter, das ein Ausrutscher aber erst für ein Tor sorgte. Ridle Baku rutschte nach einer harmlosen Hereingabe im Strafraum aus und Harry Kane bedankte sich hinter ihm und schraubte die Kugel resolut ins Netz (67.).
Schlussphase zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern
Jetzt war eigentlich nur die Frage, ob die Gastgeber in der Schlussphase noch einmal herankommen können?
Chancen jedenfalls gab es. Yan Diomande brach auf rechts beispielsweise durch, anstatt querzulegen, schloss er jedoch ab, sodass Neuer stark halten konnte - auch da war mehr drin (72.).
Langsam aber sicher lief die Uhr herunter. Die Bayern spulten jetzt ihr gewohntes Spiel ab, hatten extrem viel Ballbesitz und setzten immer wieder Nadelstiche.
In der 83. Minute lag der Ball wieder im Netz der Leipziger. Jonathan Tah stieß Baumgartner vor seinem entscheidenden Kopfball zwar weg, der Treffer zählte aber dennoch. Willi Orban war wohl auch als Letztes dran.
Jetzt zerbrachen die Sachsen in alle Einzelteile. Nur zwei Minuten später machten die Bayern das 4:1. Torschütze war Aleksandar Pavlovic, der keine Mühe hatte, den Querpass von Michael Olise zu nutzen.
Letztgenannter machte dann innerhalb von fünf Minuten auch noch das dritte Tor für Bayern. Leipzig verteidigte gar nicht mehr, war mental und körperlich offenbar gebrochen. Olise schraubte den Ball präzise rechts oben in den Winkel (88.).
Schlimmer wurde es aus Leipzig-Sicht dann nicht mehr.
Statistik zum Spiel RB Leipzig gegen Bayern München
18. Spieltag
RB Leipzig - Bayern München 1:5 (1:0)
RB Leipzig: Gulácsi - Baku, W. Orban, Lukeba, Raum - Seiwald (81. Banzuzi) - Schlager, Baumgartner (85. Gomis) - Diomande, Romulo (81. Harder), Nusa (90. A. Maksimovic)
Bayern München: Neuer - Bischof (81. Davies), Upamecano, Tah, H. Ito (87. Kim) - Pavlovic, Goretzka (46. Kimmich) - Gnabry (87. Musiala), Karl (57. Olise), Luis Díaz - Kane
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)
Zuschauer: 47.800 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Romulo (20.), 1:1 Gnabry (50.), 1:2 Kane (67.), 1:3 Tah (83.), 1:4 Pavlovic (85.), 1:5 Olise (88.)
Gelbe Karten: Seiwald (1) / -
Tabelle 1. Bundesliga
| POS | VEREIN | Sp. | +/- | Pkt. | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
FC Bayern München | 18 | 71:14 | 50 | |
| 2 |
|
Borussia Dortmund | 18 | 35:17 | 39 | |
| 3 |
|
TSG 1899 Hoffenheim | 17 | 35:21 | 33 | |
| 4 |
|
RB Leipzig | 17 | 33:24 | 32 | |
| 5 |
|
VfB Stuttgart | 17 | 32:25 | 32 | |
| 6 |
|
Bayer 04 Leverkusen | 17 | 34:25 | 29 | |
| 7 |
|
Eintracht Frankfurt | 18 | 38:39 | 27 | |
| 8 |
|
SC Freiburg | 17 | 27:29 | 23 | |
| 9 |
|
1. FC Union Berlin | 17 | 23:26 | 23 | |
| 10 |
|
1. FC Köln | 18 | 27:30 | 20 | |
| 11 |
|
Borussia Mönchengladbach | 18 | 23:29 | 20 | |
| 12 |
|
VfL Wolfsburg | 18 | 27:38 | 19 | |
| 13 |
|
SV Werder Bremen | 17 | 21:34 | 18 | |
| 14 |
|
Hamburger SV | 17 | 17:27 | 17 | |
| 15 |
|
FC Augsburg | 17 | 18:33 | 15 | |
| 16 |
|
1. FC Heidenheim | 18 | 17:39 | 13 | |
| 17 |
|
1. FSV Mainz 05 | 18 | 18:31 | 12 | |
| 18 |
|
FC St. Pauli | 17 | 16:31 | 12 | |
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.