Wegen Werner! Marcel Reif kritisiert RB-Leipzig-Fans: "Die halten sich für fürchterlich wichtig"

Leipzig - Die Stimmungsmache gegen Timo Werner (26) beim 3:1-Pokalerfolg gegen die TSG 1899 Hoffenheim fand RB Leipzigs Trainer Marco Rose (46) bekanntermaßen so gar nicht cool. Am Freitag legte er nach und auch Kult-Kommentator Marcel Reif (73) kritisierte die Fans.

"Ich hör euch nicht", wollte Timo Werner (26, M.) nach seinem Treffer zum 3:1 gegen Hoffenheim den eigenen Fans wohl mitteilen.
"Ich hör euch nicht", wollte Timo Werner (26, M.) nach seinem Treffer zum 3:1 gegen Hoffenheim den eigenen Fans wohl mitteilen.  © Picture Point/S. Sonntag

Laut Reif ist der Rückkehrer vom FC Chelsea "noch nicht" wieder glücklich bei den Roten Bullen. Allerdings habe er seit seinem Abgang 2020 "weder von seinem Tempo verloren, noch hat er andere Dinge plötzlich im Spektrum. Ich weiß nicht, was von ihm erwartet wird. Das ist seine Art, Fußball zu spielen", sagte der 73-Jährige bei "Reif ist live".

Dass wegen einiger misslungener Aktionen wie vergebenen Chancen oder Läufe ins Abseits die eigenen Fans unruhig wurden, sei "nicht Leipzig-like. Das ist ungehörig. Die halten sich für fürchterlich wichtig und haben vergessen, was da unten gerade passiert. Das ist nicht gut, ganz schlecht und das hat Rose auch nicht gefallen."

Aber Reif sagte auch: "Das Geld, was er gekostet hat und die Dinge, von denen man weiß, dass er sie kann, würde man halt gern irgendwann mal sehen. Über Spiele muss das bald mal kommen, sonst ist das ein Versprechen, das nicht eingehalten wird."

Marcel Reif (73) ist für seine klaren Worte bekannt.
Marcel Reif (73) ist für seine klaren Worte bekannt.  © IMAGO / Ulrich Wagner

RB Leipzigs Trainer Marco Rose: "Wir müssen mit den Fans zusammen als Einheit funktionieren!"

Trainer Marco Rose steht klar hinter seinem Stürmer.
Trainer Marco Rose steht klar hinter seinem Stürmer.  © Picture Point/S. Sonntag

Marco Rose hatte seinen Schützling zuvor in Schutz genommen und die Situation des Stürmers, der die WM in Katar verletzungsbedingt verpasst hatte, aus seiner Sicht eingeschätzt.

"Timo war ein paar Monate raus und muss jetzt relativ schnell wieder liefern: Kurzeinsatz, dann schon etwas länger, dann so lang es geht. Und jetzt sucht er einfach so bisschen seinen Rhythmus - eine völlig normale Sache", sagte der 46-Jährige auf der Pressekonferenz nach dem Sieg im DFB-Pokal.

Eben weil er mitbekam, dass die Stimmung auf den Tribünen zu "kippen" drohte, ließ er den bis dato noch torlosen Werner auf dem Feld und wurde belohnt, denn er traf in der 84. Minute zum 3:1-Endstand.

RB Leipzig bangt um neuen Wettbewerb, oder nicht?
RB Leipzig RB Leipzig bangt um neuen Wettbewerb, oder nicht?

"Timo nimmst du sicher nicht raus, bevor er nicht sein Tor gemacht hat, weil es dem Jungen nicht guttut und möglicherweise die Reaktion drumherum die gewesen wäre, die ich nicht zulassen wollte", dachte sich Rose. "Ich hätte ihn auch 180 Minuten draufgelassen, weil ich weiß, wie das für so einen Stürmer ist, wie das funktioniert. Der braucht Vertrauen, der braucht das Tor. Ich hab Glück gehabt, dass er's irgendwann gemacht hat."

Das Raunen, das Murren, die Auswechsel-Rufe waren laut Roses Dafürhalten auch in der Menge "nicht gerechtfertigt". Vielmehr appellierte er an die Geschlossenheit aller: "Alle sollten sich Mühe geben, jedem Spieler am Feld ein gutes Gefühl zu geben. Wir müssen mit den Fans zusammen als Einheit funktionieren. Wir müssen zusammen durch alle Phase gehen - auch, wenn sie nicht so einfach sind", forderte der Übungsleiter.

Titelfoto: Bildmontage: Picture Point/S. Sonntag, IMAGO / Ulrich Wagner

Mehr zum Thema RB Leipzig: