Dynamo Dresden: Reservisten enttäuschen, der zweite Anzug passt nicht

Dresden - Dynamo-Coach Markus Anfang (48) hatte nach dem 0:1 im Viertelfinale des Landespokals gegen Zwickau zwei Erkenntnisse gewonnen: Über seine erste sprach er offensiv. In den DFB-Pokal geht es in dieser Saison nur noch über die Liga. Seine zweite umschiffte er elegant. Sein zweiter Anzug ist zu eng, er passt nicht.

Panagiotis Vlachodimos (31, M.) kam nach 75 Minuten, zog sich kurz vor Ende eine Sprunggelenksverletzung zu und fällt bis auf Weiteres aus. Der Einschlag am rechten Knöchel ist deutlich zu sehen.
Panagiotis Vlachodimos (31, M.) kam nach 75 Minuten, zog sich kurz vor Ende eine Sprunggelenksverletzung zu und fällt bis auf Weiteres aus. Der Einschlag am rechten Knöchel ist deutlich zu sehen.  © Picture Point / Sven Sonntag

Will sich Dynamo Dresden die etwas mehr als 200.000 Euro für den Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals 2023/24 greifen, dann muss es derzeit Platz fünf erreichen.

Die ersten vier für den Pokal berechtigten in der Drittliga-Tabelle schaffen das - Freiburg II. gehört nicht dazu. "Das heißt für uns, wenn wir im nächsten Jahr im DFB-Pokal dabei sein wollen, dann wissen wir, was wir zu tun haben. Wir haben nur noch einen Wettbewerb", so Anfang.

Der derzeitig Fünftplatzierte muss also zumindest diesen Rang verteidigen. Besser wäre es, zwei gutzumachen, denn dann würde man als Zweitligist aufschlagen. Und nichts anderes sollte das Ziel sein. Es sind nur drei Punkte Rückstand auf Wiesbaden. Doch dafür müssen die Spiele anders laufen als zuletzt.

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Das 1:2 gegen Bayreuth war der mangelnden Chancenverwertung geschuldet, das 0:1 gegen Zwickau zeigte ein anderes Problem: Die zweite Garnitur konnte sich nicht empfehlen.

Dynamo-Trainer Markus Anfang (48) konnte mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht zufrieden sein.
Dynamo-Trainer Markus Anfang (48) konnte mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht zufrieden sein.  © Lutz Hentschel
Akaki Gogia (31, v.) setzt sich gegen Jan-Marc Schneider (29, am Boden) und Mike Könnecke (34) durch. Er blieb allerdings bis zu seiner Auswechslung sehr blass.
Akaki Gogia (31, v.) setzt sich gegen Jan-Marc Schneider (29, am Boden) und Mike Könnecke (34) durch. Er blieb allerdings bis zu seiner Auswechslung sehr blass.  © Lutz Hentschel

Dynamo Dresden: Die zweite Garnitur konnte sich nicht für die Startelf empfehlen

Kevin Ehlers (22, r., im Duell gegen Noel Eichinger) spielte solide, aber keineswegs herausragend. Ihm fehlt einfach die Spielpraxis.
Kevin Ehlers (22, r., im Duell gegen Noel Eichinger) spielte solide, aber keineswegs herausragend. Ihm fehlt einfach die Spielpraxis.  © Lutz Hentschel

Im Gegenteil, sie bewies, warum sie nur auf der Bank sitzt. Die beiden Junioren, Paul Lehmann (18) und Jonas Oehmichen (19), waren noch am auffälligsten. Akaki Gogia (31) war ein Schatten, Manuel Schäffler (34) konnte sich selten gut in Szene setzen, Kevin Ehlers (22) stand hinten solide. Er machte allerdings auch nicht auf sich aufmerksam.

Die eingewechselten Patrick Weihrauch (29) und Panagiotis Vlachodimos (31) konnten das Ruder nicht herumreißen. Bitter zudem für "Pana": Er zog sich kurz vor Schluss eine schwere Sprunggelenksverletzung zu und fällt bis auf Weiteres aus.

"Ich finde schon, dass sie alles versucht haben, da vorn ranzukommen. Wir haben ja Zwickau 80 Minuten beherrscht. Nur, du musst halt auch deine Tore machen. In den Strafraumszenen waren wir nicht durchschlagkräftig genug. Das muss man dann auch ganz einfach festhalten", so Anfang über seinen Anschlusskader.

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Am Sonntag in Osnabrück wird die Mannschaft schon rein personell ein anderes Gesicht haben, dann spielt die Stammelf wieder. Sie muss auch ein anderes zeigen. Aber gerade gegen spielerisch stärkere Teams, die ihr Heil nicht nur in der Defensive suchen, hat Dresden in dieser Saison immer besser ausgesehen.

Ein Ziel kann dann richtig in Angriff genommen werden: Platz fünf halten oder sich gar verbessern. Ein Dreier und Dynamo ist vorbei am VfL.

Titelfoto: Bildmontage: Lutz Hentschel

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