Das große Trainingslager-Fazit von Dynamos Coach Thomas Stamm

Antalya - Acht Tage Trainingslager an der türkischen Mittelmeerküste sind für Dynamo Dresden vorbei. Am Sonntag geht es für das Team nach Hause.

Dynamo Dresdens Trainer Thomas Stamm (42) zog mit den Medien ein Fazit nach acht Tagen Trainingslager in der Türkei.  © Lutz Hentschel

Nach der Generalprobe gegen Rot-Weiss Essen (1:1) nahm sich Dynamo Dresdens Coach Thomas Stamm (42) die Zeit, um über die vergangenen acht Tage, die vier Neuzugänge und die bevorstehenden Aufgaben im Abstiegskampf der 2. Bundesliga zu sprechen.

TAG24: Herr Stamm, ist der vielleicht wichtigste Aspekt, dass alle verletzungsfrei durch die Woche gekommen sind?

Stamm: "Ja, immer. Es waren vorm letzten Test schwere Entscheidungen, was die Spielzeiten anbelangt. Genau diese Schwierigkeit brauchen wir. Weil das heißt, wir haben viele fitte Spieler. Wir haben sehr intensiv trainiert und trotzdem alle Jungs durchbekommen.

Dynamo Dresden Setzt Dynamo-Coach Stamm zum Rückrunden-Auftakt auf die gleiche Elf wie bei der Generalprobe?

Aber wir hatten in der Hinrunde kaum muskuläre Probleme. Gefühlt war es eher wie bei einer Handballmannschaft, mit Schulter- und Handverletzungen. Also ein Lob an die Athletikabteilung."

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Thomas Stamm zufrieden mit den Neuzugängen: "Alle bringen sich sehr gut ein"

Mit der Integration seiner Neuzugänge wie Robert Wagner (22, r.) ist Stamm (l.) voll zufrieden.  © Lutz Hentschel

TAG24: Sie haben in beiden Testspielen auf dieselbe Startelf gesetzt. Wie viel steckt da bereits für Fürth drin?

Stamm: "Es war sicherlich ein Teil davon. Für uns war es im zweiten Test eine Mischung aus: Wie haben wir die Woche gesehen? Wie haben wir das Spiel am Dienstag gesehen? Wo wollen wir nächste Woche hin? Wenn du dann die Chancen siehst, die wir kreiert haben, dann sind ein paar Abläufe auch schon deutlich verfeinert. Und das muss das Ziel sein, dass wir die noch mal sauberer hinbekommen für das Spiel gegen Fürth. Aber: Es ist noch eine Woche Training dazwischen, wo sich jeder anbieten kann."

TAG24: Alle vier Neuzugänge standen in der Startelf. Die Integration verläuft also reibungslos?

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Stamm: "Alle bringen sich sehr gut ein, was auch Coaching, was die Körpersprache auf dem Platz anbelangt. Jason Ceka sicherlich auf eine andere Art und Weise wie es Robert Wagner oder Thomas Keller tun. Jonas Sterner ist auch eher einer, der über Zweikämpfe, über Intensität kommt. Mit der Arbeitsmoral, der Art und Weise, wie sie agieren, bin ich sehr zufrieden."

Dynamo-Coach weiß: Der Abstiegskampf ist ein Marathon und kein Sprint

Der Coach weiß, dass im Abstiegskampf ein langer Atem gefordert ist.  © Lutz Hentschel

TAG24: Wenn neue Spieler so schnell integriert sind, stimmt also auch die Teamchemie?

Stamm: "Die nehme ich haargenau wie auch letztes Jahr wahr. Logisch, dass sie anders ist, wenn du mehr Spiele verlierst als andersherum. Wenn du erfolgreich bist, gibt es weniger, die sich ein bisschen trauen, zu reiben. Wenn es nicht so läuft, hast du natürlich mehr, die sich auch mal äußern - völlig okay. Der Kern ist sauber, Unzufriedenheit herrscht, weil man die Spiele nicht gezogen hat. Aber es herrscht genau der gleiche Zusammenhalt wie letztes Jahr."

TAG24: Der Abstiegskampf wird vermutlich nicht im Januar entschieden. Müssen Sie das dem einen oder anderen noch mal erklären?

Stamm: "Ich nehme die Jungs sehr hungrig und sehr fokussiert wahr. Aber der Weg wird sein, Fürth als einzelnes Spiel zu betrachten und man will es mit allem, was man hat, gewinnen. Aber einfach auch eine gute Balance finden, zwischen bei uns zu bleiben, trotzdem diese hohe Intensität, Erwartungshaltung an uns zu haben. Es wird sich am Ende nicht nur gegen Fürth entscheiden, wie immer ist es ein Marathon und kein Sprint."

TAG24: Denken Sie tatsächlich nur von Spiel zu Spiel oder haben Sie auch ein Punkteziel im Kopf?

Stamm: "Viel entscheidender ist, von Spiel zu Spiel zu denken. Es ist ein guter Ratgeber, in keiner Woche zu rechnen. Klar setzen wir uns Zwischenziele. Aber was bringt dir das Rechnen? Wir haben auch keinen Einfluss, was in anderen Stadien passiert. Energie, Spaß und Klarheit müssen bei uns bleiben.

Man muss es als eine geile Herausforderung sehen, dass man so eine Aufgabe vor der Brust hat."

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