Dynamo Dresden schwebt in Düsseldorf zwischen Leichtigkeit und Leichtfertigkeit
Dresden - Düsseldorfs Trainer Alexander Ende (46) versteckte auf der Pressekonferenz nach dem 3:1 seiner Fortuna einen vielsagenden Satz, erwähnte ihn fast beiläufig. "Es waren bei Dresden exakt dieselben elf Spieler wie beim 0:6 mit mir gegen Münster. Ich habe gelernt daraus." Rumms! Er hat Thomas Stamm (43) für jene Partie entschlüsselt, die Schwächen der Dynamos offengelegt und ausgenutzt.
Offensiv zwar nicht, aber defensiv. Er setzte auf Konter, erkannte, dass die SGD-Verteidiger seinen schnellen Stürmern um Cedric Itten (29) nichts entgegenzusetzen hatten.
Seine Fortunen spielten wild, ließen Dresden kommen, was ein Ballbesitz von 32:68 Prozent erklärbar machte. Aber sie spielten vor allem ab der 10. Minute schnell und kompromisslos. Bei jedem Tempogegenstoß war Alarm. Und sie hielten läuferisch absolut dagegen. Düsseldorf war erst die dritte Mannschaft in der Saison, die nach den 90 Minuten mehr Kilometer auf der Uhr hatte als Dynamo Dresden.
Bis zu jener 10. Minute, und das ist die völlig andere Seite der Medaille, hätte Dresden längst führen müssen, dann hätte auch Ende anders sprechen müssen. Zwischen Leichtigkeit und Leichtfertigkeit liegen nur vier Buchstaben, aber doch so viel mehr.
Hätten die Schwarz-Gelben vorm Tor die Ernsthaftigkeit von Nürnberg und Bochum an den Tag gelegt, die Truppe vom Rhein hätte nicht den Hauch einer Chance gehabt.
Die Leichtigkeit war absolut da, spielerisch waren die Sachsen eine Klasse besser. Aber sie waren eben auch extrem leichtfertig - hinten zugelassen, vorn ausgelassen en masse.
Dynamo Dresden hat drei Endspiele vor der Brust: Mit Leichtigkeit, ohne leichtfertig zu werden
Das hat zur Folge, dass im Keller alles noch weiter zusammengerückt ist.
Dynamo Dresden ist zwar nur einen Platz auf Rang zwölf nach hinten gerutscht, hat seinen Vorsprung auf die Plätze 16 und 17 aber halbiert. Zwei sind es noch vor dem 1. FC Magdeburg und Greuther Fürth. Zwischen den beiden Elbestädten liegen im Klassement noch Arminia Bielefeld, Eintracht Braunschweig und eben Fortuna Düsseldorf. Die letzten drei Begegnungen der Saison bekommen alle die Bezeichnung "Endspiele".
Die Ruhe, die alle seit Wochen ausstrahlen, muss Dresden jetzt stark machen. Jetzt nervös zu werden, wäre nicht hilfreich. "Das wird uns nicht umhauen. Wir haben von Anfang an gesagt, dass Rückschläge kommen werden", sagte Niklas Hauptmann (29) bei DynamoTV: "Wir haben einige weggesteckt. Das gilt es jetzt auch wieder zu tun. Wir haben alles in der eigenen Hand. Wir müssen mit voller Energie in die nächste Woche gehen, um am Samstag drei Punkte zu holen."
Und genau das muss sich jeder Dresdner zu Herzen nehmen: Dynamo hat alles in der eigenen Hand. Mit Leichtigkeit, ohne leichtfertig zu werden.
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Titelfoto: IMAGO/Maximilian Koch

