Dynamos Aufstiegshelden auf Abstellgleis: Sportlich nötig, menschlich schwer!
Dresden - Das Profigeschäft ist schnelllebig und oft brutal. Von der Dynamo-Startelf, die am 38. Spieltag der Vorsaison gegen Unterhaching (3:0) auflief, waren am Sonntag in Hannover (0:0) noch drei Mann dabei: Tim Schreiber (23), Niklas Hauptmann (29) und der im Januar zurückgeholte Jonas Sterner (23). Die anderen Aufstiegshelden wurden ausgetauscht. Sportlich sicherlich notwendig, menschlich schwer verdaulich.
Jakob Lemmer (25) und Christoph Daferner (28) fungieren derzeit als Teilzeitkräfte. Lukas Boeder (28) sitzt auf der Bank, Sascha Risch (25) nach langer Verletzungspause auch. Claudio Kammerknecht (26) und Lars Bünning (27) fehlen seit Wochen im Kader. Der damals verletzte Vinko Sapina (30) ebenfalls.
Tony Menzel (20) wurde an jenem 17. Mai 2025 eingewechselt - Tribüne derzeit. Aljaz Casar (25) und Dominik Kother (25) sind im Winter nach Duisburg "geflüchtet", Jonas Oehmichen (21) wurde nach Aachen ausgeliehen.
Sapina gab jüngst einen Einblick in sein Seelenleben. Von der im Mannschaftsrat sitzenden Stammkraft zum Tribünengast. Das ist für den Kopf nicht immer leicht zu verarbeiten - vor allem, wenn man die Situation nicht kennt.
Was er dabei aber lobte, war die Kommunikation von Trainer Thomas Stamm (43). "Mein erster Trainer, der mir die Situation ausführlich erklärt hat", so der 30-Jährige.
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Thomas Stamm will seinen Spielern gegenüber transparent sein
"Ich habe das letztes Jahr so gehandhabt, ich mache das jetzt so und werde das auch in Zukunft so handhaben", sagt Stamm selbst zu diesem Thema.
"Ich habe aus neun Jahren in Freiburg schon einige Dinge mitgenommen. Wie geht man vielleicht nicht mit dem Spieler um, aber wie geht man mit dem Menschen um? Es ist nicht einfacher, leichter oder sinnvoller, diese Gespräche zu führen. Aber ich finde es wichtig, dass man in den Austausch geht. Keine Kommunikation ist deutlich schlimmer", so der 43-Jährige.
Worte, die normal sein sollten, aber in unserer heutigen Zeit dann doch irgendwie beachtlich sind. Der Mensch steht im Vordergrund und nicht die "Ware".
Stamm: "Für mich geht es schon darum, dass die Jungs Transparenz haben. Dass sie wissen, was sie in der kommenden Woche besser machen müssen, um in den Kader zu kommen. Weil, wenn sie das hinbekommen, dann haben wir einen noch besseren Konkurrenzkampf. Darum geht es, dass die Entscheidung noch schwieriger ist."
"Jene, die spielen, dürfen nicht ansatzweise das Gefühl haben, dass sie das nächste Mal wieder einfach so spielen", will der Coach keinem eine Garantie aussprechen: "Meiner Meinung nach ist das ein Teil davon, das den Jungs mit an die Hand zu geben. Dass sie es verstehen und es eine Woche später besser machen."
Derzeit scheinen es die Helden aus dem Mai 2025 zu verstehen. Es begehrt derzeit keiner auf und fordert irgendwas ein - kann Gold wert sein im Abstiegskampf.
Titelfoto: Bildmontage: Lutz Hentschel (3)

