Keine Schnellschüsse! Was Dynamo anders macht als die Keller-Konkurrenz

Dresden - Trotz Niederlage in Paderborn, bei Dynamo Dresden läuft's im Jahr 2026. Trainer Thomas Stamm (43) sitzt so fest wie wohl nur noch ein anderer bei den Kellerkindern im Unterhaus im Sattel. Nur zwei von denen haben ihren Trainer nicht gewechselt.

Volles Vertrauen der SGD-Bosse: Thomas Stamm (43) zeigt, dass es sich lohnt.  © Lutz Hentschel

Von Platz elf (Fortuna Düsseldorf) bis Schlusslicht Münster sind es nur fünf Punkte Abstand. Die halbe 2. Bundesliga steckt im Abstiegskampf. Da reagiert die ein oder andere Vereinsführung schon mal etwas nervös. Nicht so in Dresden und Bielefeld - die einzigen zwei vom Abstieg bedrohten Klubs, wo es (noch) keinen Trainertausch gab.

"Vielleicht ist es im Fußball nicht immer nur der Trainer, wenn es um Erfolg geht. Das muss man vielleicht auch mal so benennen mit dem Wissen, dass du da oft den kürzeren Hebel hast. Das ist einfach so, das bringt das Berufsfeld mit sich", vermutet Stamm, der gleich von den zwei Dresdner Sportgeschäftsführern diese Saison eine Job-Garantie bekam.

"Aber ich glaube schon, dass, wenn Misserfolg da ist oder wenn der Erfolg nicht eintritt, es nicht immer nur an einer Person liegt. Kurzfristig kann ein Trainerwechsel oft hilfreich sein, weil es andere Ansprachen gibt, ein anderes Gesicht, eine andere Energie. Es gibt viele Spieler, die vielleicht nicht so viel gespielt haben beim Vorgänger, die dann ein anderes Mindset haben."

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Statistiken zeigen: Kurzfristig kann das Erfolg haben, langfristig - das zeigen andere Erhebungen über Jahrzehnte hinweg - hat das aber keinen nennenswerten Einfluss auf die Ergebnisse eines Teams - was man in Münster (18.), Magdeburg (17.) und Kiel (16.) wohl unterschreiben kann.

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Auch in schwierigen Phasen: Dynamo Dresden setzt auf Kontinuität

Das Stamm-Team spielt bisher eine starke Rückrunde, darf zu Recht auf den Zweitliga-Klassenerhalt hoffen.  © Lutz Hentschel

Stamm hat da "auch eine klare Meinung: Braucht es immer einen Trainerwechsel, um das Mindset der Spieler auf ein gutes Level zu bekommen? Ich habe jeden Tag die Möglichkeit, mein Mindset selbst zu beeinflussen."

Dynamos Spieler wissen, was sie an ihrem Trainer haben. "Ich bin froh, dass wir jetzt noch keinen Trainer gewechselt haben, und ich glaube, das kann ein Vorteil sein", bestätigt Luca Herrmann (27).

Der Mittelfeldspieler findet: "Ich glaube, dass wir die Dinge noch mal besser umsetzen als in der Hinrunde. Dass wir auch noch mal mehr verstehen, was wir auf den Platz bringen müssen, um erfolgreich zu sein. In der Basisarbeit, aber auch in vielen anderen Komponenten."

Dynamos Luca Herrmann (27, r.) trainierte damals schon unter Stamm in der U19 des SC Freiburg.  © Lutz Hentschel

Herrmann kennt Stamm - wie so viele in Dresdens Kader - schon von früher aus Freiburger Zeit. Er freut sich und gibt aber auch zu: "Vielleicht war ich auch ein wenig überrascht, dass man hier vielleicht eine gewisse Ruhe reingebracht hat. Und das ist vielleicht auch ein Schritt, den der Verein gemacht hat. Dass man auch in schwierigen Phasen eine Kontinuität reinbringt, die sich auszahlen kann."

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Tabelle 2. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Schalke 04 27 38:24 52
2 SV 07 Elversberg 27 47:29 51
3 SC Paderborn 07 27 45:31 51
4 SV Darmstadt 98 27 49:30 50
5 Hannover 96 27 46:34 49
6 Hertha BSC 27 42:33 44
7 1. FC Kaiserslautern 27 45:41 40
8 Karlsruher SC 27 43:51 37
9 1. FC Nürnberg 27 37:37 36
10 VfL Bochum 1848 27 38:36 33
11 Fortuna Düsseldorf 27 26:40 31
12 SG Dynamo Dresden 27 45:46 29
13 Eintracht Braunschweig 27 29:44 29
14 SpVgg Greuther Fürth 27 40:59 29
15 Arminia Bielefeld 27 39:39 28
16 Holstein Kiel 27 34:42 28
17 1. FC Magdeburg 27 39:50 27
18 SC Preußen Münster 27 31:47 26

Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Zweitliga-Meister und steigt in die 1. Bundesliga auf. Letzteres gilt auch für Rang 2. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Rang der Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in Deutschlands höchster Fußball-Spielklasse.

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