Kommentar zum neuen Sport-Boss bei Dynamo: Lasst Gonther arbeiten!

Dresden - Bei mir gibt es vielleicht sechs, sieben Menschen im privaten und beruflichen Umfeld, die mich kennen, die mich auch einschätzen können. Umgedreht verhält es sich ebenso. Menschen, die ich nicht gut kenne, will und kann ich nicht beurteilen - und übe daher auch keine blinde Kritik. Von Vertrauten aber nehme ich mir diese an, höre zu, versuche umzusetzen.

Sören Gonther ist seit dem neuen Jahr als Geschäftsführer Sport bei der SGD im Amt.
Sören Gonther ist seit dem neuen Jahr als Geschäftsführer Sport bei der SGD im Amt.  © Eric Münch

Bei allen anderen lässt mich das relativ kalt, eben auch weil sie nicht wissen, wie ich überhaupt ticke. Auf der anderen Seite bringt das auch der Job mit sich. Würde ich mir alles zu Herzen nehmen, was ich über mich lese, könnte ich Schluss machen.

Warum ich das schreibe? Weil es sich mit Sören Gonther ähnlich verhält. Kaum einer der Kritiker in den sozialen Netzwerken hat überhaupt schon einmal ein Wort mit ihm gesprochen. Fast alle kennen ihn nur als Fußballer, aber weder als Funktionär noch als Menschen.

Sie erlauben sich aber dennoch ein Urteil über ihn. Das fiel bei vielen vernichtend aus. Warum? Warum machen Menschen das?

TAG24-Sportredakteur Thomas Nahrendorf würde sich wünschen, dass die Fans nicht vorschnell über Sören Gonther urteilen.
TAG24-Sportredakteur Thomas Nahrendorf würde sich wünschen, dass die Fans nicht vorschnell über Sören Gonther urteilen.  © Steffen Füssel

Ich gehe mal davon aus, dass Gonther zu keinem an die Werkbank gehen und den Arbeiter für sein Tun öffentlich kritisieren würde. Das könnte er maximal, wenn er ihn ein halbes Jahr täglich beobachten würde, was er macht, wie er es macht, wie er sich gibt.

Also, liebe Dynamo-Fans! Macht es umgedreht genauso. Lasst Gonther jetzt arbeiten, lasst ihn machen. Beurteilen könnt ihr ihn später.

Titelfoto: Bildmontage: Eric Münch, Steffen Füssel

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