Dresden - "Ich bin in Nürnberg", wich Jakob Lemmer (26) der Frage des Journalisten ganz gekonnt aus. Denn der wollte eigentlich mit seiner Frage nach dem "Wo" wissen, ob Dynamo Dresdens Außenbahnspieler um 13.30 Uhr am Sonntag auf dem Rasen steht oder zunächst auf der Bank Platz nehmen wird.
"Ich versuche auf jeden Fall, mein Bestes zu geben, dass ich so viele Minuten bekomme wie möglich und der Mannschaft helfen kann. Dass wir am Ende am besten direkt ein gutes Spiel machen und mit ein paar Punkten nach Hause fahren", erklärte Lemmer im üblichen Fußballer-Vokabular.
Der 26-Jährige ist hinter Niklas Hauptmann (30) und Christoph Daferner (28) inzwischen der dienstälteste Dynamo. Seine Vertragsverlängerung ging nicht ganz so einfach vonstatten, denn Lemmer hatte in der Rückrunde seinen Stammplatz verloren. Zehn seiner 15 Einsätze bestritt der Joker von der Bank aus.
Auch am Samstag bei der Generalprobe gegen Union Berlin wurde Lemmer in der 62. Minute für Konkurrent Kaan Inanoğlu (20) eingewechselt, machte aber dann so richtig Betrieb auf der rechten Außenbahn.
"Natürlich will man von Anfang an spielen, ist ja klar", gibt Lemmer zu: "Ich habe dann die 30 Minuten bekommen und habe versucht, eine Reaktion zu zeigen. Und zu zeigen, dass ich Energie auf den Platz bringen kann. Auch nach einer Einwechslung positive Energie bringen kann, der Mannschaft helfen kann. Und dass ich das auch von Anfang an kann."
Jakob Lemmer setzte sich keine festen Ziele, will aber den neuen Ball nutzen
Der Rechtsfuß will in dieser Saison "Spiele sammeln, mich anpassen, mit den guten Mannschaften messen und natürlich mich weiterentwickeln in meinen Fähigkeiten. Sodass ich noch mehr zeigen kann, noch mehr Scorerpunkte sammeln kann."
Acht (sechs Tore/zwei Vorlagen) waren es vergangene Saison, ein Ziel setzen will sich der Außenbahnspieler aber nicht. "Ich habe mir vor einigen Jahren immer so Ziele gesetzt, aber es hat nie so gut geklappt. Deswegen mache ich das eigentlich nicht mehr. Ich gehe einfach in die Saison und versuche, so viele zusammenzusammeln wie möglich", meint Lemmer.
Die "Torfabrik" könnte dabei helfen. Denn trifft der Rechtsfuß, dann macht er das gern aus der Distanz. Nürnbergs Keeper Jan Reichert wird sich darauf bereits eingestellt haben. Denn der 25-Jährige gab seinen Offensiv-Kräften sogar einen Ballerbefehl.
"Man kann ihn viel stärker schießen, er bekommt viel mehr Speed. Je nachdem, wie der Treffpunkt ist, flattert er auch ein bisschen", erklärt der Club-Schlussmann der Bild über den Adidas-Ball, der diese Saison das Leder von Derbystar ersetzt.
Lemmer kann das bestätigen: "Das ist uns auch schon aufgefallen, dass der Ball für die Torhüter eklig ist und er mal nach links oder rechts geht. Ich versuche das zu nutzen, um meine Schussqualität auf den Platz zu bringen."