Dresden - "Was? Ehrlich?" Der Italiener Simon Straudi (27) staunte, als er erfuhr, dass auch Landsmann Vincenzo Grifo (33) einst für Dynamo spielte. "Na dann ist das ja ein gutes Omen", lachte er. SGD-Fans werden jetzt den Kopf leicht schütteln. Eher nicht. Mit Grifo stieg Dresden 2014 ab. Sollte sich der Neue aus Südtirol so entwickeln wie der heutige Freiburger, dann hätte im Dynamoland keiner etwas dagegen.
Um Straudi gab es in der Vorwoche etwas Zoff, als ihm Cottbus-Trainer Pele Wollitz (60) Wortbruch vorwarf, weil er bei Energie schon fest zugesagt habe.
Vielleicht wollte Wollitz auch nur vom eigenen Tun ablenken, denn einen Vertrag für die 2. Bundesliga besaß Straudi schlichtweg nicht, daher war der Außenverteidiger jetzt ablösefrei zu haben.
Und zum vermeintlichen Wortbruch hat Straudi auch seine Meinung: "Ja, das stimmt so nicht. Ich würde schon sagen, dass ich ein Mensch bin, der sein Wort hält. Also, wenn ich jetzt ein klares Jawort gegeben hätte, dann wäre ich wahrscheinlich in Cottbus", widerspricht der 27-Jährige:
"Klar, die Entscheidung war dann sehr, sehr schwer. Aber ich habe kein klares Ja oder Nein gegeben."
Nach TAG24-Informationen habe der Spieler sogar mehrfach versucht, Wollitz telefonisch zu erreichen - ohne dass jener ranging.
Simon Straudi entschied sich auch für die Stadt Dresden und kennt Konkurrenzkampf aus Cottbus
Schwamm drüber, vorbei. Jetzt ist der gebürtige Brunecker ein Dynamo. "Ich hatte in Cottbus eine richtig, richtig schöne Zeit. Ich habe mich auch sehr, sehr wohlgefühlt. Was auch zur Wahrheit gehört: Dresden ist natürlich noch mal eine andere Stadt mit anderen Anbindungen - für mich und für meine Familie. Das hat auch mit zur Entscheidung dazu beigetragen."
Zudem konnte er sich erinnern, wie es im Rudolf-Harbig-Stadion abgeht. "Ich war einmal im Stadion mit Werder unter Markus Anfang, da haben wir 0:3 verloren. Was da für eine Wucht auch entsteht, das ist schon sehr, sehr reizvoll. Daher bin ich happy, dass es geklappt hat", freute sich der Südtiroler.
Straudi kann in der Viererkette auf beiden Seiten spielen, ist da aber erst einmal Herausforderer von Jonas Sterner (24) und Alexander Rossipal (30). Doch das kennt er aus Cottbus: Da hat er sich auch erst nach einer gewissen Zeit ins Team gespielt und dann geliefert.
"Ich kenne das und kann damit umgehen. Ich weiß, worauf ich mich zu konzentrieren habe, dass es im Endeffekt einfach nur an meiner Leistung liegt. Die kann ich beeinflussen, alles andere nicht. Aber ich bin da ganz entspannt."
Ganz der Italiener halt.