Vorn ein Tor, hinten die Null: Was für Dynamos Keller aber wirklich zählt

Dresden - Satte 245 Tage mussten Dynamo Dresdens Fans darauf warten. Aber das neue Jahr war gerade 17 Tage alt, da stand sie erstmals in dieser Saison wieder da: die schwarze Null auf dem gelben Grund der Anzeigetafel.

Thomas Keller (26, r.) avancierte bei seinem Pflichtspieldebüt für Schwarz-Gelb zum Matchwinner.
Thomas Keller (26, r.) avancierte bei seinem Pflichtspieldebüt für Schwarz-Gelb zum Matchwinner.  © Lutz Hentschel

Erstmals in dieser Saison hat die SGD, die im Schnitt eigentlich zwei Tore pro Spiel kassiert, zu null gespielt.

Maßgeblich daran beteiligt: Thomas Keller (26). Die Leihgabe vom FC Heidenheim sorgte in der neu formierten Viererkette beim 2:0-Erfolg gegen Greuther Fürth hinten für ein geschlossenes Scheunentor.

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"Das kann uns Rückenwind geben, es soll uns Selbstvertrauen geben für die nächsten Spiele. Das müssen wir jetzt mitnehmen und in Magdeburg weiter machen", erklärt der Innenverteidiger.

Er macht klar: "Wir Spieler wollten das unbedingt, weil es einfach Selbstvertrauen gibt für die nächsten Aufgaben. Zu sehen, wir können zu null spielen, wir können hinten sicher stehen - einfach brutal wichtig! Wir haben das alle gut gemacht. Natürlich kannst du nicht immer alles weg verteidigen, aber in Summe haben wir uns gegenseitig immer geholfen."

Dynamo Dresdens neuer Verteidiger macht nicht nur hinten dicht

In der 35. Minute köpfte Innenverteidiger Thomas Keller (26, M.) zur Dresdner Führung ein.
In der 35. Minute köpfte Innenverteidiger Thomas Keller (26, M.) zur Dresdner Führung ein.  © Lutz Hentschel

Ganz nebenbei brachte der 1,86-Meter-Hüne Schwarz-Gelb auch noch mit seinem Kopfballtreffer in der 35. Minute in Führung. Mit drei Abschlüssen war er sogar der gefährlichste Dresdner Angreifer an diesem Tag.

"Für mich als Verteidiger ist das Wichtigere immer, dass hinten die Null steht. Dass ich vorne einen mache, ist umso schöner", gesteht Keller ganz ruhig.

Und er versichert: "Auf dem Feld ist man sowieso im Tunnel der Emotionen voll dabei und dann schießt man gleich das Tor. Aber ich muss auch sagen, dass es noch relativ früh im Spiel war. Man hat da schon noch im Kopf, dass noch sehr lange zu gehen ist."

Beim Torjubel vor dem K-Block waren das aber Emotionen pur. Schon vor dem Spiel wurden die Dynamos von Tausenden Fans per Spalier am Stadion empfangen. Leidenschaft, die für Keller ein Wechselargument war.

Thomas Keller saugt die Emotionen bei Dynamo Dresden auf

Fast noch hätte Thomas Keller (26, am Ball) ein zweites Mal per Kopf getroffen.
Fast noch hätte Thomas Keller (26, am Ball) ein zweites Mal per Kopf getroffen.  © Lutz Hentschel

"Es macht unglaublich viel Spaß, auch auf dem Platz mit der Unterstützung von den Fans", so der 26-Jährige.

Denn, "es pusht extrem, das ist extrem wichtig für uns als Mannschaft. Ich denke, wir haben auch gezeigt, dass wir die Energie von den Rängen auf den Platz bekommen haben. Das ist das Wichtigste."

Nach dem fünften Saisonsieg sind es aktuell drei Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz, vier auf das rettende Ufer – also noch nichts gewonnen.

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Daher weiß auch Matchwinner Keller: "Ball flach halten, den Job hinten machen, das ist das Wichtigste." Dann klappt es vielleicht auch in Magdeburg mit der nächsten Null.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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