Olaf Janßen verlässt gefallenen Viertligisten und warnt: "Augen vor Entwicklung nicht verschließen"

Sandhausen - Eigentlich sollte Olaf Janßen (59) den gefallenen SV Sandhausen zurück in den Profifußball führen, doch das Projekt scheint bereits acht Spieltage vor dem Saisonende in der Regionalliga Südwest gescheitert. Nun haben sich Klub und Trainer auf eine Trennung geeinigt.

Das Kapitel SV Sandhausen endet für Olaf Janßen (59) nach nur rund neun Monaten schon wieder.  © Uwe Anspach/dpa

Das gab der Viertligist am Dienstagmittag offiziell bekannt. Demnach hätten beide Seiten einvernehmlich eine Vertragsauflösung beschlossen, auch Co-Trainer Dominik Idel-Peters (33) muss gehen.

"Im vergangenen Sommer bin ich den Schritt zum SVS ganz bewusst gegangen und mit großer Vorfreude gestartet. Gleichzeitig wusste ich, dass ein herausforderndes Projekt vor uns liegt", erklärte der 59-Jährige.

Die Sandhäuser starteten bereits durchwachsen in die Saison, ein schlechter Rückrundenbeginn mit nur einem Sieg aus sechs Partien wischte schließlich alle übrigen Aufstiegshoffnungen vom Tisch.

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"Mit dem Start in die Rückrunde, der Niederlage gegen Astoria Walldorf sowie den darauffolgenden Ergebnissen und Leistungen durften wir die Augen vor der Entwicklung nicht verschließen", warnte Janßen zum Abschied.

Ernst nehmen sollte diese Worte sein Nachfolger Kevin Stotz (35). Der bisherige NLZ-Leiter übernimmt gemeinsam mit Benjamin Sachs (44) interimsweise.

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SV Sandhausen liegt trotz Namen wie Pascal Testroet 16 Punkte hinter Spitzenreiter SGV Freiberg

Unter anderem steht sich in Pascal Testroet (35, r.) ein langjähriger Zweitliga-Kicker im Kader.  © Uwe Anspach/dpa

Der langjährige Zweitligist war nach dem Absturz in die Viertklassigkeit mit der klaren Mission angetreten, unter Janßen die schnelle Rückkehr in den Profifußball zu schaffen.

Dafür wurden unter anderem prominente Namen wie Pascal Testroet (35, 152 Pflichtspiele in der 2. Bundesliga) verpflichtet.

Nach 26 Spieltagen liegt Sandhausen 16 Zähler hinter Spitzenreiter SGV Freiberg. Allerdings verfolgt den SVS auch ein beispielloses Verletzungspech über die gesamte Spielzeit, seit Monaten fallen fünf bis zehn Spieler wöchentlich aus.

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Sportdirektor Anthony Loviso (35) erklärt: "Olaf und Dominik haben in einer schwierigen Phase mit großem Einsatz, hoher Intensität und viel Offenheit gearbeitet und den Verein mitgerissen. [...] Der erhoffte Fortschritt ist im Gesamtverlauf weitgehend ausgeblieben, zuletzt haben sich die Leistungen sogar rückläufig entwickelt. Wir hätten uns alle gewünscht, diesen Weg gemeinsam erfolgreich weiterzugehen."

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