Sieben-Tore-Wahnsinn in Dresden! TSV 1860 schlägt Dynamo zum Auftakt

Dresden - Was für ein Auftakt in die neue Saison der 3. Liga für den TSV 1860 München! Die Löwen haben am 1. Spieltag bei der SG Dynamo Dresden einen Sieg eingefahren. Am Ende der Partie stand ein 4:3 (2:0)-Erfolg auf der Anzeigetafel.

Nackenschlag! Kevin Ehlers (l.) von Dynamo Dresden wollte klären, traf beim Versuch aber ins eigene Tor zum 1:0 für den TSV 1860 München.
Nackenschlag! Kevin Ehlers (l.) von Dynamo Dresden wollte klären, traf beim Versuch aber ins eigene Tor zum 1:0 für den TSV 1860 München.  © Robert Michael/dpa/ZB

Die Treffer vor 24.046 Zuschauenden im Rudolf-Harbig-Stadion erzielten Kevin Ehlers per Eigentor zum 0:1 aus Dresdner Sicht (3. Minute), Tim Rieder erhöhte noch vor der Pause auf 2:0 für die Sechzger (36.). Marcel Bär traf im zweiten Durchgang doppelt zum 3:0 (68.) sowie 4:1 (71.). Für Dynamo netzte Dennis Borkowski zweifach (1:3, 70. und 3:4, 82.), Manuel Schäffler traf zum 2:4 in der 73. Minute.

Sechzig-Trainer Michael Köllner setzte am ersten Spieltag der Mission Aufstieg in die 2. Bundesliga auf folgende Elf: Marco Hiller, Yannick Deichmann, Japser Verlaat, Leandro Morgalla, Semi Belkahia, Phillipp Steinhart, Rieder, Martin Kobylanski, Erik Tallig, Fynn Lakenmacher und Stefan Lex.

Sein Gegenüber, Dynamo-Trainer Markus Anfang, schickte Stefan Drljaca, Robin Becker, Ehlers, Tim Knipping, Kyu-Hyun Park, Michael Akoto, Ahmet Arslan, Christian Joe Conteh, Julius Kade, Borkowski sowie Stefan Kutschke zu Beginn aufs Spielfeld.

Kein Ultimatum: TSV 1860 München vertraut weiter auf Cheftrainer Köllner
TSV 1860 München Kein Ultimatum: TSV 1860 München vertraut weiter auf Cheftrainer Köllner

Die enthusiastischen Zuschauer in der sächsischen Landeshauptstadt bekamen einen lebhaften Auftakt geboten, bei dem die Hausherren die erste richtig gute Möglichkeit für sich verbuchen konnten. Nach einem feinen Zuspiel in den Raum tauchte Kutschke halbrechts im Sechzehner auf, scheiterte aber aus spitzem Winkel mit seinem Abschluss an 1860-Keeper Hiller (3.).

Wenig später folgte dann jedoch die kalte Dusche!

Lex war nach einer missglückten Kopfballabwehr von Becker kurz vor der Seitenauslinie auf der linken Außenbahn völlig frei durch. Den anschließenden Querpass in die Mitte wollte Ehlers im Strafraum am linken Fünfereck abwehren, traf das Leder aber ungünstig und lenkte es in die eigenen Maschen. Keine Chance für Drljaca im SGD-Kasten - 1:0 (8.)

Aufstellung des TSV 1860 München im Gastspiel in der 3. Liga bei Dynamo Dresden am 1. Spieltag

Startelf von Dynamo Dresden am 1. Spieltag der 3. Liga gegen den TSV 1860 München

Dynamo Dresden bestimmt das Spielgeschehen - Tim Rieder erhöht für TSV 1860 München

Starker Abschluss! Tim Rieder (M.) erhöhte für den TSV 1860 München im Gastspiel bei Dynamo Dresden noch in Halbzeit eins auf 2:0.
Starker Abschluss! Tim Rieder (M.) erhöhte für den TSV 1860 München im Gastspiel bei Dynamo Dresden noch in Halbzeit eins auf 2:0.  © Robert Michael/dpa/ZB

Die Anfang-Truppe verfiel nach dem schmerzhaften Nackenschlag jedoch nicht in Schockstarre, sondern schüttelte sich lediglich kurz - und drückte danach angepeitscht von den Fans sofort auf den Ausgleich.

Park versuchte es einfach einmal aus der zweiten Reihe (13.), verfehlte das Gehäuse jedoch. Arslan erwischte bei einem Freistoß wenig später Hiller zwar in der Torwartecke auf dem falschen Fuß, das Leder zischte aber am rechten Pfosten vorbei (17.). Und auch Kutschke hatte kein Glück: Der Stürmer scheiterte per Kopf am starken Schlussmann (25.).

Während Dresden den Druck aufrechterhielt, war von den Gästen aus München bis auf vereinzelte Gegenstöße wenig zu sehen - zumindest bis zur 36. Minute. Lakenmacher behauptete den Ball stark, über Kobylanski landete die Kugel bei Rieder, der von rechts in die Mitte zog und durch die Beine von Ehlers flach ins lange Eck auf 2:0 für 1860 erhöhte.

Nach Last-Minute-Schock: TSV 1860 München will sich "akribisch vorbereiten"
TSV 1860 München Nach Last-Minute-Schock: TSV 1860 München will sich "akribisch vorbereiten"

Für Dynamo war der Treffer natürlich extrem bitter, für die Löwen ein Tor zum bestmöglichen Zeitpunkt.

Da ein Abstauber von Arslan nach vorangegangenem Pfostentreffer von Borkowski aufgrund einer Abseitsposition korrekterweise von Schiedsrichter Timo Gerach aberkannt wurde, ging es mit dem 2:0 letztlich in die Halbzeitpause.

Dynamo Dresden und TSV 1860 München liefern sich irren Schlagabtausch - Löwen feiern Auswärtssieg

Zum Brüllen! Der TSV 1860 München hat am 1. Spieltag der neuen Saison der 3. Liga bei der SG Dynamo Dresden einen 4:3-Sieg gefeiert.
Zum Brüllen! Der TSV 1860 München hat am 1. Spieltag der neuen Saison der 3. Liga bei der SG Dynamo Dresden einen 4:3-Sieg gefeiert.  © Picture Point / Roger Petzsche

Zwar zeigten sich die Gastgeber auch nach dem Wiederanpfiff motiviert, die Partie doch noch zu drehen, die ganz großen Chancen blieben zunächst aber dennoch aus. Erst in der 61. Minute wurde es für die Elf von Köllner brenzlig - und zwar richtig!

Nach einer Hereingabe von Kade von der linken Seite in den Rückraum kam Becker an der Kante des Sechzehners völlig frei an den Ball. Der Rechtsfuß zog ab, von Steinhart abgefälscht zischte das Leder Sekundenbruchteile später hauchzart am linken Pfosten vorbei (61.). Glück für die Münchner!

Der zwischenzeitlich eingewechselte Bär machte es auf der Gegenseite das nötige Quäntchen besser. Von Lakenmacher in Szene gesetzt behielt er die Nerven und vollstreckte eiskalt noch von Knipping bedrängt mit links zum 3:0 für die Löwen (68.).

Doch diesmal folgte die Antwort der Hausherren auf dem Fuße! Kutschke verlängerte einen langen Schlag in die Spitze für Borkowski, der kurz Verlaat aussteigen ließ und aus spitzem Winkel vom linken Fünfereck zum 1:3 an Hiller vorbei einnetzte (70.).

Hoffnung für Dynamo? Nein! Erneut war es Bär, der in der 71. Minute nicht nur für den dritten Treffer in nur drei Spielminuten sorgte, sondern mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze auch für die Vorentscheidung im Spitzenduell. Oder etwa nicht?

Denn der Wahnsinn ging durch ein Tor von Schäffler - der Stürmer machte einen Freistoß von Kutschke in der linken Seite des Sechzehners fest und erzielte das 2:4 (73.) - und wenig später Borkowski munter weiter! Der Offensivakteur krönte eine starke Einzelaktion mit einem wuchtigen Abschluss ins kurze Eck zum 3:4 (82.). Trotz aller Bemühungen blieb es schließlich aber beim Auswärtssieg der Löwen, die keinen besseren Start hätten haben können. Es war vor allem einer, der Lust auf mehr macht!

Für die Sechzger geht es am zweiten Spieltag im Stadion an der Grünwalder Straße am nächsten Samstagnachmittag gegen den VfB Oldenburg weiter (6. August, 14 Uhr), Dresden muss zeitgleich auswärts beim Halleschen FC antreten.

Titelfoto: Picture Point / Roger Petzsche

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