TSV 1860 liefert richtige Antwort: Lakenmacher schießt Aue ab!

München - Perfekte Antwort der Sechzger! Nach der ersten Pleite der Saison am zurückliegenden Wochenende hat der TSV 1860 München am 9. Spieltag der 3. Liga gegen den FC Erzgebirge Aue einen wichtigen 3:1 (1:0)-Heimerfolg verbucht.

Fynn Lakenmacher hat allen Grund zum Jubeln: Der Stürmer traf für den TSV 1860 München gegen den FC Erzgebirge Aue dreifach!
Fynn Lakenmacher hat allen Grund zum Jubeln: Der Stürmer traf für den TSV 1860 München gegen den FC Erzgebirge Aue dreifach!  © imago/foto2press

Die Löwen-Tore vor 15.000 Fans im Stadion an der Grünwalder Straße erzielte Fynn Lakenmacher zum 1:0 (10. Minute), 2:0 (77.) sowie 3:0 (84.). Für Aue traf Marco Schikora zum 1:3-Endstand (90.+1).

1860-Übungsleiter Michael Köllner nahm nach der überraschend deutlichen 1:4-Niederlage gegen den SV Elversberg zwei Änderungen an seiner Startelf vor: Daniel Wein und Martin Kobylanski durften für Christopher Lannert (Bank) sowie Kapitän Stefan Lex (Oberschenkelprobleme) von Beginn an ran.

Sein Gegenüber, Aue-Coach Timo Rost, rotierte im Vergleich zum 0:1 gegen den FSV Zwickau auf fünf Positionen. Steffen Nkansah, Ulrich Taffertshofer, Tom Baumgart, Ivan Knezevic und auch Elias Huth standen auf dem Platz. Linus Rosenlöcher, Nico Gorzel, Dimitrij Nazarov, Tim Danhof sowie Borys Taschchy mussten auf der Bank Platz nehmen.

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TSV 1860 München 1860-Investor Ismaik: "Man ruht sich auf den Erfolgen der Vergangenheit aus"

Auf dem Rasen übernahmen die Hausherren nach einer sehenswerten Oktoberfest-Choreographie der eigenen Anhänger im grünen Wiesn-Trikot direkt das Kommando gegen defensiv eingestellte Gäste - und mit der ersten Chance auch die Führung!

Nach einer überragenden Flanke aus dem linken Halbfeld von Albion Vrenezi in den Sechzehner war Lakenmacher auf Höhe des Elfmeterpunktes zur Stelle und vollstreckte mit dem Kopf in die rechte untere Ecke zum frühen 1:0 der Münchner (10.).

Die Rost-Truppe schüttelte sich kurz, wollte direkt eine passende Antwort liefern. Eine scharfe Hereingabe von der linken Seite von Sam Schreck konnte Schlussmann Marco Hiller allerdings entschärfen. Wenig später hätte es am anderen Ende des Feldes beinahe ein zweites Mal geklingelt. Taffertshofer bekam beim Abschluss Kobylanskis jedoch gerade noch das Bein dazwischen, das Leder segelte im hohen Bogen über Erzgebirge-Keeper Philipp Klewin hinweg an die Latte und von dort ins Toraus (16.).

Am notwendigen Willen mangelte es den couragiert auftretenden Aue-Akteuren im Grünwalder im Anschluss zwar keineswegs, im letzten Drittel kam aber schlicht zu wenig. Ein flacher Distanzschuss von Maximilian Thiel stellte Hiller nicht vor allzu große Probleme (26.), ansonsten blieben hochkarätige Möglichkeiten auf beiden Seiten in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit aus. Folgerichtig ging es mit der verdienten Löwen-Führung auch in die jeweiligen Kabinen.

Mannschaftsaufstellung des TSV 1860 München gegen den FC Erzgebirge Aue am 9. Spieltag der 3. Liga

Startelf des FC Erzgebirge Aue am 9. Spieltag der 3. Liga gegen den TSV 1860 München

Tim Rieder verpasst hundertprozentige Chance - TSV 1860 München schlägt FC Erzgebirge Aue dennoch

Der TSV 1860 München war am 9. Spieltag gegen den Tabellenletzten aus Aue der große Favorit, tat sich über weite Strecken allerdings mitunter schwer.
Der TSV 1860 München war am 9. Spieltag gegen den Tabellenletzten aus Aue der große Favorit, tat sich über weite Strecken allerdings mitunter schwer.  © imago/foto2press

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs bot sich den Fans ein nahezu unverändertes Bild im Flutlicht auf Giesings Höhen: Aue bemühte sich gegen teils doch etwas zu lässig agierende Löwen, ohne dabei allerdings die ganz große Torgefahr zu entwickeln.

Auf der Gegenseite ließ Tim Rieder die Chance auf das 2:0 geradezu fahrlässig liegen. Nach einem feinen Pass von Vrenezi auf Lakenmacher war der Torschütze zum 1:0 auf dem linken Flügel völlig frei durch, hob den Kopf und hatte das Auge für den in der Mitte mitgelaufenen Mitspieler. Statt ins Netz schob Rieder das halbhohe Zuspiel von der Grenze des Fünfmeterraums jedoch über den Kasten (55.).

Wirklich zufrieden schien Köllner mit der knappen Führung verständlicherweise keineswegs zu sein, was beim Blick an die Seitenlinie deutlich wurde.

Schock in der Nachspielzeit! TSV 1860 München kassiert späten Ausgleich gegen Essen
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Ein ums andere Mal versuchte der 1860-Trainer lautstark Einfluss auf seine Löwen und damit auf die Herangehensweise der Mannschaft zu nehmen, während es auf dem Spielfeld zusehends bissiger zuging. Vor allem im Mittelfeld wurde ausgeteilt.

Fußball wurde allerdings auch noch gespielt: In der 72. Minute war Kobylanski bedient von Vrenezi in der Mitte eingelaufen, traf den Ball jedoch nicht richtig, weshalb das Leder am rechten Pfosten vorbeiging. Lange durften die Veilchen nicht durchatmen.

Nur knapp fünf Minuten später war es erneut Lakenmacher, der mit seinem zweiten Treffer des Tages den Sieg der Löwen endgültig unter Dach und Fach brachte. Nach einer Flanke Yannick Deichmanns aus dem rechten Halbfeld nahm der Stürmer das Leder kurz nach der Strafraumgrenze an und traf sträflich freistehend zum 2:0 (77.). Klewin war noch dran, konnte den Ball mit dem Fuß aber nicht mehr abwehren. Es sollte nicht der letzte Streich des Offensivakteurs an diesem Abend gewesen sein.

Auch der dritte Treffer gehörte Lakenmacher, der nach Vorlage Erik Talligs aus wenigen Metern nur zum 3:0 einnetzen musste (84.) und mit seinem starken Dreierpack den TSV 1860 zumindest vorübergehend wieder auf Rang eins schoss.

Erzgebirge Aue nach Niederlage in München weiter Tabellenschlusslicht - Trainer Timo Rost vor dem Aus

Aue rangiert trotz eines couragierten Auftritts samt guter Ansätze und der 1:3-Ergebniskosmetik nach einer Ecke von der linken Seite in nach der Nachspielzeit durch Schikora (90.+1) nach der nächsten Niederlage weiter auf dem letzten Tabellenrang. Für Rost, dessen Stuhl bereits im Vorfeld stark gewackelt hatte, dürfte es wohl der letzte Auftritt an der Seitenlinie gewesen sein.

Für den TSV 1860 geht es nach der Länderspielpause am 27. September (18.30 Uhr) wieder zur Sache, wenn die Löwen im Viertelfinale des Toto-Pokals beim FV Illertissen gastieren. In der Liga reist die Köllner-Elf wenige Tage später nach Dortmund zum Duell mit der zweiten Mannschaft der Borussia (1. Oktober, 14 Uhr). Aue trifft im Sachsenpokal am 25. September (16 Uhr) zunächst auf den FC Eilenburg und am 30. September (19 Uhr) dann in der Liga auf den SV Meppen.

Titelfoto: imago/foto2press

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