Transfer-Druck für VfB Stuttgart: Was tun mit den Woltemade-Millionen?

Von Maximilian Wendl

Stuttgart - Schick gekleidet lächelte Nick Woltemade bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit dem Transfer zu Newcastle United. Der Fußball-Nationalstürmer verfolgte den harmlosen Auftritt der "Magpies" beim torlosen Remis gegen Leeds United gut gelaunt und im Klub-Anzug auf der Tribüne.

90 Millionen Euro bringt der Wechsel von Nick Woltemade (23) ein. Davon muss wohl schnell etwas investiert werden.
90 Millionen Euro bringt der Wechsel von Nick Woltemade (23) ein. Davon muss wohl schnell etwas investiert werden.  © Tom Weller/dpa

Während der 23-Jährige auf der Insel unter großer Beobachtung sein Auslands-Abenteuer startete, ist sein Ex-Klub VfB Stuttgart mit der Nachfolgeregelung beschäftigt. Im Zentrum steht die Frage: Was tun die VfB-Bosse mit den bis zu 90 Millionen Euro aus dem Woltemade-Deal? Trotz des 1:0-Arbeitssieges gegen Borussia Mönchengladbach sollen noch Verstärkungen kommen.

"Sie läuft", entgegnete Sportvorstand Fabian Wohlgemuth auf die Frage zur Suche nach Verstärkungen. Dass der algerische Nationalspieler Badredine Bouanani Medienberichten zufolge unmittelbar vor einem Wechsel von OGC Nizza zum VfB stehen soll, wiegelte der Funktionär ab. "Ein cooler Name - erst mal", sagte er und fügte an: "Wir kennen viele Spieler, aber ich kann dazu nichts sagen, weil wir uns in ganz, ganz vielen laufenden Prozessen befinden."

Ebenfalls gehandelt werden Brajan Gruda (Brighton & Hove Albion), Bilal El Khannouss (Leicester City) und Alexis Claude-Maurice (FC Augsburg).

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Die Verletzung von Deniz Undav dürfte den Druck zusätzlich erhöhen. Der 29 Jahre alte Angreifer musste gegen Gladbach früh ausgewechselt werden, nachdem Borussia-Angreifer Shuto Machino unglücklich in Undav reingekracht war. Die genaue Diagnose steht zwar noch aus, aber ein längerer Ausfall ist zu befürchten.

Das Ziel: "Marktgerecht einkaufen"

Will seine Mannschaft weiter verstärken: VfB-Coach Sebastian Hoeneß (43).
Will seine Mannschaft weiter verstärken: VfB-Coach Sebastian Hoeneß (43).  © Soeren Stache/dpa

An finanziellen Mitteln dürfte es dem VfB nach den Abgängen von Enzo Millot zu Al-Ahli nach Saudi-Arabien sowie Rekordmann Woltemade nicht mangeln. Gleichzeitig könnte das aber auch ein Nachteil für die Stuttgarter sein. Denn auch die Konkurrenz weiß um die Millionen-Einnahmen des DFB-Pokalsiegers.

"Wir versuchen so zu verhandeln, dass wir marktgerecht einkaufen - und eben nicht zu überhöhten Preisen, nur weil die möglichen abgebenden Vereine wissen, dass wir jetzt gerade möglicherweise mehr Geld haben als andere", sagte Wohlgemuth einordnend.

Was gegen Gladbach deutlich wurde: Ohne die beiden Leistungsträger der Vorsaison fehlte dem VfB zuweilen die Kreativität im Spiel nach vorn. So musste nach einem Standard ein Kopfball von Neuzugang Chema Andrés her (79.), um den ersten Saisonsieg sicherzustellen.

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Sebastian Hoeneß hatte seinen Unmut über den Verlust von Woltemade vor dem ersten Heimspiel ungewohnt scharf formuliert - trotz der vereinsinternen Rekordsumme. Zwar äußerten die VfB-Bosse Verständnis für die klaren Worte des Trainers. Sorgen um die Harmonie innerhalb des Klubs machen sie sich aber nicht. "Ein Feuer löschen? Daran denkt überhaupt keiner", sagte Wohlgemuth.

Klar ist allerdings auch: Hoeneß wünscht sich weitere Neuzugänge, daran ändert der erlösende erste Liga-Erfolg nichts. "Wir haben alle die gleiche Erwartung: Wir wollen eine schlagkräftige Mannschaft", so Hoeneß. "Daran werden wir jetzt arbeiten. Es werden sicher intensive Tage."

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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