Schluss-Drama hält HCE auf Kurs: Buzzer-Chaos überfordert sogar den Coach
Dresden - "Wenn du mit einem Spiel auf Augenhöhe in die letzten zehn Minuten gehst, dann kann in der zweiten Liga alles passieren", so André Haber (39). Mit der wilden Schlusssequenz, wie sie sich beim 33:32-Sieg seines HC Elbflorenz in Essen abspielte, konnte aber niemand rechnen.
"Ich habe mich darüber beschwert, dass das Spiel vorbei sein müsste", schilderte der 39-Jährige seine erste Reaktion auf die Unterbrechung in Spielminute 59:59 - und unterstrich damit die Undurchsichtigkeit der vermeintlich letzten Aktion der Partie.
Ein Abschluss von Doruk Pehlivan (27) landete am Pfosten, sprang von dort zurück ins Feld. Am Kreis kämpfte Oliver Seidler (27) gegen Essens Tom Wolf (19) um den Ball, der TuSEM-Spieler bugsierte diesen in Richtung Toraus.
Genau in diese Aktion drückte Essen-Coach Kenji Hövels (32) auf den Auszeit-Buzzer. Minutenlang berieten sich die Schiedsrichter Nils Blümel und Jens Vortmann. Dann fiel die Entscheidung auf Siebenmeter für den HCE.
Denn: Ein Timeout ist nur bei eigenem Ballbesitz erlaubt, somit handelte es sich um einen Regelverstoß. Und weil der Verstoß innerhalb der letzten 30 Sekunden lag, gab es eben nicht Freiwurf, sondern den Strafwurf, den Louis Bensch (20) eiskalt verwandelte.
HC Elbflorenz muss im Saisonendspurt auf Viktor Petersen Norberg verzichten
"Es tut mir total leid, dass er da gebuzzert hat", zeigte Haber Mitgefühl für seinen Trainerkollegen. Aus HCE-Sicht überwog aber natürlich die Freude des gewonnenen Extra-Punktes.
In den verbleibenden fünf Spielen müssen die Dresdner weiterhin vier Zähler auf Balingen bzw. fünf Punkte auf Bietigheim aufholen, um den Schritt in die erste Liga zu gehen.
Einer kann dabei aber wohl nicht mehr mithelfen. Viktor Petersen Norberg (26) verletzte sich im Training am Knöchel. Eine MRT-Untersuchung gab die Gewissheit: Bänderverletzung am linken Sprunggelenk. Ob der Norweger in dieser Saison noch mal angreifen kann, ist fraglich.
Titelfoto: Mathias M. Lehmann
